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Die freiwilligen Feuerwehren fordern mehr Lehrgänge

Grevesmühlen Die freiwilligen Feuerwehren fordern mehr Lehrgänge

An der Landesfeuerwehrschule in Malchow stauen sich die Anmeldungen

Grevesmühlen. Nordwestmecklenburgs Kreisbrandmeister Torsten Gromm schlägt Alarm. Während der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Grevesmühlen sagte der Klützer: „Sollte sich die Situation an der Landesschule in Malchow in der nächsten Zeit nicht gravierend ändern, befürchte ich, dass es zu enormen Problemen bei der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren kommt.“ Der Grund für die Befürchtung: die zu geringe Zahl an angebotenen Lehrgänge. Im vergangenen Jahr durften nur 90 Feuerwehrleute des Nordwestkreises Kurse an der Landesfeuerwehrschule absolvieren. Für Torsten Gromm zu wenig. „Sie decken den Bedarf nicht ab.“

Die Warteliste beim Kreisfeuerwehrverband ist lang. Mehr als 400 Brandschützer brauchen dringend einen Lehrgang. Die Folge der fehlenden Kurse: „Schon heute sind in einigen Feuerwehren wichtige Funktionen nicht gesetzeskonform besetzt“, machte Gromm den Ernst der Lage deutlich. Der Kreisbrandmeister gab sich kämpferisch und kündigte an, diesen Zustand nicht länger akzeptieren zu wollen.

„Ich werde bei jeder Gelegenheit auf diesen nicht akzeptablen Zustand hinweisen. Denn so geht es nicht weiter.“

Johannes Schuld, Leiter der Landesfeuerwehrschule, signalisierte bereits bei der Jahreshauptversammlung Besserung und kündigte an, dass künftig mehr Kurse angeboten werden. Ihm sei bewusst. dass der Druck nicht nur im Nordwestkreis, sondern im ganzen Land sehr hoch sei.

Wie wichtig Lehrgänge und eine jahrelange Ausbildung sind, mussten die Wehren des Kreises im vergangenen Jahr gleich zweimal bei Großeinsätzen unter Beweis stellen. In Neu Degtow war im Juni Hausmüll auf einer Deponie in Brand geraten. Mehr als 150 Einsatzkräfte aus 30 Wehren waren mehrere Tage vor Ort, um die Flammen und die Glut unter Kontrolle zu bekommen. Fünf Monate später gab es einen weiteren außergewöhnlichen Einsatz. Diesmal in Dassow. Dort hatte eine Tiefbaufirma im November eine Gashochdruckleitung stark beschädigt. Es bestand akute Explosionsgefahr. Anwohner mussten evakuiert werden. Die mehr als 50 Feuerwehrleute konnten eine Katastrophe gerade noch verhindern. Die Einsätze in Neu Degtow und Dassow waren die spektakulärsten von insgesamt 1254 im vergangenen Jahr für die Feuerwehren im Landkreis. 411-mal mussten die freiwilligen Helfer Brände löschen, 843-mal haben sie nach Verkehrsunfällen geholfen, Bäume von Straßen geräumt und Tieren in Notsituationen geholfen. In seinem Rückblick bemängelte Torsten Gromm auch die Einstellung einiger Brandschützer.

Der Grund: An der Kreisfeuerwehrschule in Warin waren im vergangenen Jahr 90 von insgesamt 547 Lehrgangsplätzen nicht besetzt, das sind mehr als 16 Prozent. „Einige Kameraden betrachten eine lückenlose Ausbildung offenbar als nicht so wichtig und sehen wichtige Vorschriften als überflüssig an. Leider mussten wir auch wieder feststellen, dass einige Kameraden den Gruppenführer-Lehrgang beziehungsweise den Zugführer-Lehrgang nicht geschafft haben.“ Das stellt einige Feuerwehren zusätzlich vor große Probleme. Deshalb fordert Gromm eine bessere Einstellung und mehr Motivation bei den Weiterbildungen.

 



Steffen Oldörp

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