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Dritter Anlauf für das St.-Marien-Forum

Wismar Dritter Anlauf für das St.-Marien-Forum

Neues Konzept sieht Teilnutzung der Alten Schule sowie einen Skulpturen- und archäologischen Garten vor — Wismar bewirbt sich um Bundesmittel

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Wer den Film mit Bruno Backstein im Marienturm sieht, soll später direkt ins Freie gelangen können.

Wismar. Aller guten Dinge sind drei: Beim dritten Anlauf hofft die Stadt mit verändertem Konzept für das St.-Marien-Forum zum Zuge zu kommen. 50 Millionen Euro stellt der Bund in diesem Jahr für nationale Projekte des Städtebaus zur Verfügung. Wismar kalkuliert mit etwa 3,56 Millionen Euro. Bei 90-prozentiger Förderung müsste die Stadt 356000 Euro aufbringen. Bis zum 19. April muss die Projektidee eingereicht sein.

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Neues Konzept sieht Teilnutzung der Alten Schule sowie einen Skulpturen- und archäologischen Garten vor — Wismar bewirbt sich um Bundesmittel

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Vertreter der Stadt und des Unesco-Welterbebeirates sind zuversichtlich. „Wir sind zweimal nicht zum Zuge gekommen, haben aber große Hoffnung, dass es beim dritten Mal klappt. Das Projekt ist förderfähig, wir wurden im letzten Jahr ermuntert, uns erneut zu bewerben“, so Wolfgang Klaus von Sanierungsträger.

Tatsächlich haben das Architektenbüro Angelis und Partner sowie die Landschaftsarchitekten von Adolphi-Rose zusammen mit der Stadt ein Konzept vorgelegt, das neue Glanzpunkte verspricht.

Ein Hingucker wird das einstige Kirchenschiff. Dort sollen geborgene Grabplatten in den Seitenschiffen ausgestellt und so die Grundlage für den archäologischen Garten bilden. Das Mauerwerk der Kirchenschiffumfassung wird ohne Blech, sondern als reiner Mauerwerksabschluss mit zweiprozentigem Gefälle erfolgen. Über eine Bleifolie kommen zwei Steinreihen als Verschleißschicht.

Im Turm von St. Marien wird auch in Zukunft der 3-D-Film mit Bruno Backstein zu sehen sein. Als Clou ist geplant, dass Besucher nach Ende des Films in den Innenraum des früheren Kirchenschiffs gehen können.

Der Bereich des ehemaligen Friedhofes (jetzt Parkplatz) wird nach den Plänen zu einem Skulpturengarten mit Grünfläche, Plattenbelägen, Sträuchern, Sitzgelegenheiten, Lichtbändern und Kunstobjekten umgestaltet.

Die Reste der Alten Schule, jetzt unter einem hässlichen Kasten verborgen, werden aufgewertet. Das Keller- und Erdgeschoss werden für Ausstellungen zu den Themen Backsteinbaukunst und Geschichte der Alten Schule genutzt. Besucher werden durch eine filigrane Einhausung in die Alte Schule geführt — als Vorbild dient das Austrittshaus von St. Georgen. Dadurch sollen die Kellerwände von Außen sichtbar sein. Im Eingangsbereich wird es einen Kassen- und Informationsbereich geben, im Keller eine Toilette. Besucher werden im Erdgeschoss über eine Steg geführt und können von dort in den Kellerbereich blicken. Es ist ein Aufzug vorgesehen, die historische Treppe soll ebenfalls nutzbar sein. Als oberer Abschluss ist ein schlichtes Flachdach vorgesehen. Die Alte Schule wird nicht beheizt. Die Holzhäuschen vor St. Marien sollen verschwinden, die Funktion übernimmt teilweise die Alte Schule.

Die ehemaligen Kapellen, Maria zur Weiden (neben der Alten Schule) und Banzkowsche Sühnekapelle (Ecke St. Marienkirchhof/Negenchören), sollen schlicht als Fußspuren bzw. mit Materialwechsel in Erinnerung gerufen werden. Die vorhandenen Baumreihen werden im Bereich Negenchören und St. Marienkirchhof vervollständigt. Ein Ziel der Planung ist es, dass Besucher vom Welterbehaus in der Lübschen Straße barrierefrei zu St. Marien gelangen.

Teuer und darum nicht unwesentlich ist schließlich der letzte Abschnitt der Straßensanierung im Bereich St. Marienkirchhof, Johannisstraße und Schüttingstraße. An der jetzigen Verkehrsführung soll sich nichts ändern.

Der Entwurf ist mit dem Unesco- Sachverständigenbeirat der Hansestadt abgestimmt.

Von Heiko Hoffmann

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