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Wismar In Wietow wächst ein Radkappen-Baum
Mecklenburg Wismar In Wietow wächst ein Radkappen-Baum
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14:56 09.10.2018
Das Kopfsteinpflaster in Richtung Wietow macht Autofahrern zu schaffen. Direkt neben der Fahrbahn wächst der "Radkappen-Baum" - und der trägt gut in diesem Jahr. Quelle: Peter Täufel
Wietow/Olgashof

Wer mit seinem Fahrzeug von der Kreisstraße 37 zwischen Dorf Mecklenburg und Hohen Viecheln Höhe Olgashof in Richtung Wietow abbiegt, fühlt sich blitzschnell in die 50-er/60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versetzt - eher noch früher. Die im Schritttempo über das stark verworfene Kopfsteinpflaster klappernden Pferdefuhrwerke sind noch förmlich hörbar - es scheint die beste Drehkulisse für eine Fortsetzung des DEFA-Klassikers „Wege übers Land“. Doch es ist keine Filmkulisse, keine Pferdefuhrwerke weit und breit zu sehen - im Gegenteil: Ein ums andere Fahrzeug, Pkw, Kleintransporter, Lkw und Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge nutzen den Abkürzer zur und von der Landestraße 102 zwischen Jesendorf und Lübow und weiter zum Gewerbegebiet Kritzow und der Bundesstraße 105.

Doch dieser Abkürzer fordert seinen Tribut. Etwa 200 Meter hinter dem Ortsausgang Wietow wächst direkt an der Fahrbahn ein „Radkappen-Baum“. Seit Monaten gedeiht er prächtig, trägt immer mehr Früchte in Form von Auto-Radkappen, die beim Befahren der unwegsamen Strecke abgefallen sind –so als wären es reife Früchte. Sieben graue Radkappen verschiedener Fahrzeugtypen hängen zurzeit in den Ästen – dazu ein kleines braunes Schild mit der Aufschrift „Felgenfrucht-Baum“. Und der wird weiter gedeihen, denn eine Erneuerung der Straße ist nach Aussage von Eckhard Rohde nicht geplant. „Es handelt sich um eine Kommunale Verbindungsstraße zwischen Olgashof in der Gemeinde Dorf Mecklenburg und Wietow, das zur Gemeinde Lübow gehört. Beide Gemeinden nutzen diese Straße kaum und haben daher keine Veranlassung, sie für den überörtlichen Verkehr instand zu setzen“, erklärt der Leitende Verwaltungsbeamte vom Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG.

Zumal die Erneuerung dieses etwa 1000 Meter langen Abschnitts nicht für ein Appel und ein Ei zu haben ist - allein ein nur wenige Meter langer Asphalt-Flicken, der vor einigen Jahren verbaut wurde, habe rund 35 000 Euro gekostet, ergänzt der Verwaltungschef. „Es reicht hier nicht, einfach eine Asphaltdecke drüber zu ziehen. Die muss von Grund auf neu gemacht werden“, betont Rohde. Außerdem brauchen die Gemeinden ihr Geld für wichtigere Dinge. „Allein die An- und Umbauarbeiten an der Lübower Schule werden um die eine Million Euro kosten“, zählt der Behördenleiter auf. Und dann sei da noch die Kostenbeteiligung der Anlieger, in diesem Fall sind es lediglich zwei Landwirte, deren Felder an die Straße grenzen. Ihnen sei eine Beteiligung an entsprechenden Straßenausbaugebühren im erwartbaren sechsstelligen Bereich kaum zu vermitteln.

So wird der „Felgenfrucht-Baum“ wohl weiter seine Früchte tragen. Und im nächsten Jahr vielleicht noch einige mehr.

Viele Gemeindestraßen sind gepflastert

Der Anteil der Pflasterflächen beläuft sich etwa in Deutschland im Bereich von Gemeindestraßen auf nahezu ein Viertel der befestigten Straßendecken.

Schon aus dem Altertum sind gepflasterte Innenräume, Straßen und Plätze von Babyloniern, Ägyptern und besonders aus dem Römischen Reich bekannt. Im Mittelalter ging der Pflasterbau besonders bei den Landstraßen zurück und nahm erst mit der Zunahme des Verkehrs im 19. Jahrhundert wieder zu, bis im 20. Jahrhundert vermehrt Asphaltstraßen gebaut wurden.

Ein besonderes Problem der Pflasterbeläge ist der erhöhte Geräuschpegel, der bei entsprechender Verkehrsbelastung durch Fahrzeuge verursacht wird. Dagegen stehen ökologische Vorteile, weil durch die Fugen Regenwasser versickern kann, diese atmungsaktiver und für das Straßenbegleitgrün vorteilhaft sind.

Peter Täufel

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