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Wismar Differenzierte Aufgaben und fächerübergreifender Unterricht
Mecklenburg Wismar Differenzierte Aufgaben und fächerübergreifender Unterricht
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10:16 06.02.2018
Das Arbeiten mit eigenen oder ausgeliehenen Notebooks ist an der Wismarer Ostsee-Schule selbstverständlich. Die Lernplattform „itsLearning“ mit geschütztem Zugang erlaubt es den Schülern, mit Teammitgliedern zu kommunizieren oder Daten in einer „Cloud“ zu speichern und zu Hause wieder abzurufen. Quelle: Norbert Wiaterek
Wismar

„Unsere Schülerinnen und Schüler lernen selbstbestimmt, individuell und kooperativ für ihr Leben!“ So lautet das Leitbild der Ostsee-Schule in Wismar-Wendorf.

In der Bildungseinrichtung an der Bruno-Tesch-Straße haben zwei Buchstabenkombinationen große Bedeutung: WPL und PBL.

WPL steht für Wochenplan-Lernen. „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten täglich in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathe an differenzierten Aufgaben, je nach Niveaustufe“, erläutert Schulleiterin Beate Brindle. PBL, also Projektbasiertes Lernen, meint fächerübergreifenden Projektunterricht über einen Zeitraum von zehn bis zwölf Wochen. „Dabei arbeiten die jungen Leute in festen Teams von je fünf Schülern. Klassenlehrer unterstützen als Betreuer.“ Die Arbeiten, die die Heranwachsenden in zwei Blöcken pro Woche absolvieren und die alle Sinne fordern, werden durch die Schule vorgegeben oder können selbst ausgesucht werden. Am Ende stehen Präsentationen vor Mitschülern, Eltern und Lehrern, die das Selbstbewusstsein der Schüler stärken. Eine gute Möglichkeit, das freie Reden einzuüben und Erreichtes ohne Angst vorzustellen. Beate Brindle: „Die Kinder sollen auf die Zukunft vorbereitet und zu mündigen Bürgern gemacht werden, die am sozialen Leben teilhaben können.“

Außerdem wird in der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ großer Wert auf Lesekompetenz gelegt. „In allen Klassen gibt es eine stille Lesezeit von zwanzig Minuten“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Karin Feldmann. Lesepatenschaften – auch ältere Schüler sind Lesetrainer für jüngere Jungen und Mädchen – sowie ein einheitliches, aufeinander aufbauendes Konzept zur Textanalyse in allen Fächern und ein Programm zur Erweiterung des deutschen Wortschatzes sind selbstverständlich. Aber auch die englische Sprache kommt nicht zu kurz. Die Ostsee-Schule hat den Vorteil, dass dort drei Lehrkräfte unterrichten, deren Muttersprache Englisch ist. Neunt- und Zehntklässler können am Wahlpflicht-Kurs Business Englisch (mit Abschluss der Londoner IHK) und am bilingualen Unterricht „Englisch für besonders kluge Köpfe“, etwa in den Fächern Biologie und Geschichte, teilnehmen. Die Besten werden unter anderem auch bei Deutsch-, Mathe-, Geografie- und Vorlesewettbewerben und bei Sportwettkämpfen gefördert.

Stolz ist Beate Brindle nicht nur auf die Streitschlichter, die Schulsanitäter und die enge Zusammenarbeit mit Eltern, sondern auch auf die Berufsfrühorientierung in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Schwerin und der Agentur für Arbeit: Nach der „Berufsfelderprobung“ ab Klasse 7 können Mädchen und Jungen ab Klasse 8 verschiedene Berufsfelder erkunden. Im Jahr darauf folgen Praktika. Nach der neunten Klasse ist der Abschluss „Berufsreife“ möglich, nach der zehnten Klasse die Mittlere Reife mit anschließendem Übergang an das (Fach)Gymnasium.

Eine Chance für junge Leute, für die Schule „ein schwieriges Thema“ ist, bietet das Produktive Lernen an der Regionalen Schule. Basis dieses Bildungsangebotes für junge Leute ab der achten Klasse sind Tätigkeiten und Erfahrungen im „wirklichen Leben“. Zu den selbstständigen und individuellen Lernwegen gehören zwei Tage Unterricht pro Woche in kleinen Klassen und drei Tage praktisches Arbeiten in Betrieben. Kooperationspartner sind beispielsweise Kindergärten, Cafés, Supermärkte, Bestattungsunternehmer, Ärzte, Rechtsanwälte, die Wismarer Tafel und Unternehmen wie Egger und Schottel. „Bei Praktika finden die Schüler heraus, wo ihre Stärken liegen und sie eine berufliche Zukunft sehen“, so Brindle. Sonderpädagogen, Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung, eine junge Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr und die Schulsozialarbeiterin sind beim Förderkonzept „mit Frühwarnsystem“ in der Ostsee-Schule mit im Boot.

Eine Unterrichtsstunde in der „gebundenen Ganztagsschule“ dauert übrigens nicht 45 Minuten. Nach 90-Minuten-Blöcken (ab 7.30, 9.30, 11, 12.50 und 14 Uhr) folgen längere Pausen. Der vierte Block ist dem WPL vorbehalten. Im fünften Block (bis 15.10 Uhr) gibt es das Angebot der Ganztagsschule. Dann können die Schülerinnen und Schüler aus vielen verschiedenen Angeboten wählen. Dazu gehören Bereiche wie Sport, Musik/Schauspiel, Betriebswirtschaft/Handwerk, MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und Soziales Engagement.

Norbert Wiaterek

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