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Wismar Gutshaus wieder ein Schmuckstück
Mecklenburg Wismar Gutshaus wieder ein Schmuckstück
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13:38 11.02.2019
Frank und Heidi Mooren vor dem Gutshaus in Hof Redentin. Quelle: Haike Werfel
Hof Redentin

Das Gutshaus in Hof Redentin erhält seinen alten Glanz zurück. Dafür sorgen Heidi und Frank Mooren. Die Eheleute aus Ennepetal im südlichen Ruhrgebiet haben das denkmalgeschützte Herrenhaus im Sommer 2016 gekauft. Nach fast zwei Jahren ist die Außenhülle saniert und im Erdgeschoss sind auf 400 Quadratmetern vier großzügige Ferienwohnungen entstanden. Zu Ostern können die ersten Gäste kommen.

Viele Jahre sei er auf der Suche nach einem Herrenhaus gewesen, erzählt Frank Mooren, Professor für Medizin. Er interessiere sich für Häuser mit Geschichte. Auf den Urlaubsreisen, die die vierköpfige Familie seit 2006 regelmäßig auf die Insel Rügen führten, sei ihm Mecklenburg aufgefallen. 2016 habe er das Gutshaus in Hof Redentin entdeckt. Obwohl nach 20 Jahren Leerstand ziemlich heruntergekommen, gefiel Frank Mooren das Gebäude. „Es hat ein gewisses Flair“, sagt seine Frau. Dazu die Ruhe und die Lage des Dorfes in Wassernähe einerseits und vor den Toren der Welt-Erbe-Stadt Wismar andererseits – es habe alles gepasst. „Wir sind Naturliebhaber, wohnen selbst sehr ruhig im Ländlichen und sind inzwischen Fans von der Ostsee“, erzählen die Eheleute.

Die Eheleute Heidi und Frank Mooren aus dem Ruhrgebiet haben das denkmalgeschützte Gutshaus in Hof Redentin bei Wismar saniert. Das Erdgeschoss ist fertig und bietet vier großzügige Ferienwohnungen.

Gebäude wurde um 1830/40 gebaut

Das Herrenhaus wurde etwa um 1830 oder 1840 gebaut und gegen 1920 renoviert. Zum Ende der DDR befanden sich im Erdgeschoss ein Laden der Bäuerlichen Handelsgesellschaft (BHG) und die Dorfkneipe, darüber gab es Wohnungen. Frank und Heidi Mooren möchten den Originalzustand des Gebäudes weitestgehend wiederherstellen. Ein aufwändiges Unterfangen, noch dazu, wenn die Bauherren 500 Kilometer entfernt leben.

Sie sind „froh und dankbar“, sagt Mooren, einen verlässlichen Ortskundigen als Verwalter gefunden zu haben. Wolfgang Drews wohnt in der Gemeinde Krusenhagen, zu der Hof Redentin als Ortsteil gehört. Er kennt sich mit Baumaterialien und hiesigen Handwerkerfirmen aus, außerdem legt er selbst gerne mit Hand an. „Ich bin froh, wenn ich was zu tun habe“, sagt der Ruheständler. So hat er unter anderem beim Entkernen des Hauses geholfen. „28 Container Bauschutt haben wir hier ein Jahr lang rausgeholt“, erzählt er.

Bausubstanz war in Ordnung

Auch die Bauherren selbst packen mit an, so manches Wochenende haben sie auf der Baustelle verbracht. „Ich will eine Beziehung zum Objekt haben“, erklärt Frank Mooren. „Die Farb- und Innenraumgestaltung haben wir selbst gemacht.“ Die weite Landschaft bis zur Wismarbucht, die sich beim Blick aus dem Fenster bietet, soll sich im Haus mit seinen großen und mehr als drei Meter hohen Räumen widerspiegeln.

Sie hätten Glück gehabt, sagt der 55-Jährige. Die Bausubstanz war grundsätzlich in Ordnung, bescheinigte ein Architekt. Das gesamte Gebälk konnten die neuen Eigentümer erhalten, lediglich einen Deckenbalken mussten sie ersetzen. Die alte Holztreppe haben sie ebenso aufarbeiten lassen wie die großen doppelflügeligen Holztüren. Auch zwei historische Doppel-Fenster mit einfacher Verglasung konnten gerettet werden. „Wir haben minimalste Änderungen vorgenommen“, sagt Frank Mooren.

Außenhülle denkmalgerecht saniert

Nicht ohne Stolz verweist er auf die denkmalgerecht hergestellte Außenhülle. „Wir haben uns an alten Fotos orientiert.“ Das Dach wurde wieder mit Biberschwänzen gedeckt und die Fledermausgauben wurden saniert. Kleine Gauben, die entfernt worden waren, hat das Ehepaar wieder einbauen lassen. Auch für Sprossenfenster, wie sie ursprünglich vorhanden waren, hat es sich entschieden. Mithilfe der Kreisdenkmalpflege konnten die Bauherren finanzielle Unterstützung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds erhalten, mit dem die EU die Entwicklung des ländlichen Raumes fördert. „Das Gutshaus prägt das Dorfbild, das war ausschlaggebend“, sagt Frank Mooren. „Es ist ein Schmuckstück geworden, auf das die Gemeinde stolz ist“, weiß Wolfgang Drews zu berichten. Sie habe sich sehr über den jahrelangen Schandfleck geärgert.

Zurzeit sind Sanitärfachleute mit der Einrichtung der Bäder beschäftigt. Sie erhalten freistehende Badewannen nach englischem Landhausstil. Bodenbeläge, unter anderem Jugendstilfliesen, sind noch zu verlegen. Auch Terrassen sollen angebaut und die Außenanlage vor dem Haus hergestellt werden. Hier entstehen acht Autostellplätze. Denn im Obergeschoss haben die Bauherren weitere vier Ferienwohnungen geplant. Das wollen sie allerdings erst später sanieren. „Wir haben die Genehmigung als Beherbergungsbetrieb mit acht Wohnungen“, sagt Frank Mooren. Er freut sich darauf, mit seiner Frau Herbergseltern für ihre Gäste zu sein: für Familien mit Kindern, Naturliebhaber und Ruhesuchende.

Haike Werfel

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