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Wismar Fit im Alter - immer mehr Senioren machen Sport
Mecklenburg Wismar Fit im Alter - immer mehr Senioren machen Sport
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08:28 25.10.2017
Einmal in der Woche geht es für diese Wismarerinnen zur Gymnastik in das DRK-Mehrgenerationenhaus. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar/Grevesmühlen/Bad Doberan/Rostock

Wassergymnastik, Yoga oder Kraftsport oder, oder, oder... 3200 Senioren halten sich ein- bis zweimal die Woche in den Vereinen des Kreissportbundes Nordwestmecklenburg fit. „In den vergangenen fünf Jahren hat die Gruppe der Seniorensportler im Kreissportbund (KSB) NWM um mehr als 1000 Sportler zugenommen“, betont KSB-Geschäftsführerin Kerstin Groth. Die Zahl der Senioren hat somit um ein Drittel in den Vereinen zugenommen. Diese Zuwächse hat keine andere Altersklasse im Sportbund Nordwestmecklenburgs aufzuweisen. Diese Entwicklung entspricht zudem in etwa auch dem Landestrend.

Wartelisten sind lang

Auch in den Sportgruppen im DRK-Mehrgenerationenhaus in Wismar ist der Andrang groß. „Wir haben immer Wartelisten“, bestätigt Trainer Eberhard Bull. Alle Kurse seien voll, nur beim Nordic Walking könne er noch Teilnehmer aufnehmen.

„Die Senioren sind aktiver denn je, egal ob im Fitnessbereich oder in der Schwimmhalle. Es geht ihnen nicht nur um den Sport, sondern auch um das Erlebnis, in der Gemeinschaft Spaß zu haben und etwas für den Körper und die Gesundheit zu tun“, sagt auch Madlen Spiekermann vom Erlebnisbad Wonnemar in Wismar.

Volkshochschulkurse begehrt

Die Kreisvolkshochschule Nordwestmecklenburg mit Standorten in Wismar, Grevesmühlen und Gadebusch bietet schon lange Gesundheitskurse für diese Zielgruppe an. Und: „Das Interesse ist groß“, sagt Leiterin Sabine Oswald. Sechs Kurse haben im September unter der Leitung von Frau Bärbel Nordwich begonnen – zum Beispiel „Dem Körper Gutes tun – ab 50 aktiv und beweglich bleiben“ und „Aktiv im Alter für Wohlbefinden und Gesundheit“.

Fitnessclubs für Senioren

Auch private Fitnessclubs haben den Seniorensport als Markt für sich entdeckt. Im Fitness-Club Atlantis am Ploggensee in Grevesmühlen sind nach Angaben von Maykel Frömming, einem der Geschäftsführer, 359 Reha-Sportler gemeldet. „Senioren sind bei uns vor allem vormittags aktiv, wenn es ein wenig ruhiger ist. Aus diesem Grund bieten wir inzwischen auf einen Kursus 60 plus an.“

Das hat auch Anke Weihs erkannt, die seit einigen Jahren in der August-Bebel-Straße in Grevesmühlen Kurse ausschließlich für Senioren anbietet. Die Bewegungsschule, die die Trainerin dort anbietet, hat sich herumgesprochen, die Kurse sind gut gefüllt, die Resonanz groß.

Mehr Frauen als Männer

„Im Landkreis Rostock sind rund 25 000 Sportler in 290 Vereinen aktiv“, sagt Thomas Tiede, Geschäftsführer beim Kreissportbund. „Gut 4000 Menschen sind dabei 60 und älter – Tendenz steigend.“ Gymnastik, Rhythmische Sportgymnastik, Reha-Sport und Golf stehen bei den Senioren besonders hoch im Kurs. Dazu kommen regelmäßige Wanderungen – zu Fuß und auf dem Fahrrad. Eine weitere Tendenz: „In dieser Zielgruppe gibt es mehr Frauen als Männer“, sagt Tiede. „Diesem allgemeinen Trend wollen wir gerecht werden – etwa mit einem großen Frauensport-Aktionstag am 4. November in Laage.“ Dabei spielen nicht nur gesundheitliche Aspekte eine Rolle. „Der Sport kann auch präventiv gegen das Alleinsein wirken“, macht Tiede deutlich.

Vereine stoßen an Grenzen

Der Seniorensport gewinnt auch in Rostock immer mehr an Bedeutung. „Das hat mit der demografischen Entwicklung zu tun. Aber auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein spielt eine Rolle“, sagt Andreas Röhl, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Rostock. Und die 201 Sportvereine in Rostock halten dafür auch mehr als 2000 Sportangebote bereit. Vor allem bei den Über-70-Jährigen habe es in den vergangenen fünf Jahren einen deutlichen Zuwachs an Sportvereinsmitgliedern gegeben. Aktuell sind es mehr als 9300 Mitglieder. Auch sei es beachtlich, wie viele ältere Rostocker noch im Mastersportbereich leistungsorientiert aktiv sind.

Die Sportvereine mit den meisten Senioren sind die HSG Uni Rostock und der Integrative Treff mit jeweils mehr als 1000 Aktiven. Hinzu kommen der PSV Rostock (900) und der SV Olympia (800).

Neben dem Sport bieten immer mehr Klubs auch Vereinsfahrten sowie Theater- und Konzertbesuche an. Wer Interesse hat, kann sich bei den einzelnen Vereinen informieren oder sich direkt an den Stadtsportbund wenden. „Es kann jedoch passieren, dass sportlich-interessierte Senioren am Ende eine Absage erhalten“, sagt Röhl. Denn die Sportvereine in Rostock stießen allmählich an Grenzen, weil es kaum noch freie Sportflächen gebe. Das betreffe vor allem Wassersportangebote, wie Aquajogging oder Aquafitness.

Michaela Krohn

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