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Ehepaar aus Schimm saniert Wismarer Problem-Villa

Wismar Ehepaar aus Schimm saniert Wismarer Problem-Villa

Nach jahrelangem Leerstand wollen die Baufachleute das denkmalgeschützte Gebäude in der Bauhofstraße zum schmucken Wohn- und Geschäftshaus machen.

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Diese zwei gro�en Fenster im Erdgeschoss wie auch der Standheizk�rper sind aus denkmalpflegerischer Sicht erhaltenswert.

Wismar. Noch vor Jahresfrist wollen Diana und Jörn Gehde beginnen, die denkmalgeschützte Villa in der Bauhofstraße 1 instand zu setzen. Die neuen Eigentümer haben im Erdgeschoss Gewerberäume vorgesehen. In den beiden Obergeschossen sollen insgesamt sechs Wohnungen entstehen. Zuvor war das Haus seit 2003 im Besitz der Hellmonds-Stiftung, die es weiter verfallen ließ.

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Diese zwei gro�en Fenster im Erdgeschoss wie auch der Standheizk�rper sind aus denkmalpflegerischer Sicht erhaltenswert.

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„Es reizt uns persönlich, nach den vielen neuen Häusern, die wir gebaut haben, nun ein altes Gebäude zu sanieren“, sagen die Eheleute aus Schimm. Erfahrungen haben sie beim Umbau des früheren Amtsgebäudes in Bad Kleinen zu einer Seniorenwohnanlage gesammelt. Die Arbeiten wird vor allem die Gehde Bau GmbH seiner Frau, eine Hoch- und Tiefbaufirma, ausführen, berichtet Bauherr Jörn Gehde.

Außerdem will der 43-Jährige Firmen aus der Region beauftragen, mit denen er auch sonst zusammenarbeitet. „Zuverlässige Partner sind das A und O“, erklärt er. Geschäftsführerin Diana Gehde (42) übernimmt die Bauleitung.

„Wir werden jetzt einen Kreditantrag stellen und sind dabei, das Sanierungskonzept für die Denkmalpflege zu erarbeiten“, berichtet sie. Städtebaufördermittel würden sie laut Auskunft in der Stadtverwaltung nicht erhalten. Bis Juli will Jörn Gehde den Bauantrag einreichen.

Sie haben Glück, sagen die beiden Fachleute, das Haus ist trotz des langen Leerstands noch in einem guten Zustand. An der Fassade bröckelt zwar der Putz und Risse durchziehen das Mauerwerk, aber es sei keine Feuchtigkeit drin.

„Wir werden zwar jedes Fenster erneuern, aber die schlichte Fassade des Einzeldenkmals wird weitestgehend erhalten bleiben“, sagt Diana Gehde. Im Erdgeschoss gibt es zwei große Fenster mit Metallstreben. „Sie werden restauriert, aber wir werden neue Scheiben innen davorsetzen.“ Auch im Inneren weist das entkernte Gebäude einige Schmuckstücke auf, die wieder in neuem Glanz erstrahlen sollen: eine gut erhaltene Holztreppe, Holzverschalung im Hausflur, Fachwerkwände, große Standheizkörper, Innentüren mit Ornamenten, Parkettböden, Wandverkleidungen und farblich unterschiedlich gestaltete Wandabsätze. Lediglich die Hauseingangstür wird wohl nicht zu reparieren sein.

Eine weitere Besonderheit im Gebäude ist, dass die je 220 Quadratmeter großen Obergeschosse über drei Steigungen verfügen, die Räume sich also nicht auf einer Ebene befinden. Das hat einen gewissen Charme, ist aber zugleich eine Herausforderung, um den Grundriss zu gestalten.

Seit Jahren ist die markante Villa schräg gegenüber dem Polizeirevier und sozusagen am Tor zur Altstadt ein Schandfleck. Die Hellmonds-Stiftung hatte sie im Jahr 2003 für einen symbolischen Euro von der Stadt erworben. Ein Wachkoma-Haus sollte hier entstehen. Das Ehepaar Gehde, auf der Suche nach einem sanierungsbedürftigen Gebäude, bekam es im vergangenen Jahr von einem Wismarer Makler angeboten. „Am 29. Juni haben wir es erworben“, erzählen die gebürtigen Wismarer.

Wie auch das benachbarte Grundstück mit den beiden Bäumen, auf dem zurzeit Autos wild parken. „Wir wollen auf der Fläche Stellplätze für unsere Mieter einrichten“, kündigen die neuen Eigentümer an.

Interessenten und Anfragen sowohl für die Gewerberäume als auch für die Wohnungen gibt es bereits.

Villa des Wismarer Architekten Thormann

1864 baute sich Heinrich Thormann (1816-1890), Architekt unter anderem des ehemaligen Wismarer Theaters in der Mecklenburger Straße, die repräsentative Villa in unmittelbarer Nähe des früheren Altwismartores. Es war beste Lage mit freiem Blick in den Lindengarten.

1902 erwarb die Stadt das Gebäude von Thormanns Erben. Ein Eckflügel wurde abgerissen, um die Altwismarstraße zu verbreitern. 1903 zog das Offizierskasino für das zweite Bataillon des Großherzoglichen Füsilierregiments Nr. 90 ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Wismar keine Garnisonsstadt mehr, sodass die Villa verschiedenen Zwecken diente. Sie war unter anderem Speisesaal der Ingenieur-Akademie, Heeresstandortverwaltung und beherbergte teilweise auch Wohnungen.


Nach 1945 zog ein Teil des Finanzamtes ins Gebäude ein. Später nutzte der ehemalige Kreis Wismar bis 1994 die Villa für seine Verwaltung.

Haike Werfel

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Ein Ehepaar aus Schimm, einem Dorf bei Wismar, setzt die markante Villa Thormann instand.

Aus der „Villa Thormann“ in der Altstadt von Wismar soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.

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