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Dringend gesucht: Azubis in Küche, Hotel und Restaurant

Wismar Dringend gesucht: Azubis in Küche, Hotel und Restaurant

Von 936 gemeldeten Lehrstellen in Nordwestmecklenburg sind 424 noch unbesetzt / Bei einigen Berufen hat sich bis jetzt kein einziger Bewerber gefunden

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Berufe in Hotel und Restaurant stehen bei Jugendlichen weit unten auf der Wunschliste. An der Spitze stehen Ausbildungen in Handel und Büro.

Wismar. 936 Ausbildungsplätze sind der Agentur für Arbeit in Nordwestmecklenburg gemeldet. Für diese Lehrstellen gibt es 848 Bewerber, rechnerisch also mehr als einen Ausbildungsplatz pro Schulabgänger. Doch 424 Stellen sind unbesetzt. „Schon lange war es für Jugendliche nicht mehr so leicht, eine Lehrstelle zu finden“, sagt Edgar Macke, Leiter der Wismarer Geschäftsstelle der Arbeitsagentur.

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Von 936 gemeldeten Lehrstellen in Nordwestmecklenburg sind 424 noch unbesetzt / Bei einigen Berufen hat sich bis jetzt kein einziger Bewerber gefunden

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Doch das ist Theorie. In der Praxis passen Wunsch und Realität oft nicht zusammen. So gab es 70 Interessenten bei 30 Lehrstellen zum Verkäufer/zur Verkäuferin. Allein in Wismar war das Verhältnis 49 Kandidaten zu 18 freien Plätzen. Kfz-Mechatroniker wollten 39 junge Nordwestmecklenburger, darunter 15 Wismarer, werden – bei insgesamt 16 Ausbildungsplätzen. „Berufe im Verkauf, in der Verwaltung, im Büro stehen ganz oben auf der Wunschliste der jungen Leute“, sagt Edgar Macke.

Weniger beliebt sind Jobs im Hotel- und Gaststättenbereich. Für die kreisweit 72 Ausbildungsplätze als Koch gab es nur elf Bewerber. Auf die 62 Lehrstellen zum Hotelfachmann bewarben sich 15 Interessenten, im Restaurant wollten sechs arbeiten – bei 53 Plätzen. Und für die Fachkraft im Gastgewerbe fand sich bei 26 Ausbildungsstellen kein einziger Bewerber.

„Fast 25 Prozent der uns gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätze liegen im Gastbereich“, erklärt der Leiter der Wismarer Agentur-Geschäftsstelle. Dass Restaurant-, Hotel- und Fachkräfte im Gastgewerbe weit unten auf der Wunschliste der Schulabsolventen stehen, führt Edgar Macke auch auf die Nähe zu Schleswig-Holstein zurück. „Solange man dort im HoGa-Bereich deutlich mehr verdient als bei uns, brauchen wir uns nicht zu wundern.“ Hiesige Betriebe könnten aber durch gute soziale Rahmenbedingungen punkten. „Denn die jungen Leute schauen nicht nur aufs Geld.“

Svenja Preuss, Inhaberin des Hotels Alter Speicher in Wismar, glaubt, eine leichte Trendwende auszumachen. „Ich kann da natürlich nur für unser Haus sprechen, aber ich habe den Eindruck, dass die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in unserem Bereich wieder steigt“, sagt die Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Ihr ist aber noch etwas anderes aufgefallen: „Es gibt immer mehr Last-Minute-Bewerbungen“, sagt sie. Obwohl das Ausbildungsjahr am 1. August begonnen habe, kämen immer noch Bewerbungen. „Heute beginnen die jungen Leute eben nicht mehr ein halbes Jahr vor dem Schulende mit der Suche“, hat Svenja Preuss festgestellt. Zum Monatsanfang haben drei junge Leute mit der Ausbildung angefangen, drei weitere könnten zum 1. September nachrücken, „wenn sie gut sind“, so die Hotelchefin.

Auch das Steigenberger Hotel „Stadt Hamburg“ sucht nach Lehrlingen. „Bis jetzt haben wir im Grunde nur zwei Azubis von anderen Hotels übernommen, die dort nicht zurechtkamen“, sagt Direktionsassistentin Katrin Senst. Zwar habe es viele Bewerbungen gegeben, „doch die meisten sind abgesprungen, vielleicht hatten sich einige ja auch noch anderswo beworben“, mutmaßt sie.

Dass Schulabgänger mehrere Bewerbungen schreiben, sogar bei Lehrstellen zusagen und dann doch nicht kommen, kennt auch Antje Lange, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg.

„Ich finde das unfair, weil sie eine Lehrstelle blockieren, für die es vielleicht jemanden mit mehr Interesse gegeben hätte.“ Bei Betrieben der Kreishandwerkerschaft sind derzeit 126 Lehrverträge unterschrieben. „Wir haben aber noch freie Ausbildungsplätze in allen Berufen“, sagt Antje Lange. Seit dieser Woche ist auch die Stelle für die passgenaue Vermittlung von Lehrlingen wieder besetzt.

„Sie hat sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt“, so die Geschäftsführerin.

Zum Beispiel werden Auszubildende im Bereich Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gesucht. 24 freie Lehrstellen gibt es in Nordwestmecklenburg und keinen Bewerber. Bis jetzt konnte sich auch kein Schulabgänger für einen der 16 Ausbildungsplätze als Fleischer begeistern. In Wismar heißt es zudem Fehlanzeige bei Lehrlingen für Tourismus- und Freizeitkaufmann, Maschinen- und Anlagenführer sowie Handelsfachwirt.

Sylvia Kartheuser

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