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Wismar Feinstes Gemüse reihenweise
Mecklenburg Wismar Feinstes Gemüse reihenweise
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17:52 13.05.2017
Konstantin Banchev ist einer von acht bulgarischen Erntehelfern, die für den Sabö-Hof in Nantrow den Spargel stechen. Quelle: Sylvia Kartheuser

Morgens, kurz nach 5 Uhr, es dämmert. Auf einem Feld bei Neuburg decken Konstantin Banchev und seine fünf Kollegen die ersten Folienbahnen auf. Mit geschärftem Blick treten sie an die aufgehäufelten Beetreihen, achten auf kleine Dellen und Risse. Denn darunter, was sie suchen: Spargel. Seit Ende April sind die Erntehelfer aus Bulgarien für den SaBö-Hof in Nantrow, einem Ortsteil von Neuburg bei Wismar, im Einsatz. Das Spargelstechen geht ihnen flink von der Hand: Stange freilegen, richtige Stelle anpeilen und mit dem Spargelmesser aus dem Boden stechen. An einer langen Reihen nach der anderen wird geerntet. Anschließend die Folienbahnen wieder darüber gelegt, damit die nächsten Stangen in Wärme reifen können.

Der SaBö-Hof aus Nantrow, einem Ortsteil von Neuburg bei Wismar, baut auf zehn Hektar Spargel an. Er ist der größte Direktvermarkter, der das feine Gemüse in Nordwestmecklenburg anbaut. Aktueller Ertrag: täglich eine Tonne.

Unterwegs bis nach Rügen

„Um 8.30 Uhr, 9 Uhr kommt der erste Spargel auf den Hof“, sagt Hofinhaber Bernd Sandmann. Das bekommt der 58-Jährige aber nicht mit. Er ist bereits seit 4 Uhr unterwegs, fährt bis nach Rügen und Greifswald, um die hofeigenen Verkaufsstände zu beliefern. Kurze Zeit später macht sich auch sein Sohn Sebastian Böckmann auf den Weg. Er beliefert die Stände zwischen Grevesmühlen und Rostock. Gegen Mittag trifft man sich wieder auf dem Hof in Nantrow.

Vom Wasserbad in die Kühlkammer

Zu dem Zeitpunkt liegt die erste Ladung Spargel längst in der Kühlkammer - und auch schon die zweite. Denn während der Senior- und der Juniorchef das feine Gemüse verteilen, leisten Rico Uteß und Christian Schmitz an der neuen Waschanlage ganze Arbeit. Sie leeren Kiste um Kiste, lassen die mit Erde verschmutzten Stangen ein Wasserbad durchlaufen und sortieren sie für den Verkauf nach Größe und Qualität in Kästen mit unterschiedlichen Farben.

„Von der Hand in den Mund“

Bernd Sandmann greift eine Stange aus einer frischen Lieferung. Er weist auf braune Flecke. „Die kommen durch die Nässe und Kälte und haben nichts mit der Pilzerkrankung Spargelrost zu tun“, erklärt er. Beim Schälen würden die Flecke verschwinden, darunter sei der Spargel schneeweiß.Der Landwirt schaut über die Kistenreihe. „Im Augenblick leben wir wortwörtlich von der Hand in den Mund“, sagt er. Wegen des kalten und nassen Frühjahrs könnten die Erntehelfer nur etwa eine Tonne Spargel pro Tag einbringen. Das reiche gerade, um den Hofladen, das hauseigene Café und die Stände einen Tag lang zu versorgen. „In Spitzenzeiten holen wir 2,5 bis drei Tonnen Spargel am Tag vom Feld“, sagt Bernd Sandmann. Dann seien auf dem Hof und an den Verkaufsständen bis zu 23 Leute im Einsatz.

Gute Erntehelfer aus Bulgarien

Bezahlt werden die Mitarbeiter nach den gesetzlichen Bestimmungen. „Aber Mindestlohn heißt für mich auch Mindestanforderung“, sagt Bernd Sandmann. 15 Kilo müsse ein Spargelstecher pro Stunde schaffen, gute brächten es auf 20 bis 25 Kilo. „Wenn jemand zu uns kommt, hat er 14 Tage Zeit, um sich einzuarbeiten - entweder es klappt dann oder es klappt eben nicht.“ Die bulgarischen Erntehelfer, die der Landwirt seit vier Jahren durch eine Agentur vermittelt bekommt, seien sehr gut.

3,5 Kilometer durch Spargelreihen

Gearbeitet wird bis Einbruch der Dunkelheit. „Aber wenn kein Spargel mehr da ist, machen wir auch mal um 19 Uhr Schluss“, sagt Bernd Sandmann. Immerhin müssten die Erntehelfer bei einem Hektar eine etwa 3,5 Kilometer lange Strecke in den Spargelreihen zurücklegen. „Da wissen sie abends auch, was sie getan haben - und das täglich acht bis zehn Wochen“, erklärt der studierte Landwirt mit Abschluss der Uni Rostock.

Vom Nischenprodukt zum größten Anbieter

Mit dem Spargelanbau hat Bernd Sandmann vor 17 Jahren angefangen, „als Nischenprodukt auf einer kleinen Fläche in Krusenhagen“. Mittlerweile werden insgesamt zehn Hektar bestellt und SaBö ist der größte Direktvermarkter, der seinen Spargel in Nordwestmecklenburg anbaut. Auf den Tisch kommen „Epos“, „Ravel“ und „Ramires“. „Wir wollen Sorten mit typischem Geschmack anbieten“, erklärt der Landwirt. Die Gäste im hofeigenen Café bestellen dazu gern Schnitzel von den auf Stroh gehaltenen Schweinen. Die Nachfrage ist oft so groß, dass Hausherrin Ruth Sandmann-Böckmann auch selbst zum Schälmesser greift. „Wir freuen uns, wenn's den Besuchern schmeckt.“Und wie mag Bernd Sandmann den Spargel am liebsten? „Na, ganz klassisch. So wie ich es von zu Hause kenne, mit Räucherschinken und einer leichten Soße wie eine Spargelsuppe, wie sie schon meine Großmutter gemacht hat.“

Sylvia Kartheuser

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