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Wismar Egger forscht an wasserfestem Bodenbelag
Mecklenburg Wismar Egger forscht an wasserfestem Bodenbelag
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00:01 14.10.2017
Das Egger-Werk 2 am Haffeld mit der Produktion von feuchtigkeitsbeständigen Fußböden: Hans Bender (l., Innovationsmanager Fußböden), Maschinenführer Dirk Krüger und Ralf Bode, Projektleiter für das Forschungsprojekt von Fußböden in Feuchträumen. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann
Wismar

Holz quillt bei Feuchtigkeit auf und kommt daher in Bädern nicht zum Einsatz!? Dieses ungeschriebene Gesetz wollen die Egger Holzwerkstoffe Wismar aushebeln.

Die hochdichten Faserplatten sollen in Bädern zum Einsatz kommen

Derzeit forscht das Unternehmen an neuen HDF-Platten. Die hochdichten Faserplatten sollen auch in Feuchträumen wie Bädern zum Einsatz kommen. Ralf Lorber, Egger-Geschäftsführer Wismar: „Der Bedarf ist da, wir wollen dem Fliesenbereich Marktanteile abringen. Wir bleiben unserem Thema Holz treu, bringen aber eine ökologische Variante auf den Markt.“

Mit einem Designboden hat das Unternehmen bereits gute Erfahrungen gemacht. Dieser extrem feuchtigkeitsbeständige Belag, der vor allem für Hotels, Restaurants oder Supermärkte geeignet ist, wurde in diesem Jahr in den Markt eingeführt. Aktuell kommt die neue Kollektion mit 43 verschiedenen Dekoren heraus.

Nun also ein weiteres neues Produkt. Hans Bender, Innovationsmanager für Bodenböden bei Egger, spricht von der „Evolution des Holzfußbodens“.

Praxisnahes Problem

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beschäftigt sich mit einem praxisnahen Problem: In Verbindung mit Feuchtigkeit können Holzwerkstoffe aufquellen und dabei dauerhaft ihre Form verändern. Das soll mit den in Wismar neu entwickelten Platten geändert werden, um eine mögliche Alternative zu Fliesen zu produzieren.

„Das ist ein beispielhaftes Projekt für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern. Nach erfolgreicher Entwicklung und umfangreichen Laborversuchen soll am Ende ein marktfähiges Produkt entstehen“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Forschung wird gefördert

Das Ministerium unterstützt das Vorhaben mit rund 74 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 190000 Euro.

Egger produziert seit 1999 Holzwerkstoffe in Wismar. Neben Faserplatten unterschiedlicher Dichte gehören Laminatfußböden, Leim und Tränkharze zu den Produkten. Erst im Mai dieses Jahres war das zweite Werk auf dem Haffeld in Wismar eingeweiht worden. Rund 20 Millionen Euro wurden investiert.

Kein Aufquellen durch Wasser

„Ziel des neuen Projektes ist die Entwicklung neuer Platten, die sich unter anderem durch verbesserte Quelleigenschaften, eine erhöhte Biegefestigkeit und einen geringeren Formaldehydgehalt auszeichnen“, sagt Projektleiter Ralf Bode.

Bisher bestehen HDF-Platten aus Holzfasern, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen und so den Fußbodenbelag beschädigen können. Bode: „Die Herausforderung des Vorhabens besteht darin, Holzfasern in der Holzwerkstoffplatte vollständig vom Bindemittel zu umschließen und so den direkten Kontakt zwischen Wasser und Faser zu verhindern.“

Die Platten gewinnen an Stabilität, sie können insgesamt dünner gefertigt werden und erfüllen dennoch die gleichen Anforderungen. Bei der Herstellung von HDF-Platten werden diesen Bindemittel beigemischt, die für die nötige Elastizität und Biegefestigkeit sorgen. Hans Bender: „Wir dringen in einen Bereich vor, der sonst Fliesen vorbehalten war und schaffen mit unserer Angebotspalette eine Alternative zu PVC-Fußböden.“ Im Laufe des nächsten Jahres soll das Forschungsvorhaben umgesetzt werden, 2019 will Egger mit der Produktion starten. Maschinen und Anlagen gibt es dafür noch nicht, Geschäftsführer Ralf Lorber ist aber zuversichtlich, dass auch das geschafft wird.

Weltweit tätig

Egger ist ein weltweit agierendes Familienunternehmen mit Standorten in Europa, Russland, der Türkei und neuerdings in Argentinien. Im Aufbau befinden sich Werke in Polen und den USA.

18 Standorte mit rund 8200 Mitarbeitern hat das Unternehmen mit Sitz im österreichischen St. Johann. Seit 1961 produziert die Firma Schnittholz, Holzwerkstoffe und dekorative Oberflächen.

Das Werk in Wismar existiert seit 1999. Rund 900 Mitarbeiter, darunter 40 Lehrlinge, verarbeiten jährlich rund zwei Millionen Raummeter Holz.

Anfang 2016 hatte das Familienunternehmen das Gelände des ehemaligen Windkraftanlagenbauers Kenersys am Haffeld gekauft.

Mit der Eröffnung des zweiten Werks hat Egger auch die Forschung und Entwicklung von Fußböden komplett nach Wismar verlegt. Damit will das Unternehmen schneller auf Trends am Markt reagieren. Das Holz kommt größtenteils aus MV, Brandenburg und Niedersachsen.

Heiko Hoffmann

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