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Wismar „Durchgeknallt im Märchenwald“ feiert Premiere
Mecklenburg Wismar „Durchgeknallt im Märchenwald“ feiert Premiere
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00:00 17.12.2015
Als Handlager der bösen Fee verkauft Rumpelstilzchen (Florian) Medizin gegen die angebliche Niesgrippe NH701/2. Auch Dornröschen und ihr Prinz (Pauline und Julian) fallen auf den Trick rein. Fotos (4): Ina Schwarz
Wismar

Eigentlich verbringt Rumpelstilzchen seinen Tag mit Kräuterpflücken im Wald: Liebstöckel, Brunnenkresse — und fertigt daraus leckere Drops in gesunder Bio-Qualität. So mag es der König am liebsten. Aber die 13. Fee ist mächtig schlecht gelaunt. Um sich zu rächen, verwandelt sie den gesamten Märchenwald, der bald völlig Kopf steht.

„Auch ich werde verzaubert und bin schließlich der Handlanger der bösen Fee“, erzählt Florian Hoffmann. Er spielt in dem Stück das Rumpelstilzchen. Der 15-Jährige ist Schüler der 9. Klasse an der Ostsee-Schule in Wendorf. Dort feierte gestern das Weihnachtsstück „Durchgeknallt im Märchenwald“ Premiere. „Fast 90 Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse sind dabei“, freut sich Schuldirektorin Beate Brindle. Neben vielen Gästen wie Eltern, Großeltern, Geschwistern, Freunden und Vertretern der Stadt gehörte sie gestern zum Premierenpublikum.

„Es ist schon das sechste Stück, das wir zusammen mit unseren Schülern aufführen“, erzählt Birgit Kethur vor der Generalprobe. Die 44-Jährige unterrichtet Geschichte und Geografie, doch einmal im Jahr wird sie zur humorvollen Märchen-Autorin. Zusammen mit Musiklehrerin Jana von Spiczak (46) hat sie die Texte für das Stück erarbeitet. Sportlehrer Georg Jansen (30) , der selbst einmal als Profi getanzt hat, kümmert sich um die Choreografien in dem Stück. Im durchgeknallten Märchenwald wird nämlich gerockt und geschwebt und in allen Variationen musiziert. Ob Songs von der finnischen Metal-Band Nightwish oder von Rapper Sido, Andreas Bourani oder Ozzy Osbourne — es ist ein bunter musikalischer Mix, der gestern die Gäste begeisterte. „Die Schüler haben was drauf“, lobt Georg Jansen seine Truppen. Mal sind es Feen, die auf Spitzenschuhen über die Bühne schweben, dann wieder Pinguine, die übrigens Asyl bei Frau Holle beantragt haben, weil ihnen das Eis am Südpol wegschmilzt.

Die Proben zu dem fast zweistündigen Spektakel begannen im November mit einer intensiven Projektgruppe. Dort wurden auch die Kulissen gefertigt. Ein Casting fand bereits im Herbst statt. „Die Proben haben echt Spaß gemacht“, erzählt Tobias Möller. Der 13-Jährige stand schon im letzten Jahr auf der Bühne. Diesmal spielt er den Prinzen Tobias, der von räuberischen Zwergen einen üblen Zaubertrunk verabreicht bekommt. Das Schneewittchen wird von der 16-jährigen Niousha gespielt. Sie kommt aus dem Iran. „Die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund klappt bei uns prima“, erzählen Birgit Kethur und Georg Jansen. So kommt der „gestiefelte Kater“ aus Honduras. Er heißt Steven und ist 15 Jahre. Und Prinzessin Jasmin, die von der 18-jährigen Manijeh gespielt wird, kommt aus Afghanistan.

Mit viel Witz und Freude am Spiel ist das Stück „Durchgeknallt im Märchenwald“ inszeniert. Morgen um 17 Uhr wird es aufgrund der großen Nachfrage noch ein zweites Mal in der Sporthalle der Ostsee-Schule aufgeführt. „Wir haben auch Flyer im Wohngebiet verteilt“, so Birgit Kethur. „Wir freuen uns über viele Gäste.“ Zur Premiere gestern gab es ab 16 Uhr vor dem Essenhaus der Schule leckeren Kuchen, Kaffee und Punsch. „Ein schöner Höhepunkt für unsere Schule am Jahresende“, so Beate Brindle stolz und fröhlich.

Ich mag das Schauspielern sehr. Ich könnte mir sogar vorstellen, das auch später beruflich zu machen.“Florian Hoffmann (15), Ostsee-Schule Wendorf



Ina Schwarz

Jedeen Dach, wenn ik de Lokalsiet vun uns Ostsee-Zeitung upschlag, kiek ik tauierst up de Rubrik „Gesicht des Tages“.

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