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Wismar Diskussion um bessere Ampelschaltung
Mecklenburg Wismar Diskussion um bessere Ampelschaltung
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07:02 18.05.2018
Knapp 400 Meter sind es von der Ampelkreuzung Wasserstraße/Kopenhagener Straße bis zur Ampelkreuzung Am Hafen/Schiffbauerdamm/Fischerreihe. In der Mitte ist die Fußgängerampel am Wassertor (im Bild). Der Verkehr kommt hier häufig ins Stocken. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Autofahrer stehen auf Wismars Straßen immer häufiger an Ampelkreuzungen oder im Stau. Der Verkehr nimmt zu, Baustellen tun ihr übriges. Der Bürgermeister soll sich nach dem Willen der Für-Wismar-Fraktion für einen besseren Verkehrsfluss im Bereich Wasserstraße/Am Hafen und in der Lübschen Straße zwischen Kreisverkehr Ulmenstraße und Wendorf einsetzen. Die Ampelschaltungen sollen so optimiert werden, „dass Staus auf dem Altstadtring auf Höhe des Alten Hafens und auf der Lübschen Straße möglichst vermieden werden“.

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Welche Ampeln sind in Wismar überflüssig, wo fehlen Lichtsignalanlagen, welche sollten optimiert werden?

Wo funktioniert in Wismar die grüne Welle, wo gibt es Nachholebedarf?

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Politik diskutiert

Eine Mehrheit hat der Antrag in der Bürgerschaft nicht gefunden. Am Ende stand es bei der Stimmabgabe 16:16 bei einer Enthaltung. Sybille Runge (SPD), beruflich in der Verkehrswacht Wismar und Umgebung tätig, kanzelte den Antrag als „sinnlos und populistisch“ ab und sagte: „Machen Sie es so wie ich: Fahren Sie Fahrrad.“ Dafür erntete sie teils höhnischen Applaus. Tino Schwarzrock (Grüne) sprach von Satire. Doch wer kann, sollte in Wismar tatsächlich mehr auf das Fahrrad setzen.

Wann spricht man von einer grünen Welle?

Der ADAC hebt zwar die Vorteile intelligenter Ampelsteuerungen für bessere Luft und flüssigen Verkehr hervor. Doch davon ist Wismar weit entfernt. Christian Hieff, Pressesprecher ADAC Hansa: „Von einer guten grünen Welle spricht man, wenn 85 Prozent der Fahrzeuge den Straßenverlauf ohne Halt fahren können. Sehr gut ist bei 95 Prozent. Ab 50 Prozent spricht man von einer unkoordinierten grünen Welle.“In Wismar dürfte die unkoordinierte grüne Welle typisch sein.

Beispiel Wasserstraße

Die Für-Wismar-Fraktion hatte moniert, dass die Ampelschaltungen gerade zu den Stoßzeiten nicht den Hauptverkehr berücksichtigen würden. Rotphasen, zum Beispiel an der Kreuzung zum Schiffbauerdamm/Fischerreihe, würden zu einem Rückstau bis zur Wasserstraße führen. Von Seiten der Bürger, die diese Strecken tagtäglich beispielsweise als Arbeitsweg nutzen, werde eine Verbesserung gewünscht, die „nicht nur stressreduzierend, sondern auch abgasvermeidend und umweltfreundlicher wäre“. Für die Dauer der Rotphase, erklärt Hans Pieper vom ADAC Hansa, gibt es Richtlinien. Diese beträgt maximal zwei Minuten. Mehr dürfte Autofahrern in Nebenstraßen und Fußgängern auch nicht zuzumuten sein. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) sagt zum mangelnden Verkehrsfluss: „Der zu den Hauptverkehrszeiten festzustellende Stau in der Wasserstraße ist auf die Baumaßnahmen Schweriner Tor/Schweriner Straße und der damit verbundenen Sperrung in Richtung Lübeck/Schwerin zurückzuführen.“ Viele Autofahrer würden zur Zeit die Wasserstraße nutzen. Damit komme die Kreuzung im Bereich Schiffbauerdamm/Breite Straße an ihre Grenze. Beyer: „Die Lichtzeichenanlage Wasserstraße/Schiffbauerdamm läuft verkehrsabhängig gesteuert und somit derzeit bereits optimal.“Der Verkehr am Schweriner Tor soll ab dem 10. August wieder ungestört rollen. Beyer erwartet dann eine Entspannung der Verkehrssituation auf dem Nordring, vor allem zwischen dem Poeler Tor und dem Kreisverkehr Lübsche Straße/Dahlmannstraße.

Beispiel Lübsche Straße

Auch vom Stadtzentrum in Richtung Wendorf gerät der Verkehr nicht selten ins Stocken. Hier verweist der Bürgermeister auf das Verkehrsonzept. Dieses wurde zusammen mit der Werft in Auftrag gegeben. Es geht es unter anderem um die Situation im Umfeld der Lübschen Straße/Burgwall/Werft. Beyer: „Im Ergebnis sollen Varianten zur Verbesserung der Verkehrsqualität aufgezeigt und umgesetzt werden.“

Neue Baustellen

Allerdings ist eine Entspannung auf Wismars Straßen kaum absehbar. Im Herbst beginnt die Baumaßnahme Claus-Jesup-Straße, die sich bis in die Ulmenstraße erstreckt. Die Unterführung in der Poeler Straße werde „enorme Auswirkungen auf den Verkehr auf dem Nordring der Altstadt“ haben, so Beyer. Die ersten Arbeiten beginnen Ende Mai, die neue Ampelkreuzung Poeler Tor wird frühestens im Frühjahr 2021 fertig sein. Erhebliche Auswirkungen sind im Bereich Philosophenweg zu erwarten, wenn die Poeler Straße für mindestens ein Jahr komplett für den Autoverkehr gesperrt wird.

Vor Abschluss dieser Maßnahmen „ist eine Überprüfung der gesamten Ampelschaltungen auf dem Nordring aus verkehrstechnischer Sicht nicht sinnvoll“, sagt der Bürgermeister.

Mit dem Bau der neuen Hochbrücke im Anschluss an die Poeler Straße kündigt sich schon das nächste Großprojekt an. Neue Ampelkreuzungen wird es im Zusammenhang mit dem künftigen Wohn- und Einzelhandelsgebiet Bürgermeister- Haupt-/Schweriner Straße geben.

ADAC untersucht Wirkung moderner Ampelsysteme auf die Umwelt

Der Automobilclub ADAC hat zusammen mit der TU München eine Untersuchung zu weniger Schadstoffen aus dem Straßenverkehr durch intelligente Verkehrssteuerung durchgeführt. Ziel war, den Verkehr flüssiger zu machen. 46 Lichtsignalanlagen wurden in Ingolstadt mit der verkehrsadaptiven Netzsteuerung „Balance“ ausgestattet. Benziner und Diesel verschiedener Baujahre waren im Einsatz.

Ergebnis der Untersuchung: Stickoxidemissionen konnten um 33 Prozent verringert werden, der Partikelausstoß um 27 Prozent und der Kraftstoffverbrauch (und damit die Kohlendioxidemissionen) um 15 Prozent.

Hoffmann Heiko

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