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Wismar Nach Job-Verlust: AfD inszeniert Tewes als Opfer
Mecklenburg Wismar Nach Job-Verlust: AfD inszeniert Tewes als Opfer
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07:56 05.02.2018
Job-Verlust wege politischer Anschauungen? Christoph Grimm, AfD-Kreisvorsitzender in Nordwestmecklenburg, und Angelo Tewes, AfD-Bürgermeisterkandidat in Wismar. Einen Beweis bieben sie bisher schuldig. Quelle: privat
Wismar

So etwas hat es in MV noch nicht gegeben: Ein Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Wismar verliert seinen Job – und lässt verbreiten, dass wohl politische Gründe Auslöser seien. Der Fall entfesselt einen Sturm des Hasses im Internet. Dabei sei die Kündigung rechtlich nicht zu beanstanden. AfD-Kandidat Angelo Tewes (43) erhielt am 26. Januar seine Kündigung. Der Protest kam gleich mit der Botschaft: Tewes habe seinen Job als Maschinen- und Anlagenmonteur „ohne Angaben von Gründen“ verloren, teilte Christoph Grimm, AfD-Kreischef in Nordwestmecklenburg, am Dienstag mit. „Die Zeiten, in denen Menschen wegen ihrer politischen Anschauungen Nachteile erleiden müssen, sollten eigentlich der Vergangenheit angehören“, so Grimm.

Tewes soll also gefeuert worden sein, weil er in der AfD ist? Einen Beweis lieferte er auf Nachfrage nicht. Dafür rollte bei der AfD die Empörungswelle an: „Wenn unbescholtene Bürger ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie sich für die AfD engagieren, ist das ein Skandal erster Klasse“, reagierte AfD-Landeschef Leif-Erik Holm. Im Internet griffen rechte Blogs das Thema auf. Die Facebookseite der AfD Nordwestmecklenburg ist voller Hass-Kommentare – bis hin zum Vergleich der Judenverfolgung der Nazi-Zeit. Hinterfragt wird kaum.

So bilden sich Halbwahrheiten im Netz zu neuen Legenden weiter. Etwa 75 Prozent der Konsumenten im Internet glaubten solche Botschaften, weil sie aufgrund der Fülle nicht hinterfragten, sagte Christoph Bornschein, Digitalisierungsexperte aus Berlin. Die AfD beherrsche die Klaviatur im Internet am besten. Oft werde dazu „aus dem Hintergrund angestachelt“. „Die Inszenierung in der Opferrolle ist typisch für die AfD“, sagt Jan Müller, Politologe an der Universität Rostock. Auf Wahrheit komme es vielen Nutzern in der „Echo-Kammer“ der Partei gar nicht mehr an.

Denn Tewes sei korrekt gekündigt worden, räumt selbst AfD-Kreischef Grimm, Anwalt und Landtagsmitglied, für seinen Parteifreund ein. Er bestätigt: Die Anstellung bei der Leiharbeitsfirma in der Probezeit könne ohne Angabe von Gründen mit einer Woche Frist beendet werden. Gerichtliche Hilfe werde Tewes daher „nicht in Anspruch nehmen“, so Grimm. Die Firma (der OZ bekannt) weist Vorwürfe zurück. Alles sei rechtens. Aus Datenschutzgründen könne der Fall nicht näher erläutert werden.

Worauf basiert also die Behauptung von Einflussnahme? Laut AfD-Mann Grimm lege dies „die zeitliche Nähe“ zur Bürgermeisterkandidatur „nahe“. Beweise? Fehlanzeige. Die Frage, ob die AfD den Proteststurm bewusst ausgelöst habe, beantwortete Grimm bisher nicht.

Pubantz Frank

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