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Drohanrufe: Anklage gegen 25-Jährige

In Düsseldorf Drohanrufe: Anklage gegen 25-Jährige

Eine junge Frau aus Grevesmühlen hat unter anderem den Flughafen Berlin-Tegel lahmgelegt

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Polizisten vor dem Flughafen in Berlin Tegel.

Quelle: dpa

In Düsseldorf. Hunderte Passagiere verpassten ihren Flug, die Polizei suchte mit Spürhunden das Flughafengelände in Berlin-Tegel ab. Am Ende fanden die Beamten nichts von der Bombe, die eine unbekannte Anruferin per Telefon angedroht hatte. Doch wenig später fanden Ermittler eine Spur zur Anruferin – eine 25-Jährige aus Grevesmühlen ist offenbar für die Sperrung des Berliner Flughafens im Juli dieses Jahres verantwortlich.

Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage erhoben gegen die mutmaßliche Anruferin, die bei den Behörden durchaus keine Unbekannte ist. „ In insgesamt sieben Anklagen wird der Angeschuldigten vorgeworfen, Straftaten vorgetäuscht, den öffentlichen Frieden durch Androhung von Straftaten gestört bzw. genötigt zu haben“, heißt es dazu von der Staatsanwaltschaft. Die 25-Jährige hatte in den vergangenen Monaten immer wieder die Polizei beschäftigt, anfangs war das Revier in Grevesmühlen Ziel der Anrufe, später weitete die junge Frau ihr Zielgebiet aus. Sogar per E-Mail verschickte sie Bombendrohungen an Bahnhöfe und Flughäfen. Eine Sperrung wie in Berlin-Tegel allerdings blieb die Ausnahme. Unklar ist allerdings nach wie vor das Motiv der mutmaßlichen Täterin. Aufgrund der Vielzahl der Taten hatten die Behörden – unter anderem der Landkreis und die Polizei – im Sommer die Notbremse gezogen. Die Frau war auf Antrag in die Psychiatrie eingewiesen worden, wo sie bis Ende August blieb. Wo sie sich derzeit aufhält, dazu gibt es aktuell keine Aussage. Laut Staatsanwaltschaft gibt es von Seiten der Justiz aktuell dazu keine Kenntnisse über den Aufenthalt der Angeklagten. Das Verfahren liegt nun beim Amtsgericht Wismar, einen Termin für eine mögliche Verhandlungen gibt es noch nicht.

Neben strafrechtlichen Konsequenzen drohen der 25-Jährige auch zivilrechtliche Forderungen. Denn durch die Sperrung des Flughafen sind erheblich Kosten entstanden. Die könnte der Betreiber des Flughafens bei der Verursacherin geltend machen. In der Regel warten die Geschädigten den Ausgang des Strafverfahrens ab, bevor sie zivilrechtliche Forderungen stellen.

207 000 Euro für Telefonscherz

ist im Jahr 2004 eine

29 Jahre alte Studentin vor einigen

Jahren wegen einer Bombendrohung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung

verurteilt worden. Die 29-Jährige hatte zuvor ein Geständnis vor dem Düsseldorfer Landgericht abgelegt. Sie erklärte dem Gericht, dass die Tat begangen habe, um nicht mit ihrem Freund in den Urlaub fliegen zu müssen. Der

entstandene Schaden wird auf über

eine Million Euro taxiert. 2007 sprach das Landgericht Düsseldorf in diesem Fall mehreren Behörden eine Entschädigung in Höhe von 207000 Euro zu. Zahlen muss die Summe die Studentin. Das Problem:

Die junge Frau verfügt nicht über dieses Geld.

Die Maschinenbau-Studentin

wird nach Einschätzung ihres Anwalts ein Leben an der Pfändungsfreigrenze

führen, denn eine Verbraucherinsolvenz ist bei vorsätzlich

begangenen Straftaten nicht möglich.

Michael Prochnow

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