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Wismar Fast 3000 Jobsuchende nutzten Messe
Mecklenburg Wismar Fast 3000 Jobsuchende nutzten Messe
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07:40 15.06.2017
Ausbilder Mirko Gaitzsch (l.) und Personalreferentin Stefanie Behrens beraten am Stand von Egger Holzwerkstoffe. In dem Wismarer Unternehmen möchte Christopher Boehme (r.) gern den Beruf des Elektronikers erlernen. Quelle: Fotos: Haike Werfel

Schlange stehen Mittwoch Vormittag vor der Markthalle am Alten Hafen. Jüngere wie ältere Frauen und Männer sind gekommen, um sich auf der Messe „Lernen & Arbeiten in Nordwestmecklenburg“ über Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu informieren. Die Veranstalter von Arbeitsagentur und Jobcenter haben bis nachmittags 2900 Interessierte gezählt.

2900 Frauen und Männer nutzten die Gelegenheit, sich auf der Messe „„Lernen & Arbeiten in Nordwestmecklenburg““ über Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu informieren. Die Veranstalter von Arbeitsagentur und Jobcenter hatten 47 Firmen, Einrichtungen, Kammern und Bildungsträger gewonnen.

In der Halle zum Teil dichtes Gedränge und Stimmengewirr. Vertreter von Unternehmen, Einrichtungen, Kammern und Bildungsträgern beraten an 53 Ständen die Job- und Lehrstellensuchenden.

Wie Mirko Gaitzsch von Egger Holzwerkstoffe in Wismar. „Wir suchen auch schon fürs Ausbildungsjahr 2018 Fachlageristen, Elektroniker, Maschinen- und Anlagenfahrer sowie Medientechnologen, die die Digitaldruckanlage in unserem Werk 2 bedienen“, sagt der Ausbilder. Christopher Boehme interessiert sich für den Beruf des Elektronikers. „Ich habe schon ein Praktikum bei Egger gemacht“, erzählt der 16-Jährige. Er macht derzeit ein berufsvorbereitendes Jahr an der Berufsschule in Zierow und will sich in einem Jahr für die Ausbildung bewerben. „Wenn wir sehen, dass die Jungs sich anstrengen, haben sie eine Chance verdient“, versichert Mirko Gaitzsch. Die bekommen auch geflüchtete Menschen. „Wir haben jetzt einen jungen Mann als Azubi eingestellt“, berichtet der Ausbilder und erzählt von den Schwierigkeiten in der Berufsschule und mit fachspezifischen Begriffen. „Deshalb geben wir ihm Nachhilfe.“

Eine 30-jährige Mutter aus Wismar ist auf der Suche nach einem Job, bei dem sie nicht in Schichten arbeiten muss. Sie ist Hauswirtschafterin, hat aber auch schon in der Produktion gearbeitet. Am Messe-Stand von Palmberg in Schönberg hört sie von Ireen Kowa, dass der Büromöbelhersteller unter anderem Köche sucht. „Im Vergleich zum gastronomischen Bereich werden sie bei uns verwöhnt. Sie müssen nicht an Wochenenden und Feiertagen arbeiten, allerdings auch in Schichten bis 22 Uhr“, berichtet die Mitarbeiterin der Personalabteilung.

Mit am Stand informiert Tim Kristandt (22) über Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Er hat vor drei Jahren seinen Abschluss als Fachkraft für Lagerlogistik bei Palmberg gemacht. Jetzt ist er Lagerchef im Werk 2, das im vergangenen Jahr die Produktion aufnahm. Seitdem biete die Firma so viele Jobs wie nie zuvor.

Seinen erlernten Beruf als Verkäufer musste Kevin Lokoßus (20) aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Jetzt sucht der Ventschower nach einer neuen Ausbildung. „Tischler kann ich mir vorstellen“, sagt der junge Mann. Deshalb probiert er am Stand des Treppenbauers Derstappen aus Lützow die Arbeit mit Holz aus und schleift die Kanten einer Handystütze für den Schreibtisch. „Wir haben eine eigene Lehrwerkstatt, in der Tischler ausgebildet werden“, informiert Azubi Tim Dannenberg. Rund 2700 Einladungen an ihre Klienten hatten Arbeitsagentur und Jobcenter verschickt. Die Organisatoren waren mit der Resonanz auf die Messe sehr zufrieden. „Auch von den Arbeitgebern haben wir ein durchweg positives Feedback erhalten“, sagt Peter Dumonti, Teamleiter für Markt und Integration im Jobcenter. „Die meisten haben sich mindestens zehn Kunden notiert, mit denen sie weitergehende Gespräche führen wollen.“ Auch die Job- und Ausbildungsplatzsuchenden hätten laut Dumonti die Messe in der Regel positiv bewertet.

Haike Werfel

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