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Ein Bus pro Stunde? Für das Phantechnikum zu dürftig

Wismar Ein Bus pro Stunde? Für das Phantechnikum zu dürftig

Technisches Landesmuseum bemängelt neuen Busfahrplan / Besonders Schulklassen werde die Anreise erschwert / Ebenso Kritik an der Lesbarkeit

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Das Phantechnikum an der Lübschen Burg ist seit einer Woche außerschulischer Lernstandort.

Quelle: Peter Preuß

Wismar. Sieben Minuten braucht die Buslinie 1 vom ZOB in Wismar bis zum Phantechnikum. Aber auch knapp zwei Stunden kann die Anfahrt dauern, wenn die Linie 1 schon weg ist. Nicht ganz abwegig, denn der Stadtbus zur Haltestelle Tierpark/Bürgerpark fährt einmal pro Stunde. „Viel zu selten!“, so die Meinung von Andrej Quade, Direktor des Technischen Landesmuseums.

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Technisches Landesmuseum bemängelt neuen Busfahrplan / Besonders Schulklassen werde die Anreise erschwert / Ebenso Kritik an der Lesbarkeit

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Seit vergangener Woche zählt das Museum als außerschulischer Bildungsstandort. „Doch für die Schulklassen wird die Erreichbarkeit unseres Museums deutlich erschwert“, so Quades Beobachtung. „Das passt nicht zusammen.“ Vor der Umstellung des Busfahrplans Anfang des Jahres fuhr die Linie A noch alle 30 Minuten die Haltestelle vor dem Museum an.

Ein Beispiel: Eine Schulklasse aus Rostock will den Unterricht im Phantechnikum um 10 Uhr besuchen. Die Regionalbahn aus Rostock kommt in Wismar um 9.15 Uhr an. Der nächste direkte Bus zum Phantechnikum fährt 9.55 Uhr. Andere Verbindungen zur Haltestelle Bürgerpark/Tierpark wären sinnlos, weil die Schulklasse dann bis zu einer Stunde und 56 Minuten unterwegs wäre. „Wenn man am Bahnhof eine Dreiviertelstunde auf den Bus warten muss, ist es für Gruppen oftmals nicht mehr möglich zu uns zu kommen, da das Verhältnis von Wegzeit zur Nutzzeit unmöglich wird“, so die Einschätzung von Museumspädagoge Tobias Serner.

Eine Lösung wäre, eine andere Linie zu nutzen, in der Lübschen Straße aussteigen und den Rest zu Fuß gehen. „Aber erklären Sie das mal einem Auswärtigen“, winkt Quade ab. Geschweige denn Menschen mit Behinderungen beziehungsweise älteren Besuchern.

Tobias Serner koordiniert den Unterricht mit den Schulklassen im Phantechnikum. Das stellt ihn oft vor Erklärungsnöte. „Nicht alle Busse der Linie 1 halten am Phantechnikum, einige fahren vorbei.

Dann fahren wiederum manche Busse nach Gägelow, andere nach Wendorf. Das kapiert kein Mensch, der nicht aus Wismar kommt. Wenn ich jetzt noch die Regionalbusse mit ins Spiel bringe, die auch alle zwei Stunden nutzbar wären, wüsste kaum noch einer, womit er fahren muss“, erläutert er das Problem. „Erstaunlich finde ich, dass an der Haltestelle Bürgerpark die Gruppenziele der Stadt hängen“, so Serners Beobachtung. „Wenn eine Klasse in Wismar einen Ausflug macht, dann wohl in den Tierpark, den Bürgerpark oder ins Phantechnikum. Alles Ziele, die durch die Stadt finanziert und unterstützt werden.“ Und ausgerechnet dafür werde die Anfahrt erschwert.

Marina Welsch vom Tierpark Wismar hat bisher noch keine negative Rückmeldung von Besuchern zu diesem Thema bekommen. „Der Busverkehr spielt bei uns allerdings auch eine untergeordnete Rolle“, sagt sie. Touristen würden mit dem eigenen Auto anreisen, viele Wismarer nutzen das Fahrrad und ältere Besucher lassen sich oft fahren. Ähnlich ist die Lage im städtischen Pflegeheim Lübsche Burg. Auch dort würden die meisten Besucher nicht mit dem Bus ankommen.

Das Problem mit der Anfahrtsbeschreibung kennt Marina Welsch jedoch zu gut: „Ich kann diesen Busfahrplan nicht lesen, geschweige denn jemandem erklären, wie er zu uns kommt“, gibt sie zu. „Und das geht nicht nur mir so. Für den Nutzer ist der Fahrplan absolut leserunfreundlich.“ So wollte sie beispielsweise auf der Internetseite des Tierparks erklären, welche Buslinien Besucher nutzen können.

„Bisher habe ich das noch nicht komplett herausgefunden“, sagt Marina Welsch. „Rufen beispielsweise Leiter von Kindergruppen aus dem Umkreis bei uns an, dann verweise ich sie immer an den ZOB in Wismar. Eine zufriedenstellende Antwort ist das nicht.“

Der Wunsch vom Phantechnikum nach einer höheren Frequentierung der Haltestelle ist der Nahbus GmbH bisher noch nicht bekannt. „Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass die stündliche Befahrung dieser Haltestelle ausreichend ist“, heißt es von Unternehmensseite. „Gern sind wir bereit, gemeinsam mit dem Phantechnikum mögliche Veränderungen in der Bedienung zu besprechen.“

Vanessa Kopp

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