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Wismar Entwarnung: Keine Zerkarien im Badeteich
Mecklenburg Wismar Entwarnung: Keine Zerkarien im Badeteich
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04:17 12.07.2013

Schönberg — Mit mehr als 30 Grad begannen vor knapp drei Wochen die Sommerferien und viele Kinder planschten im Schönberger Badeteich. Einige klagten danach über juckende Pusteln — offenbar eine Reaktion auf Zerkarien, kleine Saugwurmlarven (die OZ berichtete). Sie gebe es immer in unterschiedlichen Konzentrationen, hatte Michael Heinze, Vorsitzender des Badeteichvereins, erklärt. Das Gesundheitsamt des Kreises konnte kurz nach den Beschwerden jedoch keine Parasiten mehr nachweisen. Die OZ sprach mit Gesundheitsinspektor Björn Gülker.

OSTSEE-ZEITUNG: Im Badeteich in Schönberg gibt es erneut Beschwerden über Zerkarien. Was kann man gegen Zerkarien machen?

Björn Gülker: Ein Absammeln von Schnecken, welche Zwischenwirte für die Zerkarien sind, ist eine Möglichkeit, diese zu reduzieren. Auch durch Zugabe von Frischwasser kann die Zerkarienpopulation verringert werden, da diese erst bei erhöhter Wassertemperatur den Zwischenwirt Schnecke verlassen.

OZ: Wann wurden zuletzt Wasserproben am Badeteich entnommen und welche Ergebnisse gab es?

Gülker: Die Wasserproben wurden am 3. Juli (ca. anderthalb Wochen nach den Beschwerden, Anm. d. Red.) aus dem Schwimmerbecken und aus der Uferzone des Nichtschwimmerbereiches gezogen.

Beide Proben wurden am 4. Juli im Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (Lagus MV) membranfiltriert und mikroskopisch betrachtet. Zerkarien konnten nicht nachgewiesen werden.

OZ: Sind Zerkarien gesundheitsgefährdend?

Gülker: Außer dem lästigen, bisweilen unerträglichen Juckreiz und den damit durch vermehrtes Kratzen möglichen Sekundärinfektionen sind keine ernsten gesundheitlichen Folgen zu befürchten.

OZ: Was sollte man nach dem Baden machen , wenn man von Zerkarien betroffen ist?

Gülker: Das Kratzen an den betroffenen Hautstellen sollte unterlassen werden, um die Bildung von Sekundärinfektionen zu verhindern.

OZ: Was genau verursachen die kleinen Tierchen?

Gülker: Beim Baden können sich die Zerkarien in die Haut des Menschen einbohren und etwa drei bis acht Millimeter große, stark juckende Quaddeln verursachen. Da es sich beim Menschen um einen sogenannten Fehlwirt für die Zerkarien handelt, werden sie bereits im Unterhautbindegewebe abgetötet.

OZ: Was sind wirksame Maßnahmen gegen Zerkarien?

Gülker: Eincremen vor dem Baden, danach Badesachen ablegen, abduschen und gründlich abtrocknen.

OZ: Woran liegt es, dass Zerkarien auftreten?

Gülker: Das Auftreten von Zerkarien steht vermutlich mit den erhöhten Temperaturen und dem Eintrag von Entenkot in Verbindung. Ein Zusammenhang zwischen Größe des Gewässers und einem Auftreten von Zerkariendermatitis ist bisher nicht bekannt.

OZ: Gibt es andere Gewässer im Kreis, wo es Probleme mit Zerkarien gibt?

Gülker: Nein, es sind keine anderen Gewässer bekannt, bei denen es zu Problemen mit Zerkarien gekommen ist. Aber grundsätzlich ist das Vorkommen von Zerkarien bei ungünstigen Bedingungen in allen Gewässern möglich.

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