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Düberg malte Bürgermeister Anton Haupt

Wismar Düberg malte Bürgermeister Anton Haupt

Der spätere Maler wurde am 19. März 1801 in Wismar geboren

Wismar. Am 19. März 1801 wird in Wismar am Markt der spätere Maler Carl Ernst Düberg als Sohn des „Nadlermeisters“ Johann Christian Düberg geboren. Die Familie stammt aus Stockholm. Von dort war Großvater Carl Friedrich Düberg 1732 nach Wismar gezogen. Er erhielt das Bürgerrecht. Auch er war ein „Stecknadelmacher“.

 

OZ-Bild

Das Gemälde von Wismars Bürgermeister Anton Haupt von 1841 wurde von Carl Ernst Düberg gemalt.

Quelle: Detlef Schmidt

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Carl Düberg wuchs mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Christian Düberg, dem späteren Advokaten, in Wismar auf. Die wirtschaftlichen Verhältnisse im damaligen Wismar waren alles andere als „rosig“.

Darunter hatte auch die Familie des Nadlermeisters Düberg zu leiden. Um 1800 hatte Wismar um die 6000 Einwohner, so viele wie im Gründungsjahrhundert der Stadt. Die Schweden hatten kein Interesse mehr an dieser Stadt und versuchten sie los zu werden. Hinzu kam der hohe Ein- und Ausfuhrzoll, die Akzise, die den Handel zusätzlich erschwerte. Kein Wunder, dass zeitgemäße Reiseberichte des Engländers Thomas Nuggent oder Wilhelm von Humboldt ein trauriges Bild von der alten Hansestadt aufzeichneten: „Es ist alles trostlos hier, die Häuser verfallen und auf den Straßen und Plätzen wächst Gras, darauf kein Verkehr“, lautete das vernichtende Urteil.

Trotz der wirtschaftlichen Zwänge und der Not in der Familie Düberg besaß der Nadlermeister ein gutes und hohes Ansehen, sodass er seinen Söhnen eine gute Ausbildung ermöglichen konnte. Der jüngste Sohn studierte Jura, der ältere Carl Düberg wurde zum „Stubenmaler“ Johann Meese in der Großschmiedestraße in die Lehre geschickt. Johann Meese war auch Bürgerworthalter in der Wismarer Bürgerschaft.

Vater Düberg hatte das Interesse seines Sohnes Carl am Künstlerischen entdeckt. Da war es schon besser, erst einmal etwas „Vernünftiges“ zu lernen. Nach der Absolvierung seiner Lehrzeit studierte er ab 14. Juni 1820 mit der Matrikelnummer 540 an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Als Hauptfach nahm er „Historienmalerei“. Stark beeinflusst haben ihn in dieser Zeit die „Nazarener“, deren Anhänger sich so nannten und eine Stilrichtung von Rom aus verbreiteten. Sie strebten die Erneuerung der Kunst im Geiste des Christentums und sahen hier insbesondere die alten italienischen und deutschen Meister als Vorbilder an. Sie beeinflussten die Kunst der gesamten Romantik.

Carl Düberg unternahm während seiner Studienzeit und im Anschluss daran Reisen nach Griechenland, Frankreich und Italien. In Rom hielt er sich lange auf und vervollkommnete seine Stilrichtung, da im damaligen Rom die „Nazarener“ ihren Ursprung hatten. Erst um 1830 kehrt er nach Wismar zurück und ließ sich als Porträtmaler nieder. Um diese Zeit begannen im November 1830 die Unruhen der Wismarer Bürger, beeinflusst durch die französische Julirevolution. Sein Bruder Christian ist einer der Wortführer. Carl Düberg hat gleich nach seiner Wismarer Rückkehr einen lukrativen Auftrag von Bürgermeister Anton Haupt zur künstlerischen Ausmalung des Audienz- oder Rathaussaales, des heutigen Bürgerschaftssaales, erhalten.

Doch kurz danach entzog Bürgermeister Haupt Carl Düberg den Auftrag für den Rathaussaal. In der Begründung hieß es, dass „er der Sache nicht förderlich diene“ und Stadtarchivar Dr. Friedrich Techen, der sehr stark konservativ eingestellt war, notierte noch 1929 über ihn, dass „er ein mit allen Schwächen eines Künstlers ausgestatteter Mann gewesen sei“. Tatsache ist, dass darauf der Advokat Christian Düberg eine richtige Brandschrift gegen den Rat und Anton Haupt mit 1200 Unterschriften verfasste und forderte, dass es eine Stadtverfassungsänderung zugunsten der Bürger und Stände geben müsse. Nach der Verhaftung Christian Dübergs und seiner Flucht aus Schwerin half Carl Düberg seinem jüngeren Bruder in Wismar. Christian Düberg ging ins Exil nach Straßburg, doch der Maler Carl Düberg blieb in Wismar. Er wurde zu einem der bedeutendsten Porträtmaler des 19. Jahrhunderts in Wismar. Die späteren Wismarer Maler Carl Canow und Theodor Martens waren seine Schüler. Carl Düberg schuf viele Porträts und Bilder mit religiösem Hintergrund. Im Schweriner Staatlichen Museum sind vier Werke zu sehen: „Ritter und Dame“, „Der ungläubige Thomas“, „Maria mit dem Christuskind in Landschaft“, „Inneres einer gotischen Kirche“. Darüber hinaus sind seine Werke im Königlich Bayerischen Gemälde-Saal zu München und Schleissheim ausgestellt sowie als Drucke in einigen Kunstbüchern.

Doch das wohl bekannteste Bild in Öl für Wismar schuf er mit dem Porträt von Bürgermeister Anton Haupt, das er 1842 nach dem Tod von Haupt fertigstellte und es dem Rat am 12. Juni 1842 übergab.

Seit der ersten frei gewählten Bürgerschaft vom 30. Mai 1990 hängt dieses Bild im alten Audienzsaal, dem heutigen Bürgerschaftssaal und schafft für den Maler Carl Düberg die richtige Anerkennung.

Carl Düberg verstarb am 1. September 1849 mit 48 Jahren unverheiratet in seiner Geburts- und Heimatstadt Wismar.

Was sonst noch passierte

19. März 1920: Sechs Wismarer Arbeiter werden Opfer des Kapp-Putsches.

21. März 1921: Die Reichswehr entwendet die Mitrailleuse.

22. März 1920: Beisetzung der Opfer des Kapp-Putsches. Die Errichtung des Ehrenmales auf dem Friedhof für die Opfer des Kapp-Putsches war am 2. April 1921. Umgestaltung der Gedenkstätte zu einem Ehrenmal und Einweihung am 2. April 1978.

24. März 1913 : Kauf der 1910 abgebrannten Hammerschen Cichorienfabrik in der Altwismarstraße 8 durch Gustav und Reinhard Braun. Als Lichtfilmtheater „Weltspiegel“ 1914 durch die Brüder Gustav und Reinhard Braun (ehemals Kinematograph-Institut, Spiegelberg 50) eröffnet. Kino bis 1995.

25. März 1909: Abbruch des letzten Restes der Stadtmauer.

25. März 1941: Gunter Pleuger wird in Wismar geboren. Er war von 2002 bis 2006 der ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York.

Von Detlef Schmidt

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