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Wismar Falscher Polizist betrügt Wismarer Rentnerin
Mecklenburg Wismar Falscher Polizist betrügt Wismarer Rentnerin
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04:06 18.04.2013
Quelle: privat

Das war richtig dreist: In der Hansestadt hat ein falscher Polizist eine ältere Dame bestohlen, nachdem er sich als Beamter der Kripo ausgegeben hatte. Wie die (richtige) Polizei in Wismar gestern mitteilte, war die Frau in ihre Wohnung in der Bürgermeister-HauptStraße nach einem Einkauf zurückgekehrt. Dort stand plötzlich ein Mann hinter ihr, der sich als Kripo-Beamter ausgab und ihr erklärte, dass in ihre Wohnung eingebrochen worden sei. Sie möge doch bitte nachsehen, was gestohlen worden sei. Vor allem sollte sie kontrollieren, ob ihr Bargeld noch in der Wohnung sei. Zuvor hatte der Mann einen Dienstausweis vorgezeigt, oder zumindest etwas, das für den Laien danach aussah.

Um die Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen, erklärte der Täter der ahnungslosen Frau, dass die Polizei die jugendlichen Einbrecher festgenommen hätte. Bei den Tätern habe man Bargeld und einen Zettel mit ihrer Adresse gefunden. Daher müsse er nun kontrollieren, was an der Sache dran sei. Bei der Begehung der Wohnung tat der Mann so, als sei dort wirklich eingebrochen worden und verunsicherte die Frau noch mehr. Nach einer Weile erkundigte sich der Mann, ob sie Bargeld in der Wohnung habe — was er anschließend von der Wohnungsinhaberin unbemerkt mitgehen ließ.

Erst später bemerkte die geschockte Frau, was sich wirklich in ihrer Wohnung abgespielt hatte. Sie alarmierte die Polizei, die nun nach dem Mann sucht. Der Täter ist etwa 50 Jahre alt und 1,75 Meter groß.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor ihren falschen Doppelgängern. Denn auch wenn der Wismarer Fall eher die Ausnahme in der Region ist, ein Einzelfall ist es nicht. Immer wieder versuchen Betrüger, unter dem Deckmantel der Polizei an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Wobei nicht nur Polizeiuniformen der Mittel zum Zweck sind. So gab es in Grevesmühlen vor einigen Jahren auch einen Fall, in dem ein Mediziner ohne Abschluss praktizierte. Die Sache flog auf und wurde damals ohne großes Aufsehen bereinigt. Der falsche Doktor wurde aus dem Dienst entfernt und die Sache nicht weiter publik gemacht.

Apropos publik: Nico G., umtriebiger Hobby-Polizist aus Hamburg, hat jetzt mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg die Nachbarregion Nordwestmecklenburgs für sich entdeckt — und vor wenigen Tagen in Geesthacht Geräte zur Geschwindigkeitsmessung getestet.

Zusammen mit einem Freund hatte G. mit Hilfe einer Videokamera und einem Laptop Geschwindigkeitsmessungen in der Stadt durchgeführt. Als die Beamten Nico G. darauf ansprachen, erklärte er ihnen, dass er inzwischen auf einem Campingplatz auf Sylt arbeiten und dort die „Raser“ auf diese Weise feststellen würde. Zuhause, berichtete Nico G., habe er eine Reihe von Uniformen, doch die dürfe er nur zum Fasching tragen. Alles andere sei Amtsanmaßung.

Adel verpflichtet — aber nicht immer zur Wahrheit
Mehrere Monate hat ein Baron aus der Nähe von Grevesmühlen das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Der heute 61-Jährige hatte sich vor einigen Jahren vor Gericht verantworten müssen, weil er Gäste seines Landhotels in Pieverstorf beleidigt hatte. Im Rahmen der Beweisführung hatte er auf die Frage des Richters nach seinem Namen einen Doktor- und einen Diplomtitel angegeben.

Die Staatsanwaltschaft wurde hellhörig, hakte nach und stellte nach einem ziemlich aufwändigen Ermittlungsverfahren fest, dass Baron von der R.-C. weder promoviert noch studiert hatte. So wurde er zu 1800 Euro wegen Titelmissbrauchs verurteilt.

Der Baron darf sich somit weder Doktor der Philosophie noch Diplomkaufmann nennen. Beides hatte er jahrelang getan. Eine Nachfrage an der Universität der Hansestadt ergab, dass dort weder ein Baron von der R.-C. noch ein Kay Uwe S., wie der adoptierte Baron mit Geburtsnamen hieß, jemals registriert worden war.

Der Beschuldigte selbst äußerte sich im Laufe des Verfahrens, das sich über zwei Jahre hinzog, nur sehr verhalten zu den Vorwürfen. Inzwischen hat der mehrfach vorbestrafte Adlige die Titel von seinen aktuellen Internetseiten entfernt. Allerdings taucht sein Doktortitel nach wie vor in diversen älteren Interneteinträgen auf, die im Zusammenhang mit seiner Vermögens- und Verwaltungs GmbH stehen. M. Prochnow

Der Senioren-Service-Tag findet heute in der Zeit von 10 bis 16 Uhr im Foyer der Mehrzweckhalle Wismar in der Bürgermeister-Haupt-Straße statt. Dabei geht es unter anderem darum, wie sich ältere Menschen schützen können.

Michael Prochnow

Die Organisatoren werben über Facebook. Am Sonnabend ab 15 Uhr ist spontanes Mitmachen erwünscht.

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