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Wismar Erste Bewohner ziehen in Pflege-WG
Mecklenburg Wismar Erste Bewohner ziehen in Pflege-WG
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07:22 13.07.2017
Richard Simm, Geschäftsführer beim Pflegedienst Karin Hameyer, und Dagmar Broy, Leiterin der städtischen Pflegeheime, in der Küche der neuen Pflege-Wohngemeinschaft am Friedenshof. Quelle: Fotos: Michaela Krohn, Privat
Wismar

Neun Zimmer und eine gemeinsame Wohnküche – Wohngemeinschaften (kurz WG) sind in der Hansestadt inzwischen nicht mehr nur bei Studenten beliebt, sondern auch bei Senioren. Im neu gebauten Pflegeheim in der Störtebekerstraße ziehen in diesen Tagen die ersten Bewohner in die gemeinsame Wohnung ein.

In dem neu gebauten Pflegeheim am Friedenshof in der Wismarer Störtebeker Straße sind die ersten Bewohner auch in eine Pflege-Wohngemeinschaft gezogen. Die Senioren teilen sich dort unter anderem Küche und Gemeinschaftsraum. Das gemeinsame Wohnen soll auch Kontakt zu anderen Menschen erzeugen.

In der WG gelte laut Richard Simm das Selbstverwalter-Prinzip. Die Geschäftsführerin des Pflegedienstes, Karin Hameyer, sagt: „Wichtig ist es, dass sich die Bewohner aktiv in die Gemeinschaft einbringen können.“ Gemeint ist damit: gemeinsames Einkaufen, Singen, Gymnastik und Ähnliches.

Zwei Zimmer sind bereits vermietet, sieben noch frei. Jedes Zimmer – sie sind zwischen 24 und 29 Quadratmeter groß – verfügt über ein eigenes Bad. Zwei von ihnen sind rollstuhlgerecht ausgestattet. Insgesamt hat jeder Bewohner eine anteilige Wohnfläche von 40 bis 46 Quadratmetern zur Verfügung. Im Hauswirtschaftsraum stehen zwei Waschmaschinen und Trockner für die Hausbewohner bereit. Auch Lagerräume sind vorhanden. Das Mittagessen für die Bewohner kommt von den städtischen Pflegeheimen. Frühstück, Kaffee und Abendessen sollen sie jedoch allein in der Gemeinschaftsküche zubereiten, die gesellschaftlicher Mittelpunkt der Senioren-Wohngemeinschaft sein soll.

Die Pflege-WG ist eine Kooperation der städtischen Pflegeheime und des Pflegedienstes Karin Hameyer. Das Gebäude in der Störtebekerstraße ist nach 14 Monaten Bauzeit gerade fertig geworden (die OZ berichtete). In dem Komplex, in den die Hansestadt rund 3,3 Millionen Euro investiert hat, gibt es zudem 20 weitere Wohnungen.

„Die ,Eröffnung’ der WG sei nun der zweite Schritt, um Leben in das Haus zu bringen“, sagt Dagmar Broy, Betriebsleiterin der städtischen Pflegeheime. Generell sei der Bedarf an barrierefreien Wohnungen groß in Wismar. „Wir brauchen dringend mehr Wohnungen, die extra für Senioren ausgestattet sind“, betont Dagmar Broy. Für viele Bewohner stelle sich mit dem Bezug eines altersgerechten Appartements auch mehr Lebensqualität ein, weiß die Expertin. „Sie werden durch Barrierefreiheit wieder mobiler, können sich in ihrer eigenen Wohnung und der Umgebung freier bewegen“, sagt die Betriebsleiterin.

Die Pflege-WG in der Störtebekerstraße ist bereits die dritte in der Hansestadt. Es gibt weitere in der Großschmiedestraße und in Wismar-Wendorf.

Mehr Senioren in Wismar

Mehr als 25 Prozent von Wismars Gesamtbevölkerung sind Senioren im Alter ab 65 Jahre. Das ergab ein sogenanntes Monitoring der Hansestadt von vor zwei Jahren. Demnach ist der Anteil der älteren Menschen seit 2001 stetig gestiegen. Etwa 11000 sind es in Wismar insgesamt.

Die meisten Senioren leben im Stadtteil Wendorf. Sie machen dort etwa 35 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Auch in Wismar West leben prozentual gesehen fast so viele ältere Menschen wie in Wendorf. In der Altstadt leben mit einem Wert von nur knapp 11 Prozent die verhältnismäßig wenigsten Senioren.

Michaela Krohn

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