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Wismar Ein Euro pro Tag und Parkplatz
Mecklenburg Wismar Ein Euro pro Tag und Parkplatz
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11:28 02.06.2017
Oliver Scherwinski findet einen Euro pro Tag legitim. Weil er aber täglich an der Turmstraße parkt, will er auf einen kostenlosen Parkplatz ausweichen. Quelle: Nicole Buchmann

„Seit wann gibt’s denn diesen Scheiß?! - Seit heute. - Na, toll!“ Der junge Mann ist wenig begeistert, als er den Parkscheinautomaten auf dem Sandparkplatz an der Turmstraße entdeckt. Bislang hat er kostenlos dort gestanden - er wohnt in der Altstadt.

Seit Donnerstag sind die 220 Stellplätze kostenpflichtig - 50 Cent je angefangene 30 Minuten oder ein Euro für den ganzen Tag. 70 000 Euro pro Jahr erhofft sich die Stadt an Einnahmen. Dass das Parken an der Turmstraße Geld kosten soll, hatte die Bürgerschaft im Februar beschlossen - im Rahmen der Umsetzung des Parkraumbewirtschaftungskonzeptes.

„Zu wenig kostenlose Parkplätze für Pendler“

Katharina Wolf hat unterdessen ein Ticket gezogen. „Wenn ich das aufs Jahr hochrechne, ist mir das zu teuer.“ Jeden Tag fährt sie aus Grevesmühlen nach Wismar zur Arbeit in die Altstadt. Nun will sie auf einen anderen Parkplatz ausweichen.

„Automat wechselt nicht.“ Für eine junge Frau kein Problem. In ihrem Portemonnaie hat sie ein extra Fach nur für Parkmünzen. „Für mich als Städter ist der eine Euro jetzt nicht schlimm - ich fahre ohnehin meist mit dem Fahrrad“, sagt sie. Aber für all' die Pendler gebe es einfach zu wenig kostenlose Parkplätze. „Und nun fallen die hier auch noch weg.“ Sie zeigt auf Schlaglöcher und eine riesige Pfütze. Trockene Füße nach dem Aussteigen hat dort nur, wer Gummistiefel anhat. „Das geht nicht.“

Einnahmen sollen Parkraum finanzieren

Oliver Scherwinski ist auch auf dem Weg zur Arbeit. Den Wagen hat er bislang auch immer an der Turmstraße abgestellt - wenn denn Platz war. „Ein Euro pro Tag ist legitim - aber das ganze Jahr über? Da werde ich mir auch etwas überlegen müssen“, sagt der 23-Jährige. „Irgendwoher muss die Stadt ja Geld kriegen“, sagt ein älterer Mann und zuckt mit den Schultern. „Wenn ich woanders hinfahre, muss ich auch bezahlen. Und oft noch viel mehr.“

Die Einnahmen aus dem Verkauf von Parktickets an der Turmstraße sollen laut Stadt in die Instandhaltung des Parkplatzes fließen sowie in den Bau des Parkhauses am Hafen und weiterer geplanter Stellflächen etwa am Bahnhof. Dass die Automaten kein Geld wechseln, begründet die Verwaltung damit, dass in den Automaten größere Mengen an Bargeld vorgehalten werden müssten. Aus Sicherheitsgründen werde die Möglichkeit vom Hersteller nicht angeboten. Bezahlt werden könne aber auch mit EC-Karte.

Im Hinblick auf die Schlaglöcher und Pfützen teilte die Stadt mit, dass die Sandparkplätze grundsätzlich zwei Mal im Jahr hergerichtet würden. „Bei Bedarf werden Schlaglöcher auch darüber hinaus verfüllt.“ Mit der Bewirtschaftung der Stellflächen an der Turmstraße sind nun die letzten kostenlosen Parkplätze unmittelbar am Altstadtring Vergangenheit. Kontrolliert wird dort aber erst nach Pfingsten.

Nicole Buchmann

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