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Feriendorf in Boltenhagen: Scheitert das ganze Projekt?

Boltenhagen Feriendorf in Boltenhagen: Scheitert das ganze Projekt?

Bauausschuss der Ostsee-Gemeinde lehnt Pläne für Ferien- und Wohnhäuser erneut ab.

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Die alten H�user des MTW-Ferienlagers sollen abgerissen werden.

Boltenhagen. Die Vorstellungen der Mitglieder des Boltenhagener Bauausschusses und der Investoren aus Stade und Hamburg, die das ehemalige Ferienlager der Wismarer Werft am Mariannenweg umbauen wollen, liegen noch weit auseinander. 42 Ferienhäuser von gehobener Qualität möchte die Investorengruppe dort anstelle der vorhandenen 24 Doppelhäuser aus DDR-Zeiten bauen. Die Gemeindevertreter hatten im Februar die Pläne der Investoren in den Bauausschuss zurückverwiesen — wegen zu vieler Ferienhäuser.

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Komfort auf 70 Quadratmetern sollen die neuen H�user bieten.

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Investor Peter Vietense betonte zwar, man habe seine Hausaufgaben gemacht und die Pläne geändert. Das sahen die Bauausschussmitglieder und der amtierende Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) jedoch keineswegs so. „Sie haben uns den gleichen Entwurf wie im Februar vorgelegt“, hielt er dem Investor vor. Nach wie vor seien es 42 Ferienhäuser plus acht Häuser für dauerhaftes Wohnen. „Die Wohnhäuser sollten aber nicht zusätzlich zu den Ferienhäusern entstehen, sondern Bestandteil des Planes sein“, sagte Christian Schmiedeberg. Zudem sei da die Firsthöhe von 7,50 Meter. „Wer sagt mir, dass, wenn Sie die Häuser verkaufen, im Dachgeschoss nicht weitere Ferienwohnungen entstehen?“, fragte der amtierende Bürgermeister. Und dann könnten aus den weniger als 200 Betten, die laut Investor geplant sind, ganz schnell sogar mehr werden als die 232, die das Ferienlager derzeit hat.

Peter Vietense bestritt, dass die Pläne nicht überarbeitet worden seien: „Im ersten Konzept lagen wir noch bei 60 Ferienhäusern, dann kamen wir Ihrer Bitte nach, die Anzahl zu reduzieren und stattdessen auch Dauerwohnen möglich zu machen.“ Das sei mit der Verringerung auf 42 Ferienhäuser und der Aufnahme von acht Wohnhäusern geschehen. „Obwohl wir dafür relativ hohe Erschließungskosten haben, denn alle Leitungen auf dem Grundstück müssen neu gemacht werden“, sagte Peter Vietense. Zudem sollten die Investoren auf Wunsch der Gemeinde dort einen Spielplatz bauen und sich finanziell am Ausbau des Mariannenweges beteiligen, zählte der Hamburger auf. „Irgendwo ist eine Grenze“, warnte er.

Das Problem sei der Zeitpunkt, sagte Ausschussmitglied Uwe Dunkelmann (CDU). „Vor 15 Jahren hätten wir den Plan glatt durchgewinkt und uns über die Sanierung des Feriendorfes gefreut.“ Aber inzwischen habe sich Boltenhagen entwickelt, dabei seien Gemeindevertreter und Ausschussmitglieder in puncto Ferienwohnungen sensibler geworden. „Jetzt fragen wir uns, ob der Bau eines Feriendorfes überhaupt noch in Ordnung ist, ob Boltenhagen das noch verträgt“, sagte Uwe Dunkelmann.

Michael Steigmann (Die Linke) vom Bauausschuss vertrat eine andere Meinung. Er stimmte er dem Investor zu. „Ich finde, die Kollegen haben ihre Hausaufgaben gemacht.“ Der Ausschuss könne nicht plötzlich mit ganz anderen Vorstellungen kommen. Die verschiedenen Ansichten spiegelten sich in der Abstimmung wider: bei einer Enthaltung waren drei Ausschussmitglieder für das Konzept und drei dagegen. In einer Arbeitsberatung wollen beide Seiten nach einem Kompromiss suchen. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Der Plan in Zahlen

168 Ferienbetten möchte der Investor nach eigenen Angaben

in 42 neue, hochwertige Einzelhäuser

auf dem Gelände des ehemaligen MTW-Ferienlagers der Wismarer

Werft stellen. Derzeit stehen auf

dem Grundstück 24 Doppelhäuser aus DDR-Zeiten mit insgesamt 232 Betten.

5441 Quadratmeter Fläche würden durch den Neubau der Ferienhäuser versiegelt, so die Berechnung des Investors. 5407 Quadratmeter sind bereits durch die bestehenden Ferienhäuser zugebaut. Hinzu kämen nach der neuen Planung allerdings weitere 2115 Quadratmeter für den Neubau von Straßen, Funktionsgebäuden und Nebenanlagen.

Sylvia Kartheuser

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