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Wismar „Flugboot“ soll Besucher ins Phantechnikum locken
Mecklenburg Wismar „Flugboot“ soll Besucher ins Phantechnikum locken
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00:00 15.09.2018
Der „Hydrowing VT 01“ – ein Mix aus Flugzeug und Schnellboot. Quelle: Foto: Schröder
Wismar

Das Phantechnikum hat eine neue Attraktion im Außenbereich: einen „Hydrowing VT 01“. Das silberne Fahrzeug, das auf den ersten Blick aussieht wie ein Flieger mit abgeklebten Scheiben, steht seit kurzem auf dem Fledermaushügel und soll von dort aus Besucher zum technischen Landesmuseum locken. „Einige Male hat das schon geklappt“, freut sich Direktor Andrej Quade.

Das sogenannte Bodeneffektfahrzeug ist eine Mischung aus einem Flugzeug und einem Schnellboot. Es gleitet in geringer Höhe über die Wasseroberfläche und nutzt dabei den Bodeneffekt. „Der ist eine Art Luftkissen zwischen dem Fahrzeug und der Wasseroberfläche“, erklärt Quade. Bei geringerer Leistung konnte dadurch mehr Antriebskraft generiert werden als im freien Flug.

Doch es gibt auch ein Problem: In größeren Höhen – wenn man zum Beispiel über Hindernisse fliegen müsste – verliert der Effekt an Wirkung. In Serie produziert wurden die Fahrzeuge deshalb bisher nicht. Aber es gibt ein paar wenige Versuchsexemplare. Das, was jetzt in Wismar steht, hat die Rostocker Firma Techno Trans entwickelt. Knapp vier Jahre nach Start des Versuchsprojekts hat sie 1997 ihren Prototypen zum ersten Testflug über die Ostsee geschickt.

„Die Flughöhe des Hydrowing betrug bis zu 1,5 Meter, er erreichte eine Geschwindigkeit von 125 km/h“, berichtet Quade. Auch danach ist der Zweisitzer noch einige Male geflogen – unter anderem vor Stralsund und Rügen und während der Hanse Sail. 2001 ist das Fahrzeug dann in den Besitz des Technischen Landesmuseums übergegangen. Das befand sich damals noch in Schwerin. Mit dem Umzug nach Wismar ist auch der Hydrowing in die Hansestadt gekommen und zunächst im Depot untergebracht worden. Nun, knapp sieben Jahre später, wird er wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Dafür ist das Fahrzeug vorher durch eine Rostocker Firma aufgearbeitet worden. „Unter anderem wurden die Scheiben beklebt, um das Kunststoffcockpit vor den Sonnenstrahlen zu schützen, es würde sonst zerfallen“, erklärt der Museumsdirektor.

Die Idee, den Bodeneffekt für Transporte zu nutzen, ist nicht neu. „Ende der 1960er Jahre sind Fahrzeuge über dem Kaspischen Meer aufgetaucht, die sogenannten ,Kaspischen Seemonster’“, berichtet Quade. Eigentlich hießen die Ekranoplane. Auch sie sind nur wenige Meter über der Wasseroberfläche geflogen und haben den Bodeneffekt ausgenutzt. In den 1980er Jahren sind sie wieder verschwunden – weil sie nicht effektiv genug waren. Die Idee, die Lücke zwischen den transportstarken Schiffen und den schnellen Flugzeugen zu schließen, hat die Ingenieure aber nicht losgelassen. Ab Mitte der 1990er Jahre beschäftigte sich Fischer Flugmechanik mit dem Entwurf größerer Bodeneffektfahrzeuge und griff dazu auf die Hovercraft-Technik zurück, bei dem unter dem Fahrzeug ein Luftkissen aufgebaut wird. Weiter entwickelt wurde die Version nicht – genauso wenig wie die Rostocker Erfindung.

Kerstin Schröder

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