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Familienzeit im Theater

Wismar Familienzeit im Theater

Peter Pan und Tinker Bell verzauberten das Wismarer Publikum

Wismar. Und schwups war gestern Nachmittag die erste von zwei Stunden im komplett ausverkauften Wismarer Theater vorbei. „Man hat gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht“, staunte Krystyna Weng, die mit ihrem Sohn Jakob (5) und mit Jan Freund (6) und Felix Beyrau (7) im Publikum saß. Die Zeit schien anders zu vergehen im „Nimmerland“, wo Peter Pan, Tinker Bell und die „verlorenen Jungs“ zu Hause sind. Und wohin sie die Romanfigur Wendy und mit ihr die Kinder, Eltern und Großeltern aus dem Theaterpublikum entführten. Mucksmäuschenstill saßen die Kinder, streckten die Hälse, um auch ja nichts vom Geschehen auf der Bühne zu verpassen, und staunten über das, was geschah. Da sang sogar ein (unechter) Hund bellend! Und die Knirpse lachten lauthals. Etwas albern und musikalisch wie dramaturgisch simpel, aber so darf eine Kindervorstellung durchaus sein.

„Ich will nicht erwachsen sein“, erzählte Peter Pan alias Schauspieler Sasha Bornemann, während er einen Kopfstand machte. Und ließ auch die Erwachsenen lachen, er will so klug sein, dass er selbst entscheiden kann, wie dumm er ist! Eigentlich träumte Wendy (Karina-Lisa Pauritsch) immer nur von Peter Pan in seiner Feenwelt. Und plötzlich war er mit der mitunter zickigen Fee Tinker Bell (Christina Stephan) bei ihr im irdischen Kinderzimmer. Sie solle mitkommen nach Nimmerland, seine verlorenen Jungs suchen eine Mama, und die könne sie doch spielen. Im Nimmerland merkte Wendy schnell, wie schwer das Mamasein ist: „Stubenarrest oder ein Fest?“

Die Gäste erlebten bezaubernde Momente, etwa Peter Pan erzählte, wie die Feen entstanden sind: „Siehst du, Wendy, als das erste Baby zum ersten Mal lachte, zerbrach sein Lachen in tausend Stücke und die Stücke hüpften hin und her und das war der Anfang von den Feen.“ Natürlich glauben spätestens jetzt alle Wismarer Kinder an ihre Existenz, denn mit dem Glauben an die Feen konnten sie Tinker Bell im Wismarer Theater retten. „Kinder wissen heute so viel, sie glauben bald nicht mehr an Feen, und jedes Mal, wenn ein Kind sagt, ,Ich glaube nicht an Feen’, fällt irgendwo eine Fee tot um."

Auch als Musical in der Variante des Tourneetheaters „Liberi“ funktionierte die Geschichte nach der Romanvorlage von James M. Barrie. Vor dem recht gruseligen Käpt'n Hook (Viktor Silvester Wendtner) brauchten die Kinder keine Angst zu haben. Sie lachten, als der Pirat sich mit einem lauten „Oh Mamiiii!“ aus dem Staub machte. Und noch mehr, als das berühmte Krokodil mit der tickenden Uhr im Bauch auf die Bühne kam – ein großes Kinderspielzeug.

Nicole Hollatz

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