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Wismar Feuer vernichtet Haus in Gägelow
Mecklenburg Wismar Feuer vernichtet Haus in Gägelow
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00:05 29.11.2016
Das Wohnhaus der Familie Taruttis im Gägelower Wiesenweg stand gestern Nacht in Flammen. Das Feuer hatte sich vom Giebel über den Dachstuhl ausgebreitet. FOTO: PRIVAT

Die Nacht von Sonntag zu Montag werden Klaus (62) und Rita Taruttis (60) sowie ihre beiden Enkelkinder (4 und 7) in ihrem ganzen Leben nicht mehr vergessen. Mitten in der Nacht, gegen 1.45 Uhr, wurden sie plötzlich aus dem Schlaf gerissen, als sie in ihrem Wohnhaus am Wiesenweg in Gägelow plötzlich einen starken Brandgeruch und Qualm bemerkten. Da stand der Carport, der sich am rechten Giebel des Hauses befindet, schon in Flammen. „Meine Frau hat geistesgegenwärtig die beiden Enkelkinder aus dem Bett geholt und sie umhüllt mit einer Bettdecke ins Auto gebracht“, berichtet Klaus Taruttis gestern Morgen noch ganz mitgenommen.

Kinder und Hauseigentümer konnten sich retten / Die Kripo schließt Brandstiftung nicht aus

Inzwischen hatte das Feuer den Keller erfasst. Klaus Taruttis versuchte mit einer Nachbarin verzweifelt die Flammen zu löschen. Vergeblich. Als dann eine Streifenbesatzung des Polizeihauptreviers Wismar am Ort des Geschehens eintraf, brannte der Carport in voller Ausdehnung. Die Beamten forderten daraufhin Klaus Taruttis und die Nachbarin auf, das Wohnhaus zu verlassen. Die herbeigerufene Feuerwehr Gägelow, die wenig später von den Wehren aus Barnekow, Hohenkirchen und Grevesmühlen unterstützt wurde, kämpfte gegen die Flammen, die dann begünstigt durch den Wind auch voll den Dachstuhl erreichten.

Erst in den Morgenstunden konnte das Feuer gelöscht werden. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 350 000 Euro. Durch das Löschwasser wurde die komplette Inneneinrichtung unbrauchbar, persönliche Sachen und Kleidung vernichtet. „Ich bin im Schlafanzug, Hausschuhen und mit einer Jacke aus dem Haus gelaufen. Meine Klamotten sind alle futsch“, so Klaus Taruttis.

Die Kripo Wismar hat unmittelbar nach den Löscharbeiten die Ermittlungen aufgenommen. Als Ursache wird Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer unter dem Carport am rechten Giebel aus, die Flammen schlugen von dort auf die Terrasse und erfassten den Dachstuhl. Unter dem Carport hatte eine blaue Tonne mit Papier gestanden. Die Polizei sucht nun Zeugen, die in der fraglichen Zeit oder davor Personen in unmittelbarer Nähe gesehen haben. „Am Sonntagabend hatte sich dort in der Bushaltestelle Woltersdorfer Weg/Birkenweg eine Personengruppe aufgehalten. Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise zur Identität der Personen, die für die weiteren Ermittlungen dienlich sein könnten. Mitteilungen sind telefonisch unter 03841/2030 oder über die Internetwache www.polizei.mvnet.de möglich“, so Nancy Schönenberg, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wismar.

Noch in der Nacht lief in Gägelow eine große Hilfsaktion an. Die unmittelbaren Nachbarn haben die Familie bei sich im Haus aufgenommen. Die Gemeinde hatte den Jugendklub zunächst als Unterkunft zur Verfügung gestellt. Andere halfen mit Bekleidung aus. „Die Unternehmen aus dem Gewerbegebiet Gägelow und die Mieter im MEZ haben spontan eine Spendenaktion für die Familie Taruttis ausgelöst. Frau Taruttis besitzt selber im Einkaufszentrum einen Laden und verkauft Kindermode. Der Vermieter des MEZ verzichtet auf zwei Monatsmieten für den Laden. Alle Geschäfte haben die Bereitschaft erklärt, der Familie für den Neustart Gutscheine für den Kauf von Bekleidung und Haushaltsgegenständen zur Verfügung zu stellen“, so Karina Stenker, Centermanagerin des MEZ Gägelow.

Auch die Gemeinde hat zu einer Spendenaktion aufgerufen. „Unterstützen Sie uns bei unserer Aktion ,Wir helfen Familie Taruttis’. Die Gewerbetreibenden, die Gemeindevertretung und die Sparkasse Mecklenburg-Nordwest sind schon an Bord“, bittet Simone Oldenburg (Die Linke), stellvertretende Bürgermeisterin von Gägelow, um Spenden. Hierfür wurde ein Spendenkonto bei der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest eingerichtet (IBAN: DE40140510001000301580).

Peter Preuß

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