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Eine gute Tat in acht Minuten! Blutspender gesucht

Wismar Eine gute Tat in acht Minuten! Blutspender gesucht

In den Sommermonaten geben weniger Freiwillige ihren Lebenssaft / Genereller Rückgang im Landkreis Nordwestmecklenburg / Besonders junge Menschen fehlen

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Durchschnittlich kommen 50 Freiwillige pro Spendetermin ins Wismarer Hanse-Klinikum. Unter ihnen ist Astrid Bull.

Quelle: Fotos: Vanessa Kopp (2), Dpa (1)

Wismar. Helfen! Das ist der Grund, warum Astrid Bull seit ihrem 18. Lebensjahr regelmäßig Blut spendet. „Ich mache das aus purer Überzeugung“, erzählt die 59-Jährige. „Das ist eine gute Tat, die ich alle drei Monate erfüllen kann.“ Entspannt nimmt die Wismarerin auf einer der vier Liegen im Sana Hanse-Klinikum Platz, die Nadel wird gelegt und der kleine Knautschball in ihrer Hand gequetscht. Keine acht Minuten später ist die gute Tat vollbracht.

OZ-Bild

In den Sommermonaten geben weniger Freiwillige ihren Lebenssaft / Genereller Rückgang im Landkreis Nordwestmecklenburg / Besonders junge Menschen fehlen

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Blutspenden werden immer gebraucht – besonders aber in den Sommermonaten. „In der Zeit haben wir am wenigsten Spender und es kommt immer wieder zu Engpässen“, sagt Margitta Kunkel, Werbereferentin beim DRK-Blutspendedienst Schwerin. „Die Menschen sind im Urlaub, die Berufsschulen geschlossen und die Ablenkungen bei schönem Wetter zu groß.“ Ein weiteres Problem: Die immer strengeren Auswahlkriterien, wie die Höhe des Eisenwertes, vermehrte Reisetätigkeit und der Aufenthalt in bestimmten Urlaubsregionen, führen zu befristeten Rückstellungen der Spender. „Besonders die jungen Menschen fehlen uns“, betont Margitta Kunkel. Denn das Durchschnittsalter der Blutspender in Mecklenburg-Vorpommern liegt bei rund 47 Jahren und damit sechs Jahre über dem Bundesdurchschnitt.

„Unsere Blutspender sind die Generation 45 plus. Insbesondere die Altersgruppe Ende 30 ist relativ schwach vertreten“, berichtet sie. Die Gründe: der demografische Wandel, der Wegzug der Jugend und die Konkurrenz von Blutspendediensten, die den Spendern Geld bezahlen.

Im Jahr 2015 haben 3250 Freiwillige im Landkreis Nordwestmecklenburg ihr Blut dem Deutschen Roten Kreuz gespendet. In diesem Jahr waren es bisher knapp 2000, davon 124 Neuspender. Generell ist ein Rückgang erkennbar. „Vor rund zehn Jahren wurden aber auch noch viel mehr Blutkonserven benötigt“, erklärt Margitta Kunkel. „Die Operationstechniken haben sich in dieser Hinsicht sehr verbessert.“ Waren es damals noch 500 Blutkonserven pro Tag, die im Land gebraucht wurden, sind in es derzeit rund 350. „Im DRK-Krankenhaus Grevesmühlen wurden im Juni beispielsweise 86 Transfusionen gebraucht, im Juli waren es 103“, zählt Kunkel auf.

Hauptsächlich wird das Blut für die Behandlung Krebskranker gebraucht (knapp 20 Prozent), dann kommen die Patienten mit Herz- und Magen-Darm-Erkrankungen (16 Prozent). „Erst an dritter Stelle stehen die Patienten mit unfallbedingtem Blutverlust“, berichtet Margitta Kunkel. „Es folgen dann Erkrankungen von Leber und Niere, Geburtskomplikationen und Knochen- sowie Gelenkerkrankungen.“ Sollte ein ernsthafter Blut-Engpass im Landkreis bestehen, dann werde versucht, das Problem auf regionaler Ebene zu lösen. „Das heißt, dass wir in anderen Institutionen nachfragen. Es ist uns wichtig, dass das Blut unserer Spender auch in unserem Bundesland bleibt“, betont Margitta Kunkel, die bereits seit 22 Jahren für den Blutspendedienst tätig ist. Sollten dort auch keine passenden Konserven zu finden sein, dann werde auf Bundesebene gesucht.

Damit es gar nicht so weit kommen muss, gibt auch Simone Steinhagen regelmäßig ihr Blut. „Meine Schwester ist erkrankt und auf Hilfe angewiesen. Dadurch denkt man ganz anders“, erzählt die 39-Jährige, ebenfalls langjährige Spenderin. Nach rund acht Minuten hat auch sie ihren halben Liter abgegeben. Übrigens: Rhesus-negative Blutgruppen sind die gefragtesten, besonders Null negativ.

Informationen zum Spenden

Wer darf spenden? 18 Jahre alt und gesund sollten potenzielle Blutspender sein. Zudem müssen in Deutschland die Spender mehr als 50 Kilogramm wiegen. Männer können alle zwei Monate Blut spenden, Frauen alle drei Monate.

Das Rote Kreuz führt in Deutschland täglich mit mobilen Einsatzteams etwa 130 Spendetermine durch (also rund 15 000 Vollblutspenden), in Städten und in ländlichen Regionen.

Spendetermine im Landkreis: 31. August (15 bis 18.30 Uhr), Dassow; 9. September (15 bis 19 Uhr), Wismar; 18. September (11 bis 14 Uhr) Wismar; 20. September (15 bis 19 Uhr), Wismar; 25. Oktober (14 bis 18 Uhr), Grevesmühlen.

• Alle Termine und Infos unter www.drk-blutspende.de

Vanessa Kopp

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