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Wismar Erste iPad-Klasse in der Region
Mecklenburg Wismar Erste iPad-Klasse in der Region
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00:00 07.10.2016
Josie Krey (13) und Antonia Schreiber (12, r.) zeigen, welche Möglichkeiten sie mit dem iPad haben. Natürlich schreiben sie im Unterricht aber auch noch ganz „analog“ mit Papier und Stift. Fotos (4): Nicole Hollatz

„Holt eure Hefter raus“ – dieser generationsübergreifende Lehrersatz wird seit diesem Schuljahr an der Bertolt-Brecht-Schule in Wismar durch die Aufforderung:

An der Wismarer Bertolt-Brecht-Schule wird mit modernsten Unterrichtsmethoden gearbeitet

„Holt die iPads“ ergänzt.

Die Regionalschule hat die beiden ersten iPad-Klassen in Westmecklenburg eröffnet und gehört damit zu den Vorreitern in Sachen moderne Unterrichtsmethoden in Mecklenburg-Vorpommern. Lehrer Bernd Wöhlbrandt ist Initiator und Koordinator des Projektes. „Neben der Regionalschule am Bodden in Neuenkirchen werden wir die zweite iPad-Schule in Mecklenburg-Vorpommern sein, die das Konzept einer 1:1-Lösung umsetzen“, sagt er.

1:1-Lösung bedeutet, dass jeder Schüler sein eigenes, privates Gerät täglich im Unterricht und auch zu Hause nutzt. Der Informatiklehrer musste die Kollegen nicht lange überzeugen, sich selbst der modernen Technik zu stellen: „Die Unterrichtsführung und -gestaltung bekommt dadurch bedeutend mehr Möglichkeiten. Das lohnt sich für die Schüler!“

Josie Krey (13) und Antonia Schreiber (12) zeigen beispielhaft, was das für den Unterrichtsalltag bedeutet. „Unsere Mathelehrerin kann uns das Aufgabenblatt direkt auf das iPad schicken, wir lösen dann dort die Aufgaben und schicken sie zurück“, erklärt Josie. Die Lehrerin kann die Aufgaben live über den Beamer erklären, genauso kann jeder Schüler sein iPad mit dem Beamer im Raum verbinden.

Vorträge multimedial vorbereiten, Fremdsprachentraining direkt mit Muttersprachlern übers Internet, Unterrichtsmaterialien aus einer „Cloud“ holen, erklärende Videos oder Animationen gucken oder selbst erstellen – oder eben zeitgemäß(er) Hausaufgaben machen mit einer Generation, für die das Smartphone längst ein wichtiger Teil des Alltags ist. „Das macht Spaß“, fasst Antonia das Wichtigste am Unterricht zusammen.

Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen. Die Lehrer wurden weiter gebildet: Wie funktioniert das iPad, was kann es, wie kann man damit den Unterricht bereichern? Schule und Schulamt mussten die technischen Voraussetzungen schaffen. „Womit wir nicht gerechnet haben, ist der Andrang auf die iPad-Klasse“, sagt Schulleiterin Sylvia Upahl und schmunzelt. Trotz der hohen Kosten. Immerhin müssen die Eltern gut 600 Euro für Gerät und Versicherung aufbringen oder finanzieren. Der Schulverein hat für vier Familien iPads angeschafft und nun verliehen, damit auch diese Kinder mitmachen können. Von 49 Kindern, die zur 7. Klasse an der Brecht-Schule angemeldet wurden, wollten 30 in die iPad-Klassen.

Statt einer Klasse wurden gleich zwei eröffnet, zudem eine „normale“ Klasse ohne die eigenen iPads. Stift, Hefter, Tafel und Kreide bleiben im Klassenzimmer, auch beim digitalen Unterricht. Sylvia Upahl: „Das iPad ist kein Ersatz für Hefteinträge, sondern vielmehr eine wertvolle Ergänzung, die den Schülern den Zugang zu aktuellen und komplexen Themen vereinfachen und gleichzeitig zum Weiterlernen motivieren soll.“

Nicole Hollatz

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