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Wismar Doppelt geschützt: Flächennaturdenkmale aus DDR-Zeiten
Mecklenburg Wismar Doppelt geschützt: Flächennaturdenkmale aus DDR-Zeiten
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00:00 31.03.2016

Bürokratische Hürden sollten ab- und nicht aufgebaut werden. So sehen das die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde in Grevesmühlen. Renate Hennings und Ralf Höpel wollen im Landkreis Nordwestmecklenburg ein Relikt des Naturschutzes entsorgen — den Schutzstatus des Flächennaturdenkmals. Dazu muss der Kreistag in einer der nächsten Sitzungen über die Aufhebung des veralteten Status entscheiden.

Das Kalkflachmoor bei Neu Degtow in Grevesmühlen. Quelle: OZ

In der aktuellen Rechtssprechung und dem geltenden Bundesnaturschutzgesetz sei der Status Flächennaturdenkmal (FND) nicht mehr vorhanden. „Trotzdem gibt es im Landkreis noch 54 Flächen, die als FND ausgewiesen sind“, sagt Sachgebietsleiter Ralf Höpel. Wenn niemand den Status aufhebe, bleibe er vermutlich noch lange erhalten.

Das Problem: Hilfreich ist die Kennzeichnung nicht. „Früher wurde den Anträgen auf Unterschutzstellung durch den Kreistag meist stattgegeben. Aber keiner hat die Gebiete in einer Karte verzeichnet oder genau beschrieben, was dort zu schützen ist“, sagt Höpel. Das erschwere die Arbeit der Behörde, die zum Beispiel regelmäßig den Zustand von Schutzgebieten überprüft. Dabei gehe es nicht nur um Flächen, auch Brutgebiete von Vögeln sind zwischen 1979 und 1990 mit dem Prädikat FND versehen worden. „Auch wenn es einen Verstoß gegen den Naturschutz im FND gibt, könnten wir das nicht so einfach ahnden“, sagt Renate Hennings. Ein Grund: Für die Kategorie gibt es keine geltenden Schutzverordnungen. „Außerdem kann man nicht sagen, ob es wirklich in dem Gebiet passiert ist oder ein paar Meter außerhalb“, so Hennings. Bei neuen Gesetzen und Schutztypen, wie Biosphärenreservaten oder Naturdenkmalen, sind alle Vorschriften klar geregelt.

Die Sachbearbeiterin hat alle 54 Flächennaturdenkmäler im Landkreis überprüft und herausgefunden, dass viele bereits durch einen anderen Status geschützt sind. Das FND Kalkflachmoor in Degtow beispielsweise ist Bestandteil des 66 Hektar großen Naturschutzgebietes im Südwesten von Grevesmühlen. Nach den in Neukloster als FND gekennzeichneten Trollblumen ist inzwischen ein eigenes Naturschutzgebiet benannt worden.

Nur drei Gebiete konnten die Experten nicht zuordnen. „Wir heben ja mit dem neuen Beschluss nicht die Schutzwürdigkeit an sich auf. Aber ein doppelter Status muss nicht sein“, so Höpel. Derzeit liegt der „Entwurf der Sammelverordnung zur Aufhebung der Unterschutzstellung von Flächennaturdenkmalen“ aus.

Von M. Wilk

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