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Erster Kreuzliner macht im Hafen fest

Wismar Erster Kreuzliner macht im Hafen fest

Die 810 Fahrgäste aus England erfuhren erst beim Anlegen des Schiffes, dass sie in Wismar sind

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Die Neptune Lounge befindet sich am Bug des Schiffes. Mit einer Bühne und einer Tanzfläche sind dort täglich Shows angesagt.

Wismar. Das Unerwartete führt meist zu Überraschungen. Das dürften gestern am Wismarer Passagierkai nicht nur die mehrheitlich 810 britischen Bordgäste des schicken Kreuzfahrers „Breamar“ so empfunden haben. Auch zahlreiche Hafenbesucher erlebten in diesem Fall den unangekündigten Erstbesuch eines schnittigen Cruiseliners. Der machte überpünktlich noch vor 8 Uhr an der Stockholmpier fest und wurde vor 18 Uhr durch Wismars Salutschützen und den Shantychor „Blänke“ traditionsgemäß verabschiedet.

OZ-Bild

Die 810 Fahrgäste aus England erfuhren erst beim Anlegen des Schiffes, dass sie in Wismar sind

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Eigentlich wäre der Start in die Wismarer Kreuzfahrtsaison dem Residenzschiff ‚The World' am 2. und 3. Juni zugekommen. Doch da sich die unter Bahama-Flagge fahrende „Braemar“ der norwegischen Reederei Fred Olsen Cruise Lines auf sogenannter Mystery-(Geheimnis umwitterter) Tour befindet, wurde nach dem Start im englischen Dover und Nyborg in Dänemark Kurs auf Wismar genommen. „Das allerdings durften die Passagiere nicht wissen. Sie haben erst am Morgen beim Einlaufen erfahren, das Wismar das heutige Tagesziel ist“, sagte der finnische Kapitän Robert Bamberg. Folglich bleiben ebenso die weiteren Ziele der zehntägigen Ostseekreuzfahrt ein Geheimnis. Nur der Zielhafen, wieder Dover an der englischen Kanalküste ist bekannt.

Der 50-jährige erste Mann an Bord fand nicht nur den Wismarer Hafen interessant, sondern ebenso die Revierfahrt. Dabei äußerte er sich außerdem sehr lobend über die hervorragende Kooperation mit den beiden Lotsen. So war es bei schönstem Wetter möglich, den 195 Meter langen und 22,5 Meter breiten Kreuzfahrer ohne zusätzliche Schlepperhilfe bis zum Liegeplatz zu navigieren.

Die Zeit ist zwar für den Kapitän recht begrenzt, dennoch hoffte er, sich ein wenig in Wismars Altstadt umschauen zu können. Längst waren die Bordgäste an Land, als er Repräsentanten der Stadt zum traditionellen Plaque and Key-Ceremoniell empfing, so wie es bei Erstanläufen von Passagierschiffen im Hafen üblich ist. Dabei verwies Senator Michael Berkhahn (CDU) im Auftrage von Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) auf den besonderen Moment dieses Tages. Denn neben der erfreulichen Kreuzfahrtpremiere gab es gestern in der Hansestadt auch noch eine für die maritime Wirtschaft sehr zukunftsträchtige Unterzeichnung, und zwar die von zehn Aufträgen für Schiffsneubauten. Da die gemütliche Zusammenkunft mit dem Kapitän in der sogenannten Beobachtungslounge über der Brücke stattfand, hatte man von dort auch einen direkten Blick auf Wismars Werft mit der großen Schiffbauhalle. Das mache viele sehr glücklich und vielleicht sei dies ein gutes Omen, sodass die „Braemar“

als Glücksbringer gern wiederkommen möge.

Dabei handelt es sich übrigens um ein sehr gemütliches Schiff der klassischen Kreuzfahrt, wie auf einem interessanten Rundgang über die sieben Decks zu erleben war.

MS „Braemar“

Das im Jahre 1993 als „Crown Dynasty“ bei Union Navale de Levante in Valencia (Spanien) gebaute MS „Braemar“ gehört seit 2001 zur Flotte der norwegischen Fred Olsen Cruise Line. Bis dahin erlebte der 195 Meter lange und 22,5 Meter breite Kreuzfahrer verschiedene Namenswechsel, Verkäufe und Umbauten. Mit einem Tiefgang von 5,45 Metern kann das Schiff auch dort festmachen und Reviere befahren, wo die großen „Klopper“ keine Chance mehr haben. Zudem macht die Anzahl der Passagiere (mehr als 800) und die der Besatzungsmitglieder (mehr als 380) ein sehr persönliches Betreuungsverhältnis an Bord möglich.

Von Hans-Joachim Zeigert

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