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Eiserne Hochzeit in großer Familie

Wismar Eiserne Hochzeit in großer Familie

Früh gefreit: Anna und Heinrich Saß aus Wismar sind seit 65 Jahren verheiratet.

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Stießen gestern auf ihr außergewöhnliches Ehejubiläum an: Anna und Heinrich Saß sind seit 65 Jahren verheiratet.

Quelle: Haike Werfel

Wismar. Wie gestern schien die Sonne auch am 2. April vor 65 Jahren. Das wissen Anna (83) und Heinrich Saß (84) noch genau. Es war ein gutes Omen für ihre Ehe. Das Paar feierte gestern das Fest der eisernen Hochzeit.

Als einer der ersten Gratulanten kam gestern Morgen Bürgermeister Thomas Beyer zu den Jubilaren. Wie bereits vor fünf Jahren zur diamantenen Hochzeit überbrachte er auch zu diesem außergewöhnlichen Ehejubiläum einen Blumengruß und seine Glückwünsche sowie die des Bürgerschafts- und des Ministerpräsidenten samt Geldpräsent vom Land. „Ich wünsche Ihnen noch viele glückliche Jahre in Zufriedenheit und Harmonie“, sagte der Bürgermeister.

„Ich möchte neunzig werden“, verriet daraufhin Heinrich Saß. Dann würde der Bürgermeister das Paar noch zur steinernen (67½ Ehejahre) und zur Gnadenhochzeit (70 Jahre) beglückwünschen können. Das gestrige Jubiläum feierten Anna und Heinrich Saß mit ihrer großen Familie „wie immer auf dem Reiterhof in Zierow“, wie sie sagten. Dazu gehören ihre vier Töchter und ein Sohn, zehn Enkel und zwölf Urenkel. Von denen einer, Tristan aus Stralsund, gestern seinen dritten Geburtstag hatte. Auch Geschwister der Eheleute waren eingeladen. 40 Gäste ließen das Ehepaar hochleben, wie vor 65 Jahren.

Da hatte es einen Bus gechartert, mit dem die Hochzeitsgesellschaft zur Trauung in der Wismarer Nikolaikirche fuhr. Denn das Paar stammt aus Groß Stieten. Heinrich Saß ist hier geboren, die Familie von seiner Frau hatte sich hier niedergelassen. „Ich bin in Westfalen geboren. Mein Vater zog als Melkermeister durch die Lande“, erzählte Anna Saß.

In Groß Stieten arbeitete Heinrich Saß mit dem Pferd auf dem Acker und kutschierte einen Wagen. Dass er als Jugendlicher nicht noch in den Krieg musste, dafür hatte der Gutsbesitzer gesorgt. 1953 zog die junge Familie nach Wismar, in eine schöne Wohnung auf dem Gutshof in Wendorf. Heinrich Saß arbeitete in der Sauenaufzucht, sie in einer Gärtnerei und später als Putzfrau in der ErnstThälmann-Schule, der heutigen Ostsee-Schule. Seit Mitte der 1990er-Jahre leben die Eheleute in einem neu gebauten Mehrfamilienhaus am Zierower Weg, wo sie sich sehr wohlfühlen.

Noch heute sind beide Frühaufsteher, „wir sind es so gewohnt“, sagen sie. Nach dem Frühstück, zu dem sie die OSTSEE-ZEITUNG lesen, dreht Heinrich Saß seine Runde bei Wind und Wetter durchs Wohngebiet oder geht einkaufen. Derweil macht seine Frau klar Schiff in der Wohnung, auch wenn die Knie schmerzen, bewerkstelligt sie den Haushalt allein. Wie früher liest sie noch heute gerne und bäckt Kuchen.

Töchter, Enkel, Urenkel oder andere Verwandte, die in Wismar wohnen, erfreuen die Senioren mit regelmäßigen Besuchen. Auch eine Hausbewohnerin ist ein gern gesehener Gast.

Größere Reisen wie vor einigen Jahren unternehmen sie zwar nicht mehr, aber zum Verwandtenbesuch nach Heiligenhafen fahren sie noch gerne.

 



Haike Werfel

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