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Wismar Diedrichshäger warten 26 Jahre auf den Storch
Mecklenburg Wismar Diedrichshäger warten 26 Jahre auf den Storch
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00:00 10.07.2013
Gute sechs Wochen sind die drei Jungstörche in Diedrichshagen schon alt. Es ist der erste Nachwuchs in 26 Jahren. Fotos (2): Maik Freitag
Diedrichshagen

Entspannt sitzen Margarete und Hans-Martin Steffen auf der Terrasse ihres alten Bauernhauses und schauen immer wieder gen Himmel. In der Hoffnung, dass sich einer der Elternstörche auf dem wenige Meter entfernten Horst in sieben Metern Höhe niederlässt und die beiden Diedrichshäger an einem Naturschauspiel teilhaben lässt, auf dass das Ehepaar 26 Jahre lang warten musste. Und tatsächlich. Plötzlich verdeckt ein Storch die Sonne, setzt sich an den Nestrand und speit zuvor gesammelte Nahrung aus. Genau vor die Füße der drei Jungstörche. Die stellten sich noch wenige Sekunden zuvor schlafend, doch das wird auf einen Schlag ganz anders. Genauso schnell wie sie wieder munter werden, schlucken sie auch die Mäuse, Frösche und Käfer herunter, die der Altvogel auf einer der benachbarten Wiesen gesammelt hat. Anschließend fliegt der Altstorch auf den First des Bauernhauses und wartet auf seine Partnerin. Auch die lässt jetzt nicht lange auf sich warten und das Schauspiel wiederholt sich — das zwei bis drei Mal pro Tag.

Immer noch sitzen Margarete und Hans-Martin Steffen bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse. Doch ein Wort fällt nur selten zwischen den beiden Naturliebhabern. Zu lange haben die beiden auf diese Augenblicke gewartet.

„Bis 1987 hatten wir hier regelmäßig Störche. Das Nest befand sich auf der Scheune. Doch ab 1988 waren die Störche plötzlich verschwunden und kamen nie wieder“, berichtet Hans-Martin Steffen. Der ehemalige Grevesmühlener Bauamtsleiter hat allerdings auch eine mögliche Erklärung für das abrupte Ende der Storchenzeit in Diedrichshagen. „1987 hatten wir Probleme mit der Schweinepest und die Landwirte haben vielleicht Mittel ausgebracht, die für das Kleingetier und somit für die Störche gesundheitsschädigend waren“, mutmaßt Steffen.

Allmählich vermoderte das alte Nest und wurde schließlich in den 1990er Jahren abgenommen. „2006 haben wir einen neuen Betonmast gesetzt. Wir wollten das Glück noch mal herausfordern“, berichtet der Diedrichshäger, der sich in den kommenden Jahren einiges ausdachte, um die Störche anzulocken. „Wir haben aus Kalk Storchenkot nachgeahmt und alles ein bisschen weiß angemalt und Grassoden in das innere des Nestes gelegt. Doch alles zunächst ohne Erfolg“, so Steffen. Bis 2012 neue Hoffnung aufkeimte. Da ließen sich drei Jungstörche für drei Wochen im Horst nieder, um Kraft für ihren Überwinterungsflug zu sammeln. „Und irgendwie müssen sich die Drei dann erinnert haben, dass es hier wohl nicht so schlecht war. Denn genau drei Vögel kamen dieses Jahr am 15. April hierher. Einer wurde vertrieben. Und jetzt haben wir schon drei fast flugfähige Jungstörche. Das ist toll“, freut sich das Ehepaar und hofft, dass das Storchenpaar auch im kommenden Jahr das Nest wieder annimmt.

Maik Freitag

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