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Wismar „Ein Betreuungsplatz ist wie Goldstaub!“
Mecklenburg Wismar „Ein Betreuungsplatz ist wie Goldstaub!“
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00:01 19.04.2017
Antje Krause (31) aus Hornstorf beim Spielen mit ihrer Tochter Elena, für die sie noch keinen Krippenplatz hat. Quelle: Foto: Nicole Hollatz

Kitaplätze sind heiß begehrt. Wer sicher sein will, einen Platz in der Krippe oder Kita seiner Wahl zu bekommen, ist gut beraten, sich rechtzeitig zu kümmern. Im Zweifelsfall weit vor der Geburt des Nachwuchses.

Die Chance hatte Antje Krause aus Hornstorf nicht. Sie ist erst im August letzten Jahres wieder aus Bayern hierhergezogen. Mit dabei: die fast drei Jahre alte Amelie und die einjährige Elena.

Die Bürokauffrau würde gern wieder arbeiten, vor allen Dingen, um als Alleinerziehende endlich wieder selbst für ihre kleine Familie sorgen zu können. Aber: Für die Lütte hat sie noch keinen Krippenplatz. Und ohne Krippenplatz braucht sie sich nirgendwo zu bewerben. „Den Krippenplatz für die Große bekam ich dank Hilfe aus dem Amt recht schnell“, sagt Antje Krause, auch wenn sie in ihrer wohnortnahen Wunsch-Kita keinen Platz bekommen hat. Nun fährt sie die Große jeden Tag mit dem Auto nach Redentin. 10 bis 15 Minuten dauert die Fahrt. Für Elena könnte sie in der Kita um die Ecke im September oder Oktober einen Platz bekommen. „Mir wurde auch ein Platz in einer anderen Kita angeboten, aber das ist kaum zu schaffen in der Zeit, so viel umherzufahren“, gibt sie zu bedenken. „Ich bin froh über den Kindergartenplatz, wir sind sehr glücklich dort im Kindergarten“, spricht Antje Krause das aus, was am Ende zählt.

Lange Wartelisten haben die meisten Kitas in Wismar und der Region. „Dieses Jahr sind wir voll, wir haben ab September 2018 wieder freie Krippenplätze und erst ab Mitte 2018 freie Kapazitäten in der Kita“, erklärt Jaqueline Hoffmann von der Wismarer DRK-Kita „Am Holzhafen“. Ein ähnliches Bild beim Träger „felicitas“ mit den Kitas Hanseatenhus und Brummkreisel Wismar.

Geschäftsführerin Wibeke Mantei: „Die Anmeldelisten für die Krippe gehen bis weit ins Jahr 2018, wir müssen immer wieder mit Überbelegung arbeiten. Das, was wir eigentlich wollen, die kleineren Gruppen und den besseren Personalschlüssel in der Kindergartenbetreuung, können wir so nicht halten. Einen Betreuungsplatz zu haben, ist für die Eltern wie Goldstaub!“

Das Problem in Wismar, so heißt es aus der Stadtverwaltung, sind „die Einpendler“. Eltern, die im Wismarer Speckgürtel leben, aber in der Hansestadt arbeiten und ihre Kinder eher zur nächsten Kita oder Schule in der Stadt bringen als zur nächsten im Kreis.

„Die Eltern haben mit der Kreisgebietsreform die Wahlfreiheit“, erklärt Peter Fröhlich aus der Stadtverwaltung. Weiter: „Solange wir kreisfrei waren, hatten wir in den Satzungen stehen, dass die Wismarer Kinder Vorrang haben gegenüber denen der Einpendler.“ Das Ergebnis der Wahlfreiheit zeigt sich in den Zahlen: 217 „auswärtige Kinder“ werden in Wismarer Kitas betreut, bei einer Gesamtauslastung von 2499 Betreuungsplätzen. Anders: 71 Kinder aus Wismar besuchen im Landkreis eine Einrichtung.

Für Wismar, so die aktualisierten Prognosen, wird der Bedarf weiter steigen. Dazu sagt Fröhlich: „In dem Moment, wo wieder mehr Plätze zur Verfügung stehen, werden auch wieder mehr Einpendler die Möglichkeiten nutzen. Wir müssen auch die zukünftigen Werftarbeiter und die Angestellten in den Zulieferbetrieben, die sich hier ansiedeln mit ihren Familien, einplanen.“

Nicole Hollatz

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