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Facebook-Streit: Verletzungen geben Hinweise zur Tatwaffe

Schwerin/Wismar Facebook-Streit: Verletzungen geben Hinweise zur Tatwaffe

Das 19-jährige Opfer ist nach einem Messerangriff in Wismar fast verblutet

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Schwerin/Wismar. . Im Prozess um eine Messerattacke in Wismar nach einem Streit über ein Mathe-Rätsel auf Facebook hat ein medizinisches Gutachten Hinweise auf die Tatwaffe gegeben. „Die Wunden des heute 19-jährigen Opfers haben gezeigt, dass es sich um eine einschneidige Klinge handelt“, sagte Rechtsmedizinerin Anne Port am Dienstag vor dem Landgericht in Schwerin.

 

OZ-Bild

Der 29-jährige Wismarer Alexander L. ist wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht angeklagt. FOTO: KETTLER

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Angeklagt

„Wir haben nur Fragmente der Auseinandersetzung vor uns liegen.“Otmar Fandel, Vorsitzender Richter

Weiterhin lassen die Verletzungen und der Fund einer Messerscheide in der Nähe des Tatorts vermuten, dass die Klinge etwa fünf bis sieben Zentimeter lang sei. Die Waffe selbst bleibt aber bislang verschwunden.

Auslöser für die Attacke im April war eine Auseinandersetzung über eine Mathematikaufgabe im Internet. Der Streit der jungen Männer artete in Beleidigungen und Drohungen aus. Beide erklärten vor Gericht, sich persönlich nicht gekannt zu haben. Am Tattag hätten sie sich zufällig in Wismar getroffen und anhand der Profilbilder erkannt. Dann soll der Angeklagte zugestochen haben. Der 29-Jährige steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht.

Das 19-jährige Opfer wurde durch den Angriff lebensbedrohlich verletzt. „Es sind zwei Stiche erfolgt“, erklärte Port weiter. „Einer in den Bauch und einer in den Flankenbereich in Höhe der Niere.“

Dabei sei die Nierenschlagader und -vene durchtrennt worden. Das Organ sei in der Notoperation nicht mehr zu retten gewesen. „Außerdem mussten dem Verletzten insgesamt zehn Liter Blutplasma und -konserven injiziert werden, ansonsten wäre er verblutet“, schlussfolgerte die Forensikerin. Wäre der Patient nur wenige Minuten später behandelt worden, wäre er gestorben, ist sie sich sicher. Beim Angeklagten selbst habe die Rostocker Rechtsmedizinerin keine Spuren körperlicher Gewalt finden können. Auch soll er nach Auswertung eines toxikologischen Berichts weder unter Alkohol-, noch Medikamenten- oder Drogeneinfluss gestanden haben.

Des Weiteren wurden am vierten Prozesstag fünf Beamte der Polizei aus Wismar und Schwerin befragt. Dabei ging es vor allem um den zeitlichen Ablauf der Ermittlungen. Zwei Stunden habe es nach der Tat gebraucht, den Tatverdächtigen auszumachen. Dafür wurde unter anderem ein Spürhund eingesetzt.

Die Befragten sagten aus, dass Gespräche am Tatort zusätzlich ergeben hätten, dass die Ex-Freundin des Geschädigten dessen Handy mit Screenshots des virtuellen Gesprächsverlaufs eingesteckt habe.

Warum sie dies tat, ist unklar. Auch der dazu befragte Polizist konnte keine Aussagen über das Motiv treffen. Das Smartphone sei dann aber den Behörden übergeben worden.

Der Vorsitzende Richter Otmar Fandel äußerte Zweifel: „Das ist seltsam. Wir haben nur Fragmente der Auseinandersetzung vor uns liegen. Wer weiß, wer in der Zwischenzeit was gelöscht hat und zu welchem Zweck.“ Einige Kommentare des Angeklagten seien nämlich nach der Deaktivierung seines Zugangs zu dem sozialen Netzwerk verschwunden. Die Ex-Freundin soll deshalb zum nächsten Prozesstermin geladen werden.

Außerdem haben die Beamten – ebenso wie die Angehörigen des Angeklagten am vorangegangenen Verhandlungstag – den 29-Jährigen als sehr ruhig und kooperativ beschrieben. Nur das Abspeichern seiner DNA-Proben habe er kategorisch abgelehnt. „Er war bei unserer ersten Befragung schon fast zu ruhig“, sagte einer der Polizisten vor Gericht. Alles sei ihm egal gewesen, weil er nach eigenen Aussagen nicht beteiligt gewesen sei. Allerdings hat er bereits am ersten Prozesstag die Tat schriftlich eingeräumt.

Der Prozess wird am 22. November fortgesetzt. Es sollen fünf weitere Zeugen befragt werden. Nach Aussagen des Vorsitzenden Richters soll möglichst am 29. November ein Urteil verkündet werden.

Vor dem Landgericht Schwerin muss sich der 29-jährige Wismarer Alexander L. wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er soll einem 19-jährigen Wismarer lebensbedrohliche Stichverletzungen zugefügt haben. Der 29 Jahre alte Angeklagte räumte die Tat bereits ein. Im April hatten sich beide Männer auf Facebook um die Lösung eines Mathematik-Rätsels gestritten. Der Streit artete in Beleidigungen und Drohungen aus. Beide erklärten vor Gericht, sich persönlich nicht gekannt zu haben. Am Tattag hätten sie sich zufällig in Wismar getroffen und an den Profilbildern erkannt.

Ann-Christin Schneider

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