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Erste Bürgerstiftung für Wismarer

Wismar Erste Bürgerstiftung für Wismarer

Die Hansestadt nahm in den neuen Bundesländern eine Vorreiterrolle ein – Stiftungen gab es auch früher

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Die Bürgerstiftung der Hansestadt verteilte Ende Juni 12 950 Euro an Vertreter von 15 Vereinen, Institutionen und Verbänden.

Quelle: N. Wiaterek

Wismar. Am 10. September 1998 erhielt die „Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar“ vom Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern die Genehmigung für das Stiftungsgeschäft.

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Die Hansestadt nahm in den neuen Bundesländern eine Vorreiterrolle ein – Stiftungen gab es auch früher

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Nicht immer reichen kommunale finanzielle Mittel aus, um soziale Bereiche zu unterstützen. Das war der Grund, eine Bürgerstiftung ins Leben zu rufen.

Die Bürgerstiftung der Hansestadt ist eine rechtsfähige gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts zur Förderung sozialer, kultureller und sportlicher Belange. Die Stiftung wurde am 16. August 1998 von 84 Stiftern und einem Stiftungskapital von 267294,11 D-Mark als erste Bürgerstiftung in den neuen Bundesländern gegründet.

Durch die Bürgerstiftung Wismar werden ausschließlich Projekte und Maßnahmen begleitet und finanziell unterstützt, die im Interesse der Hansestadt und ihrer Bürger liegen. Somit ist sie eine echte Bürgerstiftung, die von Bürgern getragen wird und für Bürger arbeitet. Alle Tätigkeiten in und für die Stiftung werden ehrenamtlich geleistet. Jährlich erhalten viele Vereine, Organisationen oder auch Einzelpersonen aus der Stadt Zuwendungen, die aus den jährlichen Zinserträgen des Stiftungskapitals gewonnen wurden. Über 700 Zustifter sind seit der Gründung hinzugekommen. Stiftungen haben in Wismar eine jahrhundertealte Tradition und sind Ausdruck eines sozialen Bürgerengagements. Für viele Berufsgruppen, vom Handwerker über den Kaufmann bis hin zum Fischer und Seemann, wurden Stiftungen gegründet, die zumeist sozialen Charakter haben. Viel Not wurde dadurch im Alter gemildert.

Noch heute sieht man an einigen Häusern Inschriften, die auf die ursprünglichen Stifter hinweisen, wie die „Gebrüder-Meyer-Stiftung“ am Schilde oder das „Schwartzkopffsche Gasthaus“, das 1873 in der Baustraße neu gebaut wurde, aber schon 1487 durch den Ratsherrn Schwartzkopff als eine der ältesten Privatstiftungen für „arme Leute aus rechtschaffenem Stande“ gegründet wurde.

Es gab Stiftungen zur Absicherung im Alter und bei Krankheit. So gab es die „Fräulein Amalie Burmeister Stiftung“, die sich für „hülfsbedürftige“ Augenkranke einsetzte und die „Heinrich Podeus-Stiftung“ unterstützte die Arbeiter in ihren Unternehmen. Das „Rüdemann’sche Testament“ bedachte die Unterhaltung des Armenhauses und zur Unterstützung Armer und das „Mauesche Legat“ war für Arme über 60 Jahre gedacht. Die „von Bassewitz’sche Stiftung“ nahm sich besonders den „verschämten“ Armen an. Da Wismars Stiftungen zumeist mehrere Jahrzehnte und Jahrhunderte bestanden, konnten sie aus den Zinsen teilweise eine sehr gute Unterstützung geben, wovon vielfach die Armen der Gesellschaft profitierten.

Natürlich konnten die Unterstützten damit keine „großen Sprünge“ machen, aber für Essen und Trinken, Wohnen und Gesundheit wurde gesorgt. Das „Krämerwitwenhaus“ in der Bliedenstraße ist 1846 erbaut worden und geht auf eine Stiftung der Familie Velthusen von 1742 zurück. Die Erben des Ratsherrn Velthusen gründeten am 21. Oktober 1742 die Velthusensche Stiftung, aus deren Kapital eben das Krämerwitwenhaus erbaut werden konnte. Dieses Gebäude wurde im Jahr 2001 durch die Vereinigten Stiftungen der Hansestadt Wismar umfassend saniert. Diese Stiftung besteht aus 68 ehemaligen Wismarer Einzelstiftungen, die gemäß Verfügung der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern vom 14. August 1951 zu einer Stiftung zusammengefasst wurden.

Weitere Stiftungen neuerer Zeit, die an die Stiftungstradition in Wismar anknüpfen, sind eben die Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar, die Hochschul-Stiftung, die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank, die Sparkassen-Stiftung und auch die „Anne-Zangemeister-Stiftung“, die am 20. Oktober 2007 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts zum Erhalt des Museums Schabbellhaus gegründet wurde. Die Stiftung ist nach Anne Zangemeister, einer Wismar-Verehrerin, benannt und verfügt über 200000 Euro.

Neu ist die „Wismarer Sportstiftung“, die am 25. August 2014 als Treuhandstiftung der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar gegründet wurde und die sich, wie schon der Namen ausdrückt, sich insbesondere für die Entwicklung des Sportes einsetzt.

Zu den Wismarer Stiftungen muss man auch die Mecklenburger „AnStiftung“ mit Sitz in der Hansestadt zählen. Hier werden Bürgerengagement für die Zukunft von Mecklenburg-Vorpommern mobilisiert und Strategiedebatten organisiert, die Netzwerke schaffen und Ideen zu Initiativen werden lassen.

Seit dem 16. Mai 2014 sind auf einer Stiftertafel der „Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar“ alle Stifter der letzten Jahre aufgeführt. Auch das ist eine Tradition in der Hansestadt, um das Bürgerengagement auch öffentlich zu ehren. Der Stiftung stehen ein Vorstand mit Gerhard Raabe und ein Kuratorium mit Detlef Schmidt als Vorsitzende vor. Schon über 200 Projekte konnten seit der Gründung unterstützt werden. Zustifter kann jeder werden – auch mit kleinen Beiträgen.

Was sonst noch geschah

11. September 1998: Eröffnung und Übergabe der Westtangente.

11. September 2011: Übergabe des bronzenen Stadtmodells für 29000 Euro an der Ostseite des Rathauses.

12. September 1653: Erster Gerichtstag des Wismarer Tribunals.

12. September 1816: In Wismar findet das erste mecklenburgische Musikfest mit der Aufführung von Joseph Haydn „Die Schöpfung“ in St. Nikolai statt, mit dabei 100 Sängern als Mitwirkende.

12. September 1893: Erste Ausgabe der 2. Wismarer Tageszeitung „Mecklenburgische Ostseezeitung“, die ihr Erscheinen im Mai 1894 einstellte.

12. September 1984: Umbenennung des Turn- in „Gottlob-Frege-Platz“

13. September 1946: Mit den „Wismarschen Nachrichten“ erscheint erstmalig nach dem Krieg wieder ein Mitteilungsblatt.

14. September 1831: Rat und Bürgerschaft entscheiden sich für einen neu angelegten Friedhof vor dem Mecklenburger Tor.

Detlef Schmidt

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