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Wismar Dorfgemeinschaftshaus bleibt Zankapfel
Mecklenburg Wismar Dorfgemeinschaftshaus bleibt Zankapfel
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00:00 20.04.2013
Das alte Dorfgemeinschaftshaus in Metelsdorf soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Matthias Otto
Metelsdorf

Das neue Dorfgemeinschaftshaus, das in Metelsdorf gebaut werden soll, ist weiterhin umstritten. So befürchten Anwohner Lärmbelästigungen durch abendliche Veranstaltungen in dem geplanten Neubau. In der Gemeindevertretersitzung machte sich jetzt Jan Voß, der gemeinsam mit seiner Nachbarin Bärbel Mey daran teilnahm, Luft. Er beklagte, dass an der Südseite entgegen der ursprünglichen Planung nunmehr große Fenster sowie eine Terrassentür vorgesehen seien. „Die Fördermittel wurden für Bauunterlagen gewährt, die gar nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen“, kritisierte er. Deshalb hätten sich die Anwohner an den Bürgerbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewandt und behielten sich auch rechtliche Schritte vor.

Eckhard Rohde, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, machte darauf aufmerksam, dass Fördermittel grundsätzlich erst dann bewilligt würden, wenn ein Grundriss vorliege.

„Erst danach wird die Planung gemacht. Der Grundriss hat sich nicht geändert“, versicherte Rohde.

Voß kritisierte sowohl die aus seiner Sicht zu geringe Zahl von Autostellplätzen als auch die Pläne für ein Schallgutachten. „In der Baugenehmigung steht doch eindeutig drin, was erlaubt ist und was nicht“, argumentierte er. Das Gutachten habe seiner Ansicht nach den Zweck, „die Auflagen der Baugenehmigung auszuhebeln“.

Bürgermeisterin Hannelore Gantzkow (parteilos, CDU-Liste) informierte darüber, dass die Gemeinde das Gutachten für 3000 Euro auch schon erstellen lassen könne, wenn noch keine Veranstaltungen in dem Neubau stattfänden. „Man kann es anhand der Baustoffe errechnen“, fügte sie hinzu. Rohde ergänzte: „In der Baugenehmigung steht drin, dass Veranstaltungen so lange untersagt sind, bis das Gutachten vorliegt.“ Er verwies auch auf technische Möglichkeiten von Musikanlagen, deren Bass bei zunehmender Lautstärke automatisch heruntergefahren werde.

„Ein Dorfgemeinschaftshaus dient dem Erhalt und der Weiterentwicklung des traditionellen Dorfgemeinschaftslebens“, machte Ulrich Gilde (SPD) deutlich. „Hier sind alle Bürger gefordert, ihren Beitrag zu leisten.“ Der Leitende Verwaltungsbeamte ergänzte, dass Familienfeiern, die möglicherweise ebenfalls stattfänden, „eine untergeordnete Rolle“ bei der Nutzung spielten. Denkbar sei beispielsweise, dass ein Friseur oder ein Arzt in regelmäßigen Abständen den Ort aufsuche und im Dorfgemeinschaftshaus einen Raum vorfinde. Heike Schmidt (CDU) erklärte ebenfalls, das Haus „soll nicht nur für Feiern genutzt werden, sondern auch tagsüber“. Sie gab allerdings zu bedenken, dass die nunmehr vorgesehene Glas-Trennwand zwischen einem der Räume und dem Flur mit einem erhöhten Reinigungsaufwand verbunden sei. „Und wir stellen keine Putzfrau ein“, meinte die Abgeordnete. Nach Hinweis der Bürgermeisterin auf einen helleren Flur blieb dieses Ausstattungsdetail in der Liste der Änderungen zur bisherigen Planung enthalten.

Ulrike Oehlers

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