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Es bleibt teuer: Neuer Bustarif kommt erst 2018

Wismar Es bleibt teuer: Neuer Bustarif kommt erst 2018

Einführung des Zonentarifs in Nordwestmecklenburg verzögert sich

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Seit Einführung der neuen Tarife im Januar 2016 sinken die Fahrgastzahlen.

Quelle: Foto: Oz

Wismar. Paukenschlag in der Sitzung des Kreiswirtschaftsausschusses: Dort sollte eigentlich die Vorlage für die Einführung der neuen Bustarife in Nordwestmecklenburg für die Kreistagssitzung Anfang Juli vorbereitet werden. Doch daraus wurde nichts. Weil noch nicht genügend Informationen zum neuen Zonentarifsystem vorliegen, wird der Beschluss verschoben. Und zwar auf die Kreistagssitzung im Oktober. Das bedeutet wiederum, dass das neue Tarifsystem frühestens im Februar 2018 eingeführt wird.

 

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„„Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt zu wenig Informationen, um einen Beschluss zu fassen. Deshalb sollten wir uns die Zeit nehmen.“Heiner Wilms, Ausschussvorsitzender

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„„Ich halte das neue Tarifmodell für gut und umsetzbar. Den Fahrgästen die Tarifzonen zu erklären, ist kein Problem.“ Jörg Lettau, Geschäftsführer von Nahbus

„Es wäre fatal, jetzt einen Beschluss zu fassen“, begründete Ausschussvorsitzender Heiner Wilms den Schritt. „Wir haben einfach zu wenig Informationen zum jetzigen Zeitpunkt.“ Hintergrund sind zwei Prognosen, die von zwei unterschiedlichen Unternehmen erstellt werden, und die Aufschluss darüber geben sollen, ob die neuen Tarife effektiver seien als der bisherige. Anhand der Fahrgastzahlen aus den Jahren 2015 und 2016 wird das neue Tarifsystem, das je nach Fahrstrecke gestaffelte Preise zwischen zwei und vier Euro vorsieht, von Experten bewertet.

Eine Prognose liegt bereits vor. Laut dem zuständigen Fachdienstleiter in der Kreisverwaltung, Roland Finke, geht die erste Prognose davon aus, dass bei einer Halbierung des Fahrpreises auf der Kurzstrecke auf zwei Euro die Fahrgastzahlen um rund 17 Prozent steigen würden. „Das führt zwar nicht dazu, dass wir in den schwarzen Zahlen landen, aber immerhin wird das Defizit leicht verringert.“

Pro Jahr schießt der Landkreis als Träger des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) mehr als zwei Millionen zusätzlich in den kreisweiten Busverkehr. Mit ein Grund für die prekäre finanzielle Situation ist die Einführung der neuen Tarife zum 1. Januar 2016 – seitdem kostet jede Fahrt in Nordwestmecklenburg vier Euro. Ganz egal, ob der Passagier fünf oder 50 Kilometer weit mit dem Bus fahre. Das hat zu einer drastischen Senkung der Fahrgastzahlen geführt, die weit unter der damaligen Prognose landeten. Nun versuchen die politischen Gremien zusammen mit dem kreiseigenen Unternehmen Nahbus und der Kreisverwaltung, den ÖPNV wieder in die Spur zu bringen. „Es geht darum, langfristig die Attraktivität des Nahverkehrs zu erhöhen und so die Zahl der Fahrgäste deutlich zu steigern.

Wie lange das dauern wird, das kann niemand sagen“, erklärt Roland Finke den Plan. Das sieht auch Jörg Lettau so. Der Geschäftsführer von Nahbus sieht das neue Tarifmodell als gute Lösung an. „Aber es wird seine Zeit brauchen, bis wir Ergebnisse sehen.“

Dass die Beschlussvorlage für den Kreistag noch nicht fertig ist, liegt vor allem daran, dass die zweite Prognose noch nicht vorliegt. Die soll laut dem Fachdienst Ende Juni fertig sein. Im besten Fall deckt sich das Gutachten mit der ersten Prognose. „Dann“, so Heiner Wilms, „hätten wir eine klare Aussage, in welche Richtung es geht. Wenn die zweite Prognose allerdings etwas anderes aussagt, dann haben wir ein Problem.“

Liegen die Prognosen vor, soll Jörg Lettau sich die Unterlagen ansehen. Das sei notwendig, so Roland Finke, da der Blick eines Praktikers unumgänglich sei. „Es können etliche Experten ein Schiff entwerfen, aber nur ein Kapitän kann sagen, ob das Schiff auch schwimmen kann.“ Der Nahbus-Chef hat demnach das letzte Wort bei der Erarbeitung der Beschlussvorlage. Der Wirtschaftsausschuss könnte die Vorlage nach der Sommerpause Ende August auf dem Tisch haben, im September darüber beschließen. Vorausgesetzt, es läuft alles nach Plan und die beiden Prognosen stimmen halbwegs überein. Für die Fahrgäste heißt es bis dahin weiter, sich in Geduld zu üben. Denn bis zum Februar kommenden Jahres bleibt vorerst alles wie es ist.

Die Tarife

2016 wurde der ÖPNV in Nordwestmecklenburg umgestellt. Die Busse verkehren auf den Hauptlinien, Zubringer sorgen dafür, dass die Menschen von den Dörfern zu den Haltestellen an der Hauptlinie gelangen. Doch der Einheitspreis von vier Euro hat dafür gesorgt, dass vor allem auf den Kurzstrecken die Zahl der Fahrgäste drastisch gesunken ist.

Die Umstellung des ÖPNV war erfolgt, um die Attraktivität des Nahverkehrs zu erhöhen. Mehr Service und ein einheitliches Bezahlmodell sollten dafür

sorgen. Die Rechnung ging nicht auf, wie

die Bilanz heute zeigt.

Michael Prochnow

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