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Ferienkinder als Lokomotivführer

Bad Kleinen Ferienkinder als Lokomotivführer

14 Mädchen und Jungen aus Bad Kleinen legen in Parchim den Junior-Triebwagenführerschein ab

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Geschafft: Alle 14 Kinder haben mit Hilfe von Sven Reiher (l.) und Uwe Schult den Junior-Triebwagenführerschein abgelegt.

Quelle: Fotos: Peter Täufel

Bad Kleinen. Das haben sich Tybor und Natalie, Lilly und Erik nicht träumen lassen, dass sie an einem Ferientag morgens mit dem Zug nach Parchim fahren und am Nachmittag mit ihrem frisch erworbenen Junior-Triebwagenführerschein nach Hause kommen. Dieser Traum hat sich ihnen und zehn weiteren Kindern in der Ferienbetreuung der Regionalen Schule am Schweriner See erfüllt.

OZ-Bild

14 Mädchen und Jungen aus Bad Kleinen legen in Parchim den Junior-Triebwagenführerschein ab

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Die Neun- bis Zwölfjährigen fuhren mit ihren zwei Betreuerinnen nach Schwerin. Dort wurden sie mit dem „Taxi“ von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft abgeholt. „Es war ein zweigliedriger Triebwagen, der uns direkt aufs Gelände der Privatbahn fuhr“, berichtet Anja Lehmkuhl, Leiterin der Kita „Uns Flinkfläuter“, die in den Ferien auch die Hortkinder betreut.

Dort erhielten die jungen Eisenbahnfans zuerst eine Führung durch die Werkstatt, einschließlich der großen Zug-Waschanlage. Belehrt über Verhaltensweisen, Verbote und Regeln und ausgestattet mit einer orangefarbenen Warnweste ging es für die Kinder dann an die Praxis. Jeweils ein Junge und ein Mädchen bildeten eine Triebwagenbesatzung. Diese fuhr nun völlig auf sich gestellt eine etwa vier Kilometer lange Schienenstrecke, einschließlich Weichen, bis zu einem Zielpunkt. Dort wurde getauscht und es ging zurück.

Verbunden mit der Außenwelt, das heißt mit den Ausbildern Sven Reiher und Uwe Schult, waren die Junior-Triebwagenführer in spe nur über eine Sprechverbindung.

„Natürlich machen wir das auch, um die Kinder von der Bahn und dem Beruf des Lokführers zu begeistern“, sagt Sven Reiher, der in Parchim die Aus- und Fortbildung der Odeg leitet. „So gehen wir rechtzeitig in die Nachwuchsgewinnung.“ Dieser Beruf sei auf absehbare Zeit krisensicher. Sie kämen kaum mit der Ausbildung hinterher, so viele Triebwagenführer würden gebraucht. „Es gibt wohl keinen ausgebildeten Lokführer, der nicht auch als Lokführer arbeitet“, weiß der Ausbildungschef.

Am Ende des Kurzlehrgangs erhielt jedes Kind ein Zertifikat in Form eines Ausweises. Auf dem steht, dass sie jetzt Junior-Triebwagenführer sind. Vielleicht entscheidet sich ja die eine oder der andere, diesen Weg zu gehen und eine Ausbildung zu machen. Das hieße nach der Realschule drei Jahre Lehre mit Theorie in Berlin und Praxis in Parchim. Nach erfolgreichem Abschluss entfällt dann der Zusatz „Junior“ auf dem Triebwagenführerschein. Auf jeden Fall, da sind sich Anita Lehmkuhl und Sven Reiher einig, soll dieser Tag seine Fortsetzung in der Zukunft finden.

Die Odeg wurde 2002 in Parchim gegründet und hat dort als größte private Eisenbahn Ostdeutschlands ihren Hauptsitz.

Peter Täufel

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