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Feuerwehrleute rennen 770 Treppen rauf

Wismar Feuerwehrleute rennen 770 Treppen rauf

In Berlin findet morgen eine spektakuläre Meisterschaft der Brandbekämpfer aus sieben Nationen statt. Die Wismarer Michael Kindler und Thomas Albert sind dabei und wollen hoch hinaus.

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Thomas Albert (47) und Michael Kindler (37) sind Berufsfeuerwehrleute. F�r das Training in Vorbereitung auf den Treppenlauf in Berlin nutzten die M�nner den Aussichtsturm im B�rgerpark, der 156 Stufen hat. Morgen m�ssen sie das F�nffache bew�ltigen.

Quelle: Ina Schwarz

Wismar. 770 Treppen stehen morgen auf dem Programm von Michael Kindler (37) und Thomas Albert (47). Dazu schwitzen, schleppen, rennen. Im 39 Stockwerke hohen Park Inn Hotel auf dem Berliner Alex, dem höchsten Gebäude der Hauptstadt, stellen sich die beiden Wismarer Berufsfeuerwehrleute einer harten Konkurrenz aus sieben Nationen. Sie alle starten beim 3. Firefighter Stairrun, einem Treppenlauf der Superlative. „Vor zwei Jahren waren wir schon einmal dabei und haben den Aufstieg in acht Minuten, 47 Sekunden geschafft“, erzählen die beiden Männer.

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Thomas Albert (47) und Michael Kindler (37) sind Berufsfeuerwehrleute. F�r das Training in Vorbereitung auf den Treppenlauf in Berlin nutzten die M�nner den Aussichtsturm im B�rgerpark, der 156 Stufen hat. Morgen m�ssen sie das F�nffache bew�ltigen.

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Der Lauf auf die höchste Plattform des Berliner Wolkenkratzers ist eine Herausforderung für Feuerwehrleute aus ganz Europa. Gestartet wird in voller Montur: Stiefel, feuerfeste Einsatzkleidung, Atemschutzgerät und Helm. „Etwa 25 Kilogramm zusätzliches Gewicht“, erläutert Thomas Albert. „Ab dem 20. Stock tut es richtig weh“, sagt Michael Kindler. Der zweifache Familienvater aus Gägelow spricht aus Erfahrung, geht zum dritten Mal an den Start. Nicht nur die fast 800 Stufen und die 110 Meter Höhenunterschied werden dabei zur Odyssee, sondern vor allem die erschwerte Atmung unter der engen Maske ist irgendwann eine Tortur für die Teilnehmer. Doch die stressen sich bei dem Mega-Event, das über Leinwand auf dem Hotelvorplatz auch an Zuschauer übertragen wird, freiwillig. „Ja, man muss schon etwas verrückt sein, um Spaß daran zu haben, bei diesem außergewöhnlichen Wettlauf bis ans Limit zu gehen“, gibt Thomas Albert zu. „Vor allem auf den letzten Metern zählt da nur eiserner Wille.“

Der 47-Jährige gehört seit vielen Jahren zur Wismarer Berufsfeuerwehr und liebt extreme sportliche Erfahrungen. In Michael Kindler, der mit ihm in einer Wachabteilung arbeitet, fand er den richtigen Team- und Trainingspartner. Auch in Berlin geht es darum, als „feuriges“ Renn-Duo die 39 Stockwerke durchzuhalten. Vor Ort gilt die Regel, dass der Zweite durch das Ziel laufende Wettkämpfer eines Starterteams den ersehnten Buzzer drückt, um die Wettkampfzeit anzuhalten. Der Rekord liegt bei diesem Treppensprint übrigens bei fünf Minuten und 46 Sekunden. Der Hotelfahrstuhl legt die Strecke bis zum Dachgeschoss in 36 Sekunden zurück. Doch der ist für die ehrgeizigen Feuerwehrleute natürlich tabu.

„In unserem Beruf ist es wichtig, sich fit zu halten“, sind sich die beiden Brandschützer einig. „Der Lauf in Berlin ist natürlich hart und außergewöhnlich, doch er findet unter feuerwehrrealistischen Bedingungen statt“, erläutert Albert. „Wenn es irgendwo im zehnten Stock brennt und wir Leute retten müssen, können wir ja schlecht den Fahrstuhl nehmen. Jeder Einsatz kostet Mut und Kraft.“

Der Treppenlauf in Berlin zieht Grenzgänger an. Innerhalb weniger Minuten waren in diesem Jahr alle Startplätze vergeben. „Dabei sein ist alles“, so das Motto der Teilnehmer, die in verschiedenen Altersklassen starten. „Wir treten diesmal bei den Oldies an“, erklären die Hansestädter schmunzelnd. „Zusammen sind wir älter als 80 Jahre.“ Auch einige wenige Frauen sind übrigens in Berlin dabei, ihre Zeiten werden extra bewertet.

Das Wismarer Team hat hart trainiert — u. a. am Aussichtsturm im Bürgerpark. Der hat 156 Stufen. „Wir sind da in einer Trainingseinheit mehr als zehn Mal hintereinander rauf“, erzählt Micha Kindler. „Auch Treppen an der Westtangente haben wir genutzt, ansonsten viel Kraft- und Ausdauertraining gemacht.“ Was die Hansestädter motiviert? „Zum einen wollen wir es uns selbst beweisen, zum anderen präsentieren wir unsere Heimatstadt bei einem internationalen Kräftemessen“, so das KüstenTeam, das sich extra T-Shirts mit dem Wismar-Logo anfertigen ließ.

Ganz hoch hinaus

770Stufen müssen die Feuerwehrleute morgen beim Treppenlauf im Park Inn Hotel in Berlin überwinden. Dabei nehmen die Teilnehmer immer zwei Stufen auf einmal, um Kräfte zu sparen.

39Stockwerke hoch ist das höchste Gebäude Berlins auf dem Alex. Am Ende wartet auf dem Dach des Wolkenkratzers der erlösende Buzzer, der die Zeit der Renn-Duos stoppt.

110 Höhenmeter müssen die Teams überwinden. Die schnellsten schaffen das in knapp sechs Minuten — trotz voller Montur und Atemschutzmaske.

Der „Firefighter Stairrun“ ist eine Idee der Berliner Feuerwehr und findet morgen zum dritten Mal statt.

Der Treppenlauf ist hart. Ab dem 20. Stockwerk tut es richtig weh.“Michael Kindler (37), Berufsfeuerwehrmann

Ina Schwarz

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