Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Feuer im Pferdestall: 17-Jähriger als Täter angeklagt

Grevesmühlen Feuer im Pferdestall: 17-Jähriger als Täter angeklagt

Die Polizei hat nach zwei Jahren einen Tatverdächtigen ermittelt, der für den Brand im April 2014 in Grevesmühlen verantwortlich sein soll / Vier Pferde starben dabei

Grevesmühlen. Für die Besitzer der vier Pferde, die im April 2014 bei dem verheerenden Brand in einem Stall am Grevesmühlener Tannenberg qualvoll verendeten, sind die seelischen Wunden immer noch nicht vernarbt. Aber zumindest sind die Ermittlungsbehörden einen Schritt weiter.

Gegen einen Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft Schwerin inzwischen Anklage erhoben. Es handelt sich dabei um einen Jugendlichen, der seit geraumer Zeit im Visier der Kriminalbeamten steht. Er soll ein Video des brennenden Stalls auf seinem Handy gehabt haben – zu sehen sind dort Szenen des brennenden Stalls zu einer Zeit, als noch keine Rettungskräfte vor Ort waren.

Wie Stefan Urbanek, Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft bestätigte, ist ein 17-Jähriger wegen des Verdachts der Brandstiftung sowie des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor dem Jugendschöffengericht Wismar angeklagt worden.

Am 10. April soll er gemeinsam mit einem bislang noch unbekannten Mittäter gegen 2 Uhr den Pferdestall in Grevesmühlen angezündet zu haben. Der entstandene Sachschaden beträgt laut Staatsanwaltschaft mindestens 50000 Euro. Der Angeschuldigte bestreitet die Tat.

Gegen eine weitere Person wird in diesem Zusammenhang ebenfalls ermittelt. Konkrete Angaben wollte die Schweriner Staatsanwaltschaft dazu nicht machen.

Nach OZ-Informationen handelt es sich dabei um eine junge Frau aus Grevesmühlen, die von diesem Video Kenntnis hat. In welchem Zusammenhang sie zu dem möglichen Täter steht, ist derzeit noch unklar.

Das sollen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Für die Pferdehalter, die ihre Tiere bei dem Brand verloren haben, ist der Ermittlungserfolg zumindest ein kleiner Schritt, um das Erlebte zu verarbeiten. Dennoch herrscht nach wie vor Unverständnis über die Tat. Eine Erklärung dafür könnte es möglicherweise im Rahmen der Gerichtsverhandlung geben, einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Dass die Ermittlungen sich über zwei Jahren hinzogen, ist bei Brandstiftungsfällen nicht ungewöhnlich. Ähnlich lange dauerte es beispielsweise, bis die Täter ermittelt wurden, die den Speicher am Grevesmühlener Bahnhof im November 2007 angezündet hatten. Vier Jugendliche wurden damals ermittelt, ein 17-Jähriger erhielt Ende 2009 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen schwerer Brandstiftung.

Im Falle des Pferdestalls gab es zwar unmittelbar nach dem Brand zahlreiche Hinweise, jedoch gab es keine Spuren und keine konkreten Beweise. Da sich das Feuer auf der Rückseite des Stalls, an der sich die Pferdeboxen befanden, ausbreitete, wurden die Flammen auch erst spät bemerkt. Die Feuerwehrleute konnten die Tier nicht mehr retten. Spuren gab es nach den Löscharbeiten nicht mehr am Tatort. So blieb den Ermittlern nur die Hoffnung auf konkrete Hinweise, die betroffenen Pferdebesitzer hatten inzwischen die Belohnung für sachdienliche Hinweise auf 10000 Euro erhöht.

Auf die entscheidende Spur brachte die Polizei das Handyvideo, das sie auf dem Mobiltelefon des Angeklagten fanden. Die Szenen, die dort zu sehen sind, waren unmittelbar nach der Tat entstanden. Die Aufnahmen können nur vom Täter oder von einem direkten Zeugen gemacht worden sein.

Der 17-jährige Angeklagte streitet nach wie vor die Tat ab. Das bedeutet für die Verhandlung eine aufwändige Beweisaufnahmen, um zu klären, ob er die Tat begangen hat oder nicht.

Michael Prochnow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Duisburg

Großalarm in Duisburg: Flammen schlagen aus dem Dach, Menschen schreien. Viele können sich aus dem brennenden Wohnhaus retten, für drei Menschen kommt die Hilfe zu spät.

mehr
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.