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Wismar Feuer in Groß Siemz war Brandstiftung
Mecklenburg Wismar Feuer in Groß Siemz war Brandstiftung
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00:00 06.09.2013
Seit April 2009 haben Ehmkes den Haflingerhof in Groß Siemz gepachtet „Wir sind innerlich gebrochen “, sagt Hans Jörg Ehmke.
Groß Siemz

Drei Tage hat die Suche nach der Ursache für einen Brand am 12. August in Groß Siemz gedauert. Dann stand für den Gutachter fest, dass sich das Feuer, das auf einem Pferdehof fast 300 Strohballen, zwei Kutschen und zwei alte Traktoren vernichtete, nicht von allein entzündet hat. „Es war Brandstiftung“, sagt André Falke, Pressesprecher der Polizei Wismar. Einen Tatverdächtigen gebe es noch nicht. „Wir ermitteln gegen Unbekannt.“

Für Maren Ehmke Pries und Hans-Jörg Ehmke, die den Haflingerhof in Groß Siemz betreiben, bricht damit eine Welt zusammen. Ihre Wut ist riesengroß: „Weil ich mal davon ausgehe, dass der- oder diejenigen nicht gefasst werden und wir auf dem Schaden sitzen bleiben“, sagt Hans-Jörg Ehmke frustriert. Versichert ist nur das abgebrannte Schleppdach. Das Inventar nicht. „So eine Versicherung würde eine hohe Summe kosten. Das trägt sich nicht, weil der Haflingerhof für uns ein Hobby ist.“

Verbrannt sind 280 Strohballen mit einem Durchmesser von 1,20 Meter. Ein Ballen kostet rund 20 Euro. Ebenfalls dem Feuer zum Opfer gefallen sind zwei Traktoren aus den 1950er- und 1960er-Jahren sowie zwei Kutschen. „Der Materialwert ist sicher nicht so hoch, aber der ideelle Wert ist mit Geld nicht zu bezahlen“, blickt Ehmke traurig auf die Brandruine. Mit den beiden Traktoren habe er die ganze Arbeit auf dem gepachteten Hof erledigt. Jetzt sei er auf Hilfe angewiesen, also abhängig von anderen. Zum Glück, sagt Ehmke, haben benachbarte Landwirte bereits geholfen. 100 Strohballen haben er und seine Frau für die Hafflinger bekommen.

Dennoch: „Innerlich sind wir gebrochen“, gibt der Hobbybauer unumwunden zu. „Wir leben jeden Tag mit der Angst, dass so etwas wieder passieren kann.“ Aufgeben will das Ehepaar, dass in Groß Grönau bei Lübeck lebt, aber nicht, auch wenn das „Aufstehen“ nicht leicht falle. „Jetzt müssen wir noch länger arbeiten, um wieder dahin zu kommen, wo wir schon mal waren“, klingt Maren Ehmke Pries ein wenig resigniert. Die Hafflinger seien ihr Leben. Hier in Groß Siemz, erklärt Hans Jörg Ehmke, der tagsüber im Großhandel tätig ist, könne er Kraft tanken. „Es ist herrlich hier. Ich kann acht oder zehn Stunden Stress haben, wenn ich eine halbe Stunde neben den Pferden stehe oder sitze — ist alles vergessen“, sagt der 50-Jährige.

Seit April 2009 haben er und seine 44-jährige Frau den Haflingerhof samt sechs Hektar Weideland in Groß Siemz gepachtet. „Die Leute waren gleich sehr hilfsbereit. Das kannten wir so nicht.

Hier wäscht eine Hand die andere. Wirklich toll“, findet Maren Ehmke Pries, die sich täglich um die sieben eigenen und die zwei Pensionspferde kümmert. Ehemann Hans Jörg ist verantwortlich fürs Futter der Hafflinger. Als Ausgleich zur Arbeit haben sie seit Jahren Geburtstage für Kinder organisiert, Reitunterricht angeboten und Hafflinger gezüchtet. „Alles soll so weitergehen wie bisher“, sagt Hans Jörg Ehmke.

Damit sich so ein Unglück wie Mitte August nicht wiederholt, wollen Nachbarn jetzt verstärkt schauen, was „sich so auf dem Hof tut.“ Allerdings: „Irgendwann gehen sie auch schlafen“, weiß der Hobbylandwirt, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, dass so ein Unglück noch mal passiert. „Die Unruhe ist da.“ Und auch die Überlegung, von Groß Grönau ganz nach Groß Siemz zu ziehen.

Steffen Oldörp

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