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Wismar Ehe für alle: Paare haben keine Eile
Mecklenburg Wismar Ehe für alle: Paare haben keine Eile
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10:00 28.02.2018

Die Ehe für alle war im vergangenen Jahr ein großes Thema – nicht nur medial, sondern auch für die Standesämter. Im Juli vom Bundestag beschlossen, kann sie seit dem 1. Oktober geschlossen werden. „Paare gleichen Geschlechts nutzten die Möglichkeit, ihre Lebenspartnerschaft in die Ehe für alle umzuwandeln, nicht in dem Maße, wie wir es erwartet haben“, berichtet Lisa Treumann, Leitende Standesbeamtin in Wismar. Lediglich fünf Paare – vier weibliche , ein männliches Paar und alle aus der Region – machten in den drei Monaten bis Jahresende von ihrem Recht Gebrauch. „Dabei ist die Umwandlung gebührenfrei“, betont Lisa Treumann.

Für die fünf Paare sei es eine Formalität gewesen. Die Eheschließung fand im kleinen Kreis statt. Der besondere Tag für sie, den sie auch als Hochzeitstag begehen wollen, sei der, an dem sie die Lebenspartnerschaft eingegangen sind. Die hatten bis zum 30. September 2017 zwei weibliche Paare in Wismar besiegeln lassen.

Zwei Frauen gingen Ehe ein

Die Ehe ging bisher ein gleichgeschlechtliches Liebespaar ein, ebenfalls zwei Frauen. Sie reisten dazu aus der Ferne an.

Für die Mitarbeiterinnen im Standesamt war mit der neuen Gesetzgebung ein holpriger Start verbunden. „Unsere Computer-Software musste verändert werden. Dieser Prozess ist noch immer nicht abgeschlossen. Wir erwarten in diesem Jahr ein Update“, erläutert die Leiterin. Nichtsdestotrotz konnten sie und ihre drei Kolleginnen die Eheschließung vornehmen und die Urkunde ausstellen.

Insgesamt gaben sich im vergangenen Jahr 279 Paare in Wismar das Ja-Wort, acht weniger als 2016 und zwei mehr als 2015. Die letzte Heirat fand zwischen Weihnachten und Neujahr statt.

September beliebt

Besonders beliebt als Hochzeitsmonat war der September. 50 Paare gingen den Bund fürs Leben ein. Im Juli fanden 40 Eheschließungen statt, gefolgt von Juni und August mit jeweils 34.

„Am schnellstens ausgebucht sind die Samstage. Aber die Freitage sind bei Paaren wohl noch beliebter, weil dann das Wochenende folgt“, informiert Lisa Treumann. Alle Hände voll zu tun hatten die Standesbeamtinnen am Freitag, dem 7.7.17. An diesem markanten Hochzeitsdatum ließen sich neun Paare trauen. „Damit sind unsere Kapazitäten erschöpft.“

Als ebenfalls von Liebenden bevorzugtes Heiratsdatum erwies sich der 8.9.17. Für die Brautleute war dieser Termin vielleicht nicht nur perfekt, weil er auf einen Freitag fiel. Möglicherweise war auch ausschlaggebend, dass acht plus neun 17 ergibt, was sich als Hochzeitsdatum gut merken lässt. „Auf jeden Fall war es in unserem Standesamt der beliebtester Freitag im September“, stellt Lisa Treumann fest. Den 17.7.17 nutzten nur zwei heiratswillige Paare, um sich trauen zu lassen. Es war ein Montag.

Von den insgesamt 279 Brautpaaren waren 127 Wismarer, das heißt beide Partner hatten ihren Hauptwohnsitz in der Stadt, 89 waren außerhalb von Nordwestmecklenburg zu Hause.

Zugpferd Hansestadt

„Die Eheschließung wird im Standesamt am Hauptwohnsitz eines Partners beantragt. Aber heiraten können Paare deutschlandweit“, erläutert Lisa Treumann. „Ein Paar, das zum Beispiel auf Poel Urlaub macht, möchte in Wismar heiraten. Die Wohnsitzgemeinde schickt uns dann die Anmeldung zu.“

Das Attribut Hanse-Stadt sei für viele Brautpaare ein Zugpferd, weil sie die Ostsee lieben. Zudem würden viele gebürtige Wismarer zum Heiraten in die Heimat kommen, weil hier Familie und Schulfreunde leben.

Schwedenfest: Am 18.8.18 keine Hochzeiten in Wismar

Während einige Standesämter im Land am 18. August bereits ausgebucht sind, haben Heiratswillige an diesem Sonnabend in Wismar keine Chance. Das besondere Hochzeitsdatum 18.8.18 fällt ausgerechnet mit dem Schwedenfest zusammen.

