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Wismar Die neuesten Trends im Garten
Mecklenburg Wismar Die neuesten Trends im Garten
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00:10 14.06.2018
Zu den Gartentrends gehört das Grillen mit modernsten Geräten. Jens Kämeling vom Rostocker Gartenfachmarkt Grönfingers kennt sich damit aus. Quelle: Foto: Christina Milbrandt

Eine Fläche zum Anbau von traditionellem Gemüse ausgestattet mit funktionalen Sitzmöbeln – diese Art der Gartengestaltung ist passé. Von der Dekoration über die Bebauung und Bepflanzung bis hin zum Mobiliar geht es in dieser Saison vor allem um eins: den Garten so gemütlich und hochwertig wie möglich einzurichten.

Aufwendige Barbecues und eigener Anbau

„Bei uns dreht sich in diesem Jahr alles um das Thema Grillen und Chillen“, sagt Eckhard Heinemann, Mitinhaber des Gartenfachmarktes Grönfingers in Rostock. Vor allem Grillgeräte und das entsprechende Zubehör würden sich größter Beliebtheit erfreuen. „Wobei der Trend eindeutig zur Vielseitigkeit geht. Es soll nicht mehr der Holzkohlegrill mit einfachem Rost sein, sondern Modelle mit Deckel oder auch steuerbare Grills, die mitGas betrieben werden“, sagt Heinemann. So ist nicht mehr der pragmatische Ansatz „Grill an, Bratwurst rauf, essen, fertig“ maßgeblich, sondern eher das Barbecue nach amerikanischem Vorbild, das auch mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann.

Und das wirkt sich auch auf die Bepflanzung aus. Kräuter, Gewürze und Gemüse werden nach diesem Bedürfnis ausgesucht, sagt Heinemann. „Im Trend sind aber nicht mehr die klassischen Gemüsesorten. Es geht eher in Richtung Naschgemüse, wie Cocktailtomaten, Paprika, Peperoni und Chili.“ Große Erträge stünden dabei nicht im Fokus, die Gartenbesitzer würden sich einfach nach dem Gefühl sehnen, etwas Eigenes geerntet und verarbeitet zu haben.

Das geht laut Heinemann mit dem Trend des Kochens und Grillens Hand in Hand. „Dazu gehört für viele einfach der Anbau von eigenem Obst und Gemüse. Gegen Ende der 1990er bis in die 2000er Jahre wurde das weniger, in den vergangenen Jahren hat sich das deutlich umgekehrt.“

Alles fertig – gleich nach

dem Anlegen des Gartens

Vielen ist beim Anbau der fließende Übergang in die Natur wichtig, sagt Heinemann. Generell solle der Garten so natürlich wie möglich gehalten werden. Diese Entwicklung beobachtet auch die Wismarer Gartenbaumeisterin Sylvi Hansen. 2001 übernahm sie die Geschäftsführung ihrer Garten- und Landschaftsbaufirma. Seitdem hat sie einige Trends miterlebt, erkennt die Unterschiede zu früheren Gestaltungsvorlieben sofort. „Früher waren die Gärten einfacher gehalten, heute wird mehr in die Gestaltung investiert“, sagt die 43-Jährige.

Das zeigt sich schon beim Bau von Terrassen. Diese seien jetzt nicht mehr einfach nur rechteckig, sondern oft geschlungen angelegt. „Wir bauen viele organische Formen“, berichtet Hansen. Bei ihrer Kundschaft seien zudem Natursteinmauern und vor allem Rollrasen hoch im Kurs. „Die Leute wollen ihr Haus bauen und dann soll der Rasen auch gleich fertig sein“, erklärt Hansen diesen Trend.

Auch die Bepflanzung soll laut Sylvi Hansen möglichst sofort komplett erfolgen. Monate- oder jahrelanges Warten darauf, dass Büsche oder Hecken wachsen, sei nicht mehr in Mode, sagt die Gartenbaumeisterin, die gemeinsam mit ihren 25 Mitarbeitern rund um Wismar im Einsatz ist.

Dass alles sofort fertig sein soll, erlebt auch Anja Schumacher, die in Kühlungsborn eine Garten- und Landschaftsbaufirma führt. Rollrasen würde auch von ihren Kunden stark nachgefragt. Genau wie in Wismar ist auch rund um Kühlungsborn der Naturstein sehr beliebt, berichtet Schumacher. Ansonsten seien ihre Kunden aber recht beständig. „Die Bepflanzung ist in der Regel eher standardmäßig.“

Hochwertige Produkte

statt Discounter-Ware

Eine Entwicklung, über die sich alle einig sind, ist der aktuelle Drang nach qualitativ hochwertigen Produkten. Bei Deko-Artikeln hätten die Gartenbesitzer früher lieber auf billigere Ware zurückgegriffen, erinnert sich Peter Wiencke, Geschäftsführer des Unternehmens Gartenbau Wiencke in Wotenitz bei Grevesmühlen. „Heute kaufen sie lieber ein Pflanzengefäß weniger, dafür aber alles von besserer Qualität“, sagt Wiencke. „Es wird stark auf das Material geachtet. Terrakotta-Töpfe sind zum Beispiel sehr beliebt. Es muss heute eben alles ein bisschen mehr Stil haben.“

Eckhard Heinemann hat die gleiche Einstellung bei den Grönfingers-Kunden beobachtet. Auffällig ist die Sehnsucht nach Stil und Gemütlichkeit bei den Gartenmöbeln, sagt er. „Es muss nicht mehr alles rein funktional sein. Gekauft werden oft hochlehnige Stühle, die sich auch in eine Liegeposition verstellen lassen. Da haben wir wieder das Stichwort chillen.“ Der Garten werde eben immer mehr zum zweiten Wohnzimmer.

Christina Milbrandt

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