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Wismar Ein Haus aus Stroh für die ganze Familie
Mecklenburg Wismar Ein Haus aus Stroh für die ganze Familie
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15:41 22.06.2018
Architekt Manuel Rex setzt auf traditionelle Bauweise. Dieses Einfamilienhaus ist aus Holz, Stroh und Lehm gebaut. Quelle: Nicole Buchmann
Wismar

Die Hausecke ist rund, die weiß verputzte Giebelwand leicht wellig. Rund 320 Strohballen hat Architekt Manuel Rex seit April vergangenen Jahres verbaut im tragenden Holzständerwerk. Getrockneten und gepressten Weizen und Roggen von Feldern unweit Wismars. Inzwischen sind die Bauherren eingezogen - eine Familie mit zwei Kindern.

Ein Haus mit Stroh und Lehm zu bauen, sei früher Gang und Gäbe gewesen, sagt Rex. Für ihn ist es das zwölfte. Beschäftigt hat sich der 42-Jährige damit schon während des Studiums. „Wir haben damals Bauweisen bilanziert, also berechnet, welche Baustoffe in Herstellung, Transport, Nutzen und Rückbau am ökologischsten sind“, erklärt Rex. Sie kamen auf Holz, Stroh und Lehm.

Wismarer Architekt setzt auf alte Bauweise

Gelernt hat Rex diese Bauweise dann in der Altmark und im Wendland. Noch seien es in Deutschland vorwiegend private Bauherren, die sich für ein Strohhaus entscheiden. Echtholz und Lehmputz auch im Inneren eines solchen Hauses mache es Vermietern bislang noch schwer, darauf zu setzen. „Schnell haut man mit einem Stuhl mal eine Kerbe in die Wand - da sind Eigentümer meist behutsamer als Mieter“, sagt Rex. Gleichwohl gebe es in Holland beispielsweise schon große Reihenhaussiedlungen in dieser Strohbauweise.

Entstanden sei diese Art von Häusern in den Vereinigten Staaten, erzählt Rex. Lohnarbeiter hätten sie sich als Unterkünfte errichtet. „Wiederentdeckt von der Hippie-Bewegung, schwappte das dann in den 90er Jahren nach Europa.“

Bauherren bauen selbst mit

Handarbeitsintensiv sei diese Bauweise. Das Holzständerwerk gibt das Raster für die Strohballen vor. Diese müssten stärker gepresst werden als herkömmliche, die nicht fürs Bauen verwendet werden. Hinzu komme der Lehmputz samt Schutzanstrich. Bislang hätten alle Bauherren an ihren Häusern mitgearbeitet. „Wir bieten ein Mitmach-Wochenende an. Freunde und Bekannte helfen dann meist auch, die Strohballen in das Raster zu bringen.“

Außen – als Kontrast zur weiß verputzten Lehmwand – eine abgebrannte Lärchenholzverkleidung. „Eine alte japanische Technik“, erklärt Rex. Das Holz werde abgebrannt, dann treten die Harze aus, erkalten und versiegeln die Oberfläche. „Das Material wird so doppelt so lange haltbar.“ Energetisch versorgt von einer Gasheizung, kombiniert mit einer Solaranlage auf dem Dach, sei ein solches Haus fast gleich im Preis wie ein Niedrigenergiehaus in Holzbauweise.

„Es braucht gebaute Beispiele, damit mehr Leute auf den Geschmack kommen“, glaubt Rex. Und auch deshalb wird er am Tag der Architektur Interessierte durch das Strohhaus führen. „Biologisch zu essen, ist heute normal. Ökologisch zu wohnen – das beginnt nun auch.“

Tag der Architektur in Nordwestmecklenburg

Unter dem Nachhaltigkeitsmotto „Architektur bleibt!“ können Interessierte am Sonnabend in Nordwestmecklenburg zwei Gebäude besichtigen: Strohballenhaus Niebergall, Zum Gutshaus 4a in 23968 Wismar - Führungen jeweils 11 und 14 Uhr

Dreiseitenhof Palingen, Hauptstraße 32 in 23923 Palingen - Besichtigung Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 16 Uhr, Führungen Samstag 11 Uhr, Sonntag 15 Uhr.

Nicole Buchmann

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