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Wismar Experimente mit Müllbergen: Solargrill aus Wurstdosen
Mecklenburg Wismar Experimente mit Müllbergen: Solargrill aus Wurstdosen
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07:12 04.09.2013
Die Wismarer Designerin Katja Qualmann unterstützt den jungen Erfinder Konrad Ebel. Er hatte aus alten silbernen Wurstdosen einen witzigen „Solargrill“ entwickelt, der durch seine spezielle Form Wärme speichern kann. Fotos (3): Ina Schwarz

Ein riesiger Haufen Müll war kürzlich die Eintrittskarte zu einem Workshop der besonderen Art. Mädchen und Jungen zwischen 12 und 16 Jahren trafen sich im Tikozigalpa in der Dr.-Leber-Straße, um gemeinsam mit Abfällen auf Forschungsreise zu gehen. Was alles kann aus Müll entstehen? „Nützliches, Kunst, Dekoration oder Mode zum Beispiel“, schlug Katja Qualmann den jungen Teilnehmern vor. Die Wismarer Kommunikationsdesignerin hatte zusammen mit Innenarchitektin Susanne Gabler und Architekt Jan Schwerdtfeger zu einer ungewöhnlichen „Gebrauchsumleitung“ eingeladen. Das Gestalter-Trio versteht sich als Impulsgeber zur Beförderung der ästhetischen und sozialen Dimension von Nachhaltigkeit.

Zwei Tage lang experimentierten unter ihrer Begleitung Konrad, Emelie, Pia, Pauline und all die anderen mit leeren Dosen, Bechern, Milchpackungen, Rollen, alten Stoffen und Plastikresten. Spielerisch suchten sie nach Alternativen und verbanden sich durch Gedanken, Gespräche und Austausch mit einem nachhaltigen Kreislaufdenken. Lenny Simon (10) und Konstantin Renner (11) beschäftigten sich mit Licht- und Schattenspielen. Von einer riesigen Papprolle hatte sie einzelne Scheiben abgesägt, um daraus eine Lampe zu basteln. Aus Stoffresten bastelte Felicitas Steffen aus Grevesmühlen eine Hängematte für ihr Kaninchen. „Ich möchte so einen Workshop unbedingt noch einmal machen“, schwärmte die 13-jährige Schülerin. Emelie Gottschling vom GHG in Wismar berichtete: „Wir haben viel über die Umwelt und Müll gesprochen. Ich werde künftig mehr überlegen, wenn ich etwas kaufe und es auch nicht so einfach in die Umwelt schmeißen“, so die 12-Jährige.

„Vor allem die Politiker müssten viel mehr gegen die Umweltverschmutzung tun“, waren sich Pia Priewe (13) und Pauline Winter (14) einig.

„Wichtig war uns, dass die Kinder den Gestaltungsprozess selbst kreieren“, machte Susanne Gabler deutlich. „Dazu haben wir den jungen Teilnehmern ganz viel Freiraum gegeben“, ergänzte Katja Qualmann.

„Es geht ja in Zukunft darum, Ideen zu entwickeln und neue Möglichkeiten zu suchen — Erfinder zu sein. Das ist ein ganz offener Prozess und kann nicht allein mit Anleitung bewältigt werden“, so die Designerin.

„Vor allem das Zelten war klasse“, erzählte Konrad Ebel, der aus Wurstdosen einen tollen Solargrill entwickelt hatte. Der Workshop wurde finanziell gefördert vom Verfügungsfonds Soziale Stadt, vom ver.di-Forum Nord und vom Amt für Kultur Wismar.

Es ging darum, Ideen zu gestalten und umzusetzen.“Katja Qualmann, Kommunikationsdesignerin

Ina Schwarz

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