„An diesen Tagen nehmen wir seit Jahren keine Eheschließungen vor“, sagt Lisa Treumann, die leitende Standesbeamtin im Wismarer Rathaus. „Durch die Aktionen auf dem Marktplatz ist es einfach zu laut.“ Schwedische Traditionsvereine haben hier ihr Heerlager aufgeschlagen, es wird geritten und geschossen. Auch auf der Poeler Kogge „Wissemara“ als besonderer Trauort sind dann keine Eheschließungen möglich. Denn im Alten Hafen wird die Rückkehr Wismars von Schweden nach Mecklenburg ebenfalls gefeiert: mit Jahrmarkttrubel und musikalischen Bühnenprogrammen.

Ausweichen können die Brautpaare auch nicht auf die zweite Außenstelle des Wismarer Standesamtes auf Poel: das Inselmuseum in Kirchdorf. Hier finden laut Treumann im Sommer Trauungen am Mittwochvormittag statt. Am 18.8.18 seien zudem im Museum Veranstaltungen geplant.

„Wir bieten den Paaren alternative Termine für dieses Datum an“, teilt die Standesbeamtin mit. Sechs Reservierungen gebe es zum Beispiel für den 8.8.18 sowie sieben für den 6.7.18.

Freie Kapazitäten für den 18.8.18 haben indes die Standesämter im Wismarer Umland. Heidi Wendt und ihre Kolleginnen trauen Paare nicht nur in den Rathäusern von Neukloster und Warin, sondern auch im Schloss Hasenwinkel, im Gutshaus Jesendorf und im Bootshaus des Seehotels Nakenstorf. „Ohne Fahrerei zu diesen sehr schönen Trauorten könnten wir an diesem Tag vier Ehen schließen, ansonsten maximal drei“, informiert Heidi Wendt.

„Eine Hochzeit ist bei uns für mittags in Neuburg vorgemerkt“, berichtet Standesbeamtin Annemarie Grunau. „Zwei Paare könnten sich vorher noch trauen lassen.“ Beliebt zum Heiraten sei auch die Außenstelle Schloss Gamehl.

Drei Voranfragen liegen im Standesamt Dorf Mecklenburg vor. Ob diese Liebenden sich auch das Ja-Wort geben werden, steht noch nicht fest. „Ein halbes Jahr vorher, also ab Montag, den 19. Februar, können sie die Eheschließung beantragen“, erklärt Gabriele Mischke. Maximal vier sind in dem kleinen Standesamt am Sonnabend möglich.

Auf die gesetzliche Frist der Anmeldung verweist Heinz Erich Karallus im Standesamt Grevesmühlen. „Deshalb nehmen wir keine Vormerkungen oder Terminreservierungen vor.“

Das handhaben auch Lisa Meister und ihre zwei Vertreterinnen im Standesamt Klütz so. Der Grund dafür sind die besonders schönen Außentrauorte wie Schloss Bothmer, das Schlossgut Groß Schwansee und wegen des Ostseefeelings das Ferienresort Weiße Wiek. Deshalb rechnet die Standesbeamtin mit überaus vielen Anmeldungen zum 18.8.18. „Die ersten sind per Mail sofort nach null Uhr am 19. Februar da“, vermutet sie. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Am 18.8.18 sind aufgrund der Entfernungen maximal vier Eheschließungen möglich. „Wir haben jetzt schon Anfragen für 2019.“

696 Babys im Vorjahr geboren

Die Zahl der Geburten in der Hansestadt geht seit drei Jahren zurück. Mit 696 Babys kamen 2016 sieben Kinder weniger zur Welt als 2016 und 43 weniger als 2015. Das Standesamt Wismar beurkundete die Geburt von 396 Jungen und 300 Mädchen.

Die Eltern von 295 Neugeborenen sind in Wismar zu Hause, die von 321 kommen aus dem übrigen Landkreis und 80 sind von außerhalb. 89 Babys haben eine ausländische Mutter und/oder Vater.

Die meisten Eltern – 460 von ihnen – gaben ihrem Nachwuchs nur einen Vornamen. 212 der neuen Erdenbürger erhielten zwei Vornamen und 23 noch einen dritten.

In der Beliebtheit der Mädchennamen gibt es einen neuen Spitzenreiter. Seit 2014 nannten Eltern ihre Tochter am häufigsten Marie, im vergangenen Jahr erwies sich Ida am beliebtesten. Acht Mädchen erhielten diesen Namen. Auf Platz 2 der Beliebtheitsskala rangiert Emma, der siebenmal vergeben wurde, gefolgt von Charlotte (6-mal). Der beliebteste Zweitname ist übrigens Sophie.

In den Top 10 gibt es laut Standesbeamtin Lisa Treumann einige Neulinge im Vergleich zu den Vorjahren: Ella, Emilia und Tilda.

„Namen aus der Ur- und Großelterngeneration sind wieder im Kommen“, hat die 22-Jährige festgestellt. Das gelte auch für die Jungen wie Emil, Paul und Oskar. Spitzenreiter ist allerdings wie 2016 Ben, der 15-mal vergeben wurde, gefolgt von Jonas (11-mal), der zuvor Platz 3 belegte. Auf dem rangiert nun Emil (9-mal). In der Top 10 der beliebtesten Jungennamen befinden sich als Neulinge Noah, Louis und Pepe.

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