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Wismar Diebe räubern in Kirchen und auf Friedhöfen
Mecklenburg Wismar Diebe räubern in Kirchen und auf Friedhöfen
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03:29 11.09.2013
Pastorin Sindy Altenburg gestern in der Dreveskirchener Kirche. Die beiden Kronleuchter fehlen, vom Altar (im Hintergrund) wurden Kruzifix und zwei Leuchten gestohlen. Fotos (2): Heiko Hoffmann

Diebe machen auch vor Kirchen nicht Halt. Besonders schlimm hat es das Gotteshaus in Dreveskirchen bei Blowatz getroffen. Unbekannte hatten es auf wertvolle Gegenstände abgesehen. Gestohlen wurden zwei große Kronleuchter, zwei Altarleuchten, ein Kruzifix und ein Stuhl, der einem Thron gleicht. „Das ist ein großer Schreck. Der sitzt uns heute noch in den Gliedern“, sagte gestern Pastorin Sindy Altenburg. Die 34-Jährige hofft, dass die Diebe gefasst werden und bittet wie die Polizei in Wismar (☎ 0 38 41/20 30) um Mithilfe.

Die Schadenshöhe ist noch nicht ermittelt, die Pastorin geht aber von einem höheren Betrag aus. Sie vermutet, dass die Täter gezielt die Gegenstände entwendet hatten.

Wie die Polizei gestern mitteilte, hatte sich der Diebstahl am letzten Freitag, 6. September, ereignet. In der Kirche fand ein öffentlicher Filmabend statt. Rund 40 Gäste nahmen daran teil. Den Beutezug stellte die Pastorin am nächsten Tag fest. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei. Die Beamten konnten an der Kirche keine Aufbruchspuren feststellen. Polizeisprecher André Falke: „Derzeit geht die Kriminalpolizei davon aus, dass sich mindestens ein Tatverdächtiger im Rahmen der Veranstaltung am Freitag in der Kirche einschließen ließ und später die Seiteneingangstür von innen öffnete.“ Das denkt auch die Pastorin. Sindy Altenburg: „Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu verstecken.“ Das hohe Gewicht der Kronleuchter lässt vermuten, dass mindestens zwei Täter am Werk waren. Zum Gottesdienst am Sonntag soll der Altar, von dem die beiden Leuchten und das Kruzifix gestohlen wurden, wieder würdevoll aussehen. Alle gestohlenen Gegenstände stammen aus dem 19.

Jahrhundert. Übrigens war es nicht der erste Diebstahl in der Kirche Dreveskirchen. Im Jahr 2003 war eine Ritterrüstung entwendet worden.

Anderer Tatort — Friedhof Wismar: Rund zehn schmiedeeiserne Tore wurden von historischen Grabzäunen gestohlen. Der Schaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt. Am Montag war bei der Polizei in Wismar die Anzeige eingegangen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Diebstahls und der Störung der Totenruhe. Auch hier wird um Hinweise gebeten.

Einbrüche in Kirchen und auf Friedhöfen kommen immer wieder vor. Ende August zum Beispiel hatten es Diebe auf das Büro der Kirchengemeinde Herrnburg-Selmsdorf abgesehen. Sie entwendeten unter anderem eine Geldkassette mit Barem.

Bereits Ende Juni hatte die OZ getitelt: „Wismarer sind empört: Diebe stehlen Metalltore vom Friedhof“. Da waren vier denkmalgeschützte Kunstwerke entwendet worden. Und Verwalterin Grit Schaller-Uhl sagte: „Schlimm war es schon mal vor zwei Jahren. Da fehlten mindestens neun Tore.“ Im vergangenen Jahr war es ruhiger. Nun häufen sich die Diebstähle wieder.

Die Polizeistatistik führt seit Januar noch mindestens drei weitere Straftaten im Zusammenhang mit Kirchen in Nordwestmecklenburg auf: 28. Juli Diebstahl von Kupferfallrohren an der Katholischen Kirche im Turnerweg Wismar, 3. Mai aufgebrochener Schuppen der Neuapostolischen Kirche in Gadebusch (Diebstahl eines Rasenmähers), 18. Januar Diebstahl eines Kupferfallrohres an der Kirche in Warin.

Neu sind die Einbrüche nicht. Im Sommer 2009 zum Beispiel machten Unbekannte in Wismar gleich mehrfach Beute: im Ausstellungsshop am St.-Marien-Kirchturm, in der St.-Georgen-Kirche waren 50

Euro aus dem Opferstock entwendet worden, im Aufbauverein St. Georgen am St.-Georgen-Kirchhof ließen Einbrecher 150 Euro aus einer Geldkassette mitgehen.

Das ist ein großer Schreck. Der sitzt uns heute noch in den Gliedern.“Pastorin Sindy Altenburg

Heiko Hoffmann

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