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Eier aus der Region schmecken Wismarern am besten

Wismar Eier aus der Region schmecken Wismarern am besten

Joachim Bienstein und Kerstin Wolff vom Hühnerhof Martensdorf versprechen gute Qualität ohne Biosiegel. Verbraucher fahren lieber zum Bauern ihres Vertrauens.

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Joachim Bienstein (46) f�ttert mit seiner Tochter Elisabeth (2) seine 220 H�hner. Er schw�rt auf seinen mobilen H�hnerstall. Fotos (5): Vanessa Kopp

Wismar. Freiland- oder Käfighaltung, Bio oder nicht? Der jüngste Lebensmittelskandal um falsch bezeichnete Bio-Eier sorgt für Diskussionen. „Als Verbraucher sollte man das bekommen, was auf der Packung steht“, sagt Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. „Ich finde es gut, dass der Eierschwindel aufgedeckt wurde, und hoffe, dass dadurch die Kontrollen schärfer werden.“ Zudem verlange sie, dass die Sanktionen bei einem Verstoß hoch angesetzt werden. „Am besten ist es, die Eier bei einem regionalen Bauern seines Vertrauens zu kaufen, doch das ist nicht immer leicht“, weiß Petra Böttcher. Im Landkreis gebe es wenige Bauern, die sich auf die Eierproduktion spezialisiert haben.

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Joachim Bienstein (46) f�ttert mit seiner Tochter Elisabeth (2) seine 220 H�hner. Er schw�rt auf seinen mobilen H�hnerstall. Fotos (5): Vanessa Kopp

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Joachim Bienstein und seine Frau Kerstin Wolff versprechen ihren Kunden erstklassige Eier. Ihre 220 Legehennen halten die beiden auf ihrem Hof in Martensdorf bei Metelsdorf in einem mobilen Hühnerstall. 24 Quadratmeter groß ist der bunt angemalte Stall und hat zwei Etagen. „Wir versetzen den Stall alle ein bis zwei Wochen“, erklärt Bienstein. „So haben unsere Hennen immer eine neue Auslauffläche und das Gras kann sich wieder regenerieren.“ Dadurch werde die Keimbildung, welche bei normaler Freilandhaltung entstehe, deutlich reduziert.

„Biologische Tierhaltung richtig gemacht finde ich toll, doch sobald Tiere im Großen gehalten werden, kann das nicht mehr umgesetzt werden“, ist sich der Landwirt sicher. „Dann geht der eigentliche Gedanke verloren.“ So waren er und seine Frau von dem Skandal um die falsch bezeichneten Bio-Eier nicht überrascht. „Wir wollen zeigen, dass Hühnerhaltung im kleinen Stil am besten geht“, sagt Bienstein. „Leider werden die großen Betriebe deutlich mehr gefördert.“

Der Großteil ihrer Kundschaft kommt aus Wismar und Umgebung. „Der Preis ist unseren Kunden nicht so wichtig wie die Qualität“, sagt Kerstin Wolff. Für 30 Cent verkaufen sie ihre Eier vom Hof — selbst einsammeln auf Wunsch inklusive. Claudia Kreuzwirt vom Bioladen Wismar kann diese Erfahrung bestätigen. „Wir holen unsere Eier von einem Geflügelhof in Gletzow bei Rehna. Diesen Betrieb kennen wir und legen den Kunden auch die Informationen beim Einkauf bei.“ In den letzten Wochen sei die Nachfrage nach der Herkunft der Eier gestiegen.

Stephanie Drenkhahn legt bei ihrem Sonntags-Ei Wert auf guten Geschmack. „Meine Eltern haben einen Bauernhof, sodass ich die Eier bei ihnen bekomme.“ Für das Backen oder Kochen sei ihr das jedoch nicht so wichtig. „Dafür reicht auch ein Ei aus dem Supermarkt“, so die 30-Jährige. Reinhard Warda überzeugt Regionalität. „Ich kaufe meine Eier schon jahrelang bei einem bekannten Bauern“, sagt Warda und fügt hinzu: „Die Biomarken im Supermarkt sind doch nur Lug und Trug.“ Marita Nehls hält ebenfalls nichts vom Bio-Siegel: „Wenn ich ein Bio-Produkt will, dann hole ich es mir aus meinem Garten“, sagt die Wismarerin. „Hühner habe ich allerdings keine.“

Was macht Eier bio?
1667 Quadratzentimeter (rund 41 mal 41 Zentimeter) Stallfläche braucht ein Huhn, um Eier mit Biosiegel zu produzieren. Das sind sechs Hühner pro Quadratmeter.

64 Prozent der deutschen Hühner leben in Bodenhaltung. Sieben Tiere können sich hier auf einem Quadratmeter frei bewegen. Bei der Freilandhaltung haben die Hühner zusätzlich noch eine Freifläche von mindestens vier Quadratmetern pro Huhn. Rund 13 Prozent der Hennen werden in Kleingruppenkäfigen gehalten. Seit Beginn des Jahres 2007 stehen in der Käfighaltung jedem Huhn mindestens 800 Quadratzentimeter Fläche zur Verfügung.

Vanessa Kopp

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