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Einmal Luther aus dem Koffer

Wismar Einmal Luther aus dem Koffer

Kreismedienzentrum bietet 21 Unterrichtsmodule für Schulen über den großen Reformator

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Petra Glass (l.) und Sylvia Bruse vom Kreismedienzentrum mit dem „Luther-Koffer“ für Schulen. Er enthält 21 Module für Unterricht über und mit Martin Luther. Zum Beispiel Handpuppen zum Nachspielen seiner Fabeln oder ein Gerät, um neue Worte zu erfinden. FOTO: SYLVIA KARTHEUSER

Wismar. . Gewogen haben Sylvia Bruse und Petra Glass vom Kreismedienzentrum den „Luther-Koffer“ nicht. „Aber er ist ganz schön schwer“, haben beide festgestellt. Nun ja, immerhin enthält die silbrige Kiste mit dem Bild von Martin Luther auf dem Deckel 21 Module für den Schulunterricht. Ihr gemeinsamer Nenner ist der Reformator – aber auf ganz unterschiedliche Weise.

„Ausgerichtet ist der Koffer für die Klassenstufen 3 bis 7. Aber wir haben festgestellt, dass auch Elftklässler mit einigen Modulen richtig viel Spaß haben“, sagt die Leiterin des Kreismedienzentrums, Sylvia Bruse.

Der Koffer ist bis zum Rand vollgepackt. Handpuppen sind dabei, ein Holzpuzzle mit Worten, ein Memory-Spiel, eine Gänsefeder als Schreibgerät, ein Wachstäfelchen und ein seltsames Ding aus fünf Scheiben. „Das ist ein sogenannter ,Denkring’“, erklärt Petra Glass und fügt hinzu: „Der stammt nicht von Martin Luther, sondern wurde etwa 100 Jahre später von Georg Philipp Harsdörffer aus Nürnberg entwickelt.“ Der „Fünffache Denckring der Teutschen Sprache“ kam trotzdem in den Koffer, „einfach weil er mit Sprache und Kreativität zu tun hat“, sagt die Mitarbeiterin des Kreismedienzentrums.

Durch Drehen an den Ringen können 85 Millionen Worte, vor allem neue Worte gebildet werden. Worte, für die die Schüler eine Bedeutung finden müssen.

„Wenn man beispielsweise eine Bedeutung für das Wort ,Würselchen’ finden muss, ist das eine wunderbare Schule für die Fantasie“, sagt Sylvia Bruse. Und schließlich habe Luther bei seiner Übersetzung des Neuen Testaments auch neue Worte mit neuen Bedeutungen finden müssen, stellt sie die Verbindung zu dem „Denckring“ her. Damals wurde fast in jedem Dorf ein anderer Dialekt gesprochen. Unter solchen Voraussetzungen eine einheitliche Schriftsprache zu entwickeln, sei eine gewaltige Herausforderung gewesen. „Doch genau das hat Martin Luther getan“, so die Leiterin des Kreismedienzentrums.

Andere Module befassen sich mit der Musik zur Luther-Zeit, mit Schriftarten, dem Benehmen und den Tischsitten und immer wieder mit Sprache. Da ist zum Beispiel die Sprechwerkstatt, bei der geklärt wird, was einen guten Redner ausmacht oder anhand von Luther-Briefen wird aufgezeigt, wie sich Sprache im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Dazu gibt es auch ein kleines Wortpuzzle.

„Einige Schüler fanden es auch sehr spannend, einmal mit einer Feder und Tinte zu schreiben“, sagt Petra Glass. Dabei hätten sie festgestellt, wie lange es dauert, eine Seite fehlerfrei und ohne Kleckse zu beschreiben.

„Der Luther-Koffer ist für alle Schularten geeignet. Wir haben ihn in der Mosaikschule in Grevesmühlen vorgestellt, in der Kinder mit speziellem Förderbedarf unterrichtet werden, aber auch in einem Gymnasium. In beiden Fällen hatten die Kinder gleichviel Spaß“, sagt Sylvia Bruse. Es komme eben nur darauf an, die passenden Module auszuwählen.

Anders als andere Medien, wird der Luther-Koffer nicht verliehen. „Es gibt ihn nur zusammen mit einem von uns“, sagt die Leiterin des Kreismedienzentrums. Im Vorfeld werde mit dem Lehrer oder der Lehrerin das Projekt genau besprochen und welche Ziele erreicht werden sollen. „Wir können auch mehrere Module miteinander kombinieren, das Schöne an dem Koffer ist die große Bandbreite, die er bietet“, erklärt Mitarbeiterin Petra Glass.

Die Mitarbeiter des Kreismedienzentrums beraten die Schulen auch gern über mögliche Projekte oder Projekttage. Wer Interesse hat und mit dem Luther-Koffer arbeiten möchte, wendet sich ans Kreismedienzentrum Nordwestmecklenburg, Rehnaer Straße 51, in 23936 Grevesmühlen, beziehungsweise ruft die Zentrale unter 03881/710350 an, schickt ein Fax an die 03881/7589711 oder eine Email an info@kmz-nwm.de.

Aus dem Leben von Martin Luther

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben in Sachsen-Anhalt geboren und starb auch dort am 18. Februar 1546.

Von 1501 bis 1505 absolvierte Luther in Erfurt ein Grundstudium der Grammatik, Rhetorik, Logik und Metaphysik. Nach dem Abschluss mit der Promotion zum Magister.

Am 16. Juli 1505 trat Luther in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Im Februar 1507 wurde er zum Priester geweiht.

Zehn Jahre später geriet er wegen des Ablasshandels in heftigen Konflikt mit der katholischen Kirche. Er gipfelte in dem Anschlag der 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg am 31. Oktober 1517.

Am 3. Januar 1521 wurde er aus der Kirche ausgeschlossen. Am 26. Mai wurde durch das Wormser Edikt die „Reichsacht“ über Luther und seine Anhänger verhängt.

Bei Friedrich dem Weisen, dem Kurfürsten von Sachsen, fand Luther als „Junker Jörg“ auf der Wartburg Unterschlupf und übersetzte dort in zehn Monaten das Neue Testaments.

Die klaren, volkstümlichen Worte – man müsse „dem Volk aufs Maul schauen“ hat Martin Luther 1530 im „Sendbrief vom Dolmetschen“ ausgeführt – und die eindrückliche Tiefe der Übersetzung Luthers waren weg für die Bildung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. Ökumenisches Heiligenlexikon

Sylvia Kartheuser

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