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Ein Leben für die Musik

Wismar Ein Leben für die Musik

Am Sonntag wird Eberhard Kienast, der 42 Jahre lang als Kantor tätig war, in Wismar verabschiedet

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Eberhard Kienast spielt an einem seiner Lieblingsinstrumente, der Orgel in der Neuen Kirche in Wismar.

Quelle: Norbert Wiaterek

Wismar. Mit Leidenschaft haut Eberhard Kienast in die Tasten, mit Eifer leitet er mehrere Chöre. Außerdem ist der Experte gefragt, wenn es um die Orgeln in den Kirchen in Wismar und der Umgebung geht. Am Sonntag, 26. Juni, wird der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Die Feier beginnt um 13.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Neuen Kirche am Wismarer Marienkirchplatz. Im Anschluss gibt es einen Empfang im Diakonie-Pflegeheim St. Martin an der Papenstraße, bei dem Kienast sicherlich viele Hände schütteln wird.

Es wäre schade, wenn diese Instru- mente dahinve- getieren und nur noch für Holzwürmer interessant sind.“Eberhard Kienast (65) über die vielen alten

Orgeln in der Region

Ein Leben für die Musik: Eberhard Kienast hat Spuren im Kirchenkreis hinterlassen. 42 Jahre lang, seit 1974, war der ehemalige Thomaner aus Aschersleben (Sachsen-Anhalt), der an der Staatlichen Hochschule für Musik in Leipzig Kirchenmusik studiert hatte und sich seit 1986 Kirchenmusikdirektor nennen darf, als Organist und Leiter der Kantorei bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien/St. Georgen in Wismar tätig. „Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Kantorei zu einem leistungsstarken, übergemeindlichen und auch interkonfessionellen Chor“, lobt Wolfgang Pollex, der an der Kantorei-Chronik arbeitet. Unter der Regie von Kienast wurden viele größere Werke aufgeführt. Höhepunkte waren zum Beispiel das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel, „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Kienast war für die musikalische Begleitung von Gottesdiensten und Andachten zuständig, er organisierte Konzerte, betreute Chöre und Gäste aus anderen Städten, leitete Konvente der haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmusiker in der Region, unterrichtete Organisten. Und er war für Orgelabnahmen und Visitationen in den Gemeinden verantwortlich, zuletzt in Hornstorf, wo er die Orgel in Augenschein nahm. Nicht zuletzt engagierte sich der Hansestädter im Kirchenmusikwerk der Mecklenburgischen Landeskirche, das er von 1992 bis 2008 leitete, und gab sein fundiertes Wissen auf diesem Wege auch an andere Chöre und Chorleiter weiter. Eine Aufzählung, die nicht vollständig ist. „Bei der Menge an Arbeit ging dies nie zulasten der Qualität“, lobt Pastor Thorsten Markert. „Mir fehlen schon jetzt die Vorspiele im Gottesdienst.“

Nicht nur Touristen schätzten es, wenn Eberhard Kienast in der Wismarer Nikolaikirche auf der Mende-Orgel spielte, deren Aufbau und spätere Sanierung der Kantor mit Fachwissen begleitete. „An diesem Instrument hängt viel Herzblut. Aber auch andere Orgeln sind fantastisch, etwa die in Friedrichshagen. Es ist lohnend, sich für die vielen alten und wertvollen Orgeln, die wir in der Region haben, einzusetzen, sie zu restaurieren und sie zu erhalten, in dem man auf ihnen spielt. Es wäre schade, wenn diese Instrumente dahinvegetieren und nur noch für Holzwürmer interessant sind“, so der beliebte Musikexperte.

Derzeit leitet der Kirchenmusikdirektor, der nach Möglichkeit jeden Tag auf der Orgel in der Neuen Kirche in Wismar übt, neben der Kantorei noch den Wendorfer Chor, unterstützt den Verein „Musik in der Kirche“ und engagiert sich in der Orgelstiftung. „Ich denke, die Wismarer Georgenkirche braucht eine Orgel, die dem Raum angemessen ist und für kirchliche Zwecke sowie Konzerte genutzt werden kann. Den großen Raum gut zu füllen verlangt ein großes Instrument. Eigentlich bietet sich der Platz an, wo die Orgel stand, bevor sie verbrannte“, äußert sich Eberhard Kienast zu einem strittigen Thema.

Ein Nachfolger für den Kantor ist gefunden. Bei einem Auswahlverfahren mit 23 Bewerbern hatte sich Christian Thadewald-Friedrich aus Weimar durchgesetzt. Da der 26-Jährige aber erst ab September die Kantorei leiten und ab Oktober voll einsteigen wird, ist sein Vorgänger bis dahin noch im Einsatz. Später möchte Eberhard Kienast gemeinsam mit seiner Frau Eva (69) – die Katechetin und Kirchenmusikerin ist seit 2012 im Ruhestand – mehr „zunächst in der Nähe“ verreisen und auch öfter seine beiden Töchter, die 39 und 40 Jahre alt sind, in Berlin besuchen.

Norbert Wiaterek

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