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Eltern sehen Schulweg mit den Augen ihrer Kinder

Wismar Eltern sehen Schulweg mit den Augen ihrer Kinder

Mitmach-Stationen für Erwachsene waren in der Markthalle in Wismar aufgebaut / Video der Veranstaltung wird im Internet veröffentlicht

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Blick in die Markthalle am Alten Hafen. „Lassen Sie Ihr Kind an den Scheinwerfer des parkenden Autos fassen und sich so langsam vortasten“, erklärte Maren Born (r.) den Gästen. Fotos (5): Nicole Hollatz

Wismar. Was sieht ein Schulanfänger, wenn er zwischen parkenden Autos die Straße überqueren soll? Nicht viel, mitunter nichts. Der heranpreschende Autofahrer würde das Kind erst bemerken, wenn es schon halb auf der Straße steht. Gefährlich spät. Das merkten die vielen Eltern, Kita-Erzieherinnen und -Erzieher, die am Montagabend der Einladung der Landesregierung, der Dekra und des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) an der Universität Potsdam folgten.

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Mitmach-Stationen für Erwachsene waren in der Markthalle in Wismar aufgebaut / Video der Veranstaltung wird im Internet veröffentlicht

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Und so erleben konnten, wie Kinder den Straßenverkehr und damit den Schulweg wahrnehmen. Auch Sozialministerin Birgit Hesse, Infrastrukturminister Christian Pegel, Landrätin Kerstin Weiss und Wismars Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack (alle SPD) gehörten zu den Gästen des Abends und probierten die verschiedenen Mitmach-Stationen aus.

In der Markthalle standen über dreieinhalb Meter große Automodelle, die die Erwachsenen auf Kindergröße „schrumpfen“ ließen. „Ab wann sehen Sie das vorbeifahrende Auto?“, fragte Maren Born vom Brandenburger Netzwerk für Verkehrssicherheit die Erwachsenen. „Spät“ oder „Welches Auto?“ waren Antworten. Maren Born verriet ihnen einen kindgerechten Trick, wie die Situation sicher zu meistern ist. „Legen Sie ihre Hand auf den Scheinwerfer des parkenden Autos, sagen Sie ,Hallo Auto‘ — das merken sich die Kinder. Und gucken Sie dann auf vorbeifahrende Autos.“ So könne man sicherstellen, dass die Kinder zum Gucken nicht zu weit auf die Straße rennen. Die Erwachsenen probierten es aus und lernten im folgenden Vortrag, dass dieses „Hallo Auto“ ein kindgerechter Trick ist, um solch ein Verhalten im Straßenverkehr zu festigen.

Denn vieles, was Schulanfänger auf dem selbstständigen Schulweg können müssten, können sie noch gar nicht. Weil sie noch anderes hören als Erwachsene, anders die Umwelt wahrnehmen und der Erfahrungshorizont noch ein anderer ist. „Der öffentliche Straßenverkehr ist mit seinen Regeln und Zwecksetzungen an die Bedürfnisse von Erwachsenen angepasst, er ist kein kindlicher Lebensraum“, erklärte Prof. Dr. Dietmar Sturzbecher, Direktor des IFK, den Gästen. Höchst interessant legte er anhand der Forschungen zur kindlichen Entwicklungspsychologie dar, wie man an die Verkehrserziehung herangehen müsse. Er warnte auch vor der „Überbehütung“ — mit dem Auto bis zur Schule: „Kinder brauchen die Erfahrung, einen sicheren Schulweg kann man nur mit einem selbstständigen Schulweg lernen.“

Aber: „Kinder sind erst mit acht bis zehn Jahren als Fußgänger und mit 12 bis 14 Jahren als Radfahrer den Anforderungen des Straßenverkehrs gewachsen.“ Vorher helfe nur kindgerechte Vorbereitung, sprich Verkehrserziehung von Eltern, Großeltern und natürlich in der Kita.

Stichwort Radfahren. In der Markthalle konnten die Erwachsenen ein präpariertes Fahrrad ausprobieren, das sie auf einmal mit den Problemen kämpfen ließ, die Kinder dabei haben. Gleichgewicht, anfahren, lenken. „Ach du Schei . . .“, kommentierte Nadine Schmidt, Erzieherin im Hort in Cambs, lachend, als sie fast umfiel. Das Erzieherinnen-Team nutzte die Chance auf Weiterbildung gerne. „Es ist unmöglich, sich dann noch auf den Verkehr zu konzentrieren“, fasste Nadine Schmidt zusammen. Der Vortrag und auch das Spiel, das Eltern zur Vorbereitung auf den Schulweg nutzen können und sollten, ist im Internet abrufbar (www.ifk-potsdam.de/ oder www.schulweg-mv.de). Hinzukommt in den nächsten Tagen das Video des Vortrags in Wismar.

Von Nicole Hollatz

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