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Fast 300 Stühle für den guten Zweck

Wismar Fast 300 Stühle für den guten Zweck

7. Stuhlparade des Kunstvereins KaSo brachte 3300 Euro ein

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Xenia Wahl (22) mit ihrem Stuhl, den sie für wenig Geld und für den guten Zweck erworben hat.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. „Sehr bequem“, kommentierte Ingo Lorentzen aus Schwerin beim Probesitzen. Und blieb sitzen. Eine Freundin hatte den Schweriner am Sonnabend nach Wismar in die ABC-Straße gelockt zur traditionellen „Stuhlparade“ des Kunstvereins KaSo – kurz für kreativ arbeiten, sozial organisieren. Der Grund: Lorentzen war auf der Suche nach einer neuen Sitzgelegenheit. „Was Praktisches und Gutes!“, waren seine Anforderungen. Den passenden Stuhl hat er schnell gefunden und war begeistert. „Eine gute Idee für unsere heutige Zeit. Wir schmeißen doch viel zu viel weg, aber hier wird aus den ausrangierten Stühlen wieder was Tolles! Wer hier sucht und Ahnung hat, findet wahre Schätze! Und es ist gut, dass die Stühle nicht verramscht werden“, kommentierte er manch einen der höherpreisigen Stühle für 80 Euro. „Wer weiß, wie viel Handarbeit in so einem Stück steckt, zahlt den Preis auch gerne“, erzählte er weiter.

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7. Stuhlparade des Kunstvereins KaSo brachte 3300 Euro ein

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Handarbeit von Menschen wie Herat Nasrollah aus Afghanistan. Ein gelernter Polsterer, der im Verein die anderen Aktiven anleitet, wie auch sie aus den alten, ausrangierten Stühlen wieder echte Schmuckstücke machen können. Melanie Ruckick erklärt: „Die Stühle werden uns gespendet, beispielsweise bei einer Haushaltsauflösung. Und bevor sie auf den Sperrmüll kommen, bringen die Menschen sie netterweise zu uns.“ Melanie Ruckick als neues Gesicht im Verein ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und stellvertretende Werkstattleiterin. Sie erzählt weiter vom zweiten Leben eines Stuhles, wie es ihm im KaSo eingehaucht wird. „Die Stühle werden auseinandergebaut, das Holz wieder aufgearbeitet.“ Frisch verleimt und neu gepolstert oder mit geflochtenen Flächen, sieht der Stuhl aus wie neu. Und hat nebenbei Menschen, die derzeit nicht auf dem Arbeitsmarkt ankommen, eine sinnvolle Beschäftigung und Weiterbildung gegeben.

„15 Euro für den Stuhl, ein Schnäppchen“, freute sich Studentin Xenia Wahl (22) und erklärte das Problem. „Wir haben davon vier Stühle, sind aber fünf Leute!“ Und den fünften – genau den richtigen – hat sie bei der Stuhlparade gefunden. „Eine super Aktion und einfach was Kreatives, um Geld für den sozialen Zweck zu erwirtschaften“, lobte sie die Idee hinter den Stühlen. Melanie Ruckick erklärte weiter: „Vom Erlös der Stuhlparade können wir zum Beispiel neue Materialien kaufen.“ Denn der Verein lebt von Spenden und Fördergeldern. Für die Beantragung von Fördergeldern braucht es meist ein gewisses Eigenkapital. Arbeitslose, egal mit welchem Hintergrund, können im Verein ganz praktisch arbeiten und sich kreativ erproben. Nur eine immer wieder auftauchende Frage musste Melanie Ruckick verneinen: Im Verein können keine Stühle nach Auftrag wieder aufgearbeitet werden. „Dann würden wir den Tischlern und Polsterern in der Region die Arbeit wegnehmen, das wollen wir nicht.“ Aber der alte Stuhl kann gespendet werden - und wer dann nächstes Jahr rechtzeitig da ist, kann ihn für die Spende erwerben.

Nicole Hollatz

